Leitfaden für Einsteiger – Touren in und um Hamburg Teil 1

Willkommen zu unserem dritten Teil der Serie Leitfaden für Einsteiger.
Nachdem wir uns in unseren ersten beiden Artikeln mit dem Thema das erste Rennrad und Bekleidung für Rennradfahrer beschäftigt haben, geht es jetzt rauf auf den Sattel und ab auf die Straße.
Jeder der mit dem Rennrad fahren beginnt steht am Anfang immer vor einer ganzen reihe an Fragen zum Thema Stecke.
  • Wie weit sollte ich meine Runden fahren
  • Wo kann ich als Anfänger gut fahren
  • Wo sind die Straße gut
  • Wo ist wenig Verkehr
  • Wo kann ich noch andere Rennradfahrer treffen
Vor einigen dieser Fragen stand der/die Ein oder Andere von Euch bestimmt auch schon. Erst einmal kann ich Entwarnung geben, alles halb so wild!

Wie weit sollte ich meine erste Runde fahren

Auf diese Frage gibt es keine richtige Antwort. Wie weit man auf einer Tour fährt hängt natürlich immer vom Fahrer ab, ob Anfänger oder Profi. Aus meiner Erfahrung und der Erfahrung anderer heraus würde ich sagen, übernehmt Euch nicht! Sowohl was die Strecke, als auch die Geschwindigkeit angeht. Fangt bei ca. 30 km an und steigert Euch innerhalb der ersten zwei bis drei Wochen auf 40 –45 km. Gerade in den ersten Wochen macht man rasend schnell Fortschritte. Eine Überlastung (Geschwindigkeit) würde ich versuchen zu vermeiden, da sonst die Lust verloren geht.

Fahrt Euer eigenes Tempo

Nach drei Wochen solltet Ihr eine 30 km Runde mit einem Schnitt von 25 – 29 km/h fahren können (natürlich den Stadtverkehr nicht mitgezählt). Sucht Euch eine Runde die Ihr gerne fahrt und gut kennt, bei der Ihr die Strecke auch mal variieren könnt und nutzt diese Strecke um Euch zu steigern und evtl. später auch mal Intervalle zu fahren. Wenn man jede Kurve und jedes Schlagloch der Straße kennt, kann man sich gut auf sein Training konzentrieren.

Wo kann ich als Anfänger gut fahren

Überall wo Ihr Euch wohl fühlt 😉 Im ernst. Es hängt natürlich immer davon ab wo man startet. Ich arbeite in 100m Luftlinie von den Deichtorhallen entfernt (Strecken-Tipp in diesem Artikel). Natürlich fahre ich dort oft los, direkt nach Feierabend. Jeder kennt sein Ghetto am besten, deshalb wäre es sehr hilfreich wenn der ein oder Andere in den Kommentaren mal seine Lieblingsstrecke als Strava Link teilt. Wir alle lernen ja nie aus! Die absolute Top Strecke geht für mich Richtung Osten in die Vier- und Marschlande. Eine weite strecke ist nur Fahrradstraße, ohne Autos. Gerade für Anfänger, die ab und zu auch noch das Fahren mit Klick-Pedalen erlernen müssen, eine super Strecke. Außerdem fahre ich hier los, wenn ich zwischen 50 km und 120 km fahren möchte und alle Abstufungen da zwischen sind möglich. Merkt Ihr es, PERFEKT!!!

Hamburg ist perfekt zum Rennrad fahren

Man mag es kaum glauben, wir Hamburger sind gesegnet mit einer Stadt die Geographisch so gut gelegen ist, dass sich so mancher die Finger danach lecken möchte. Hamburg hat in den letzten Jahren viel für Fahrradfahrer getan – gut, es ist auch noch viel zu tun – und man ist schnell aus dem Zentrum raus und auf dem Land. Hamburg kommt einem ab und zu zwar recht groß vor, ist es aber nicht. Ich wohne mitten in Hamburg und bin innerhalb von 15 Minuten raus aus der Stadt, wenn ich möchte. Abgesehen davon sind viele Straßen gut ausgebaut, sodass man sich gut mit dem Rennrad darauf bewegen kann. Jetzt ist aber genug mit Prosa, kommen wir zu der wichtigsten Strecke in Hamburg.

Richtung Vier- und Marschlande auf der Fahrradroute

Ich möchte mal behaupten, dies ist Hamburgs erste und längste richtige Fahrradstraße. Startpunkt ist an den Deichtorhallen mitten in der Innenstadt zwischen Hauptbahnhof und Hafencity. Hinter den Deichtorhallen links neben der Brücke startet der Radweg auf der Hochwasserschutzanlage Großmarkt. Auf einem Straßen-breiten Radweg geht es jetzt Richtung Osten, da der Radweg hinter dem Großmarktgelände verläuft hat man nicht mal eine Straße in seiner Nähe. Diese Radstraße führt bis zu den Elbbrücken an die Autobahn heran. Vor den Elbbrücken geht es mit einem Schlenker Rechts unter den Brücken hindurch.
Auf der Anderen Seite angekommen hat man zwei Möglichkeiten, entweder man fährt über die Elbinsel – hier ist es sehr schön, man kann aber nur Schotter-Piste fahren oder man fährt ca. 1 km durch Rothenburgsort auf der Straße. In beiden Fällen kommt man am Bille-Sperrwerk raus über welches man rüber fahren muss. Schwupps befindet man sich auf der nächsten Fahrradstraße über die Kaltehofe. Die Radstraße führt direkt am Deich entlang, ein Traum.
Auf diesem Radweg kommt man bis zur Tatenberger Schleuse, dem Tor zu den Vier- und Marschlande.

Von der Tatenberger Schleuse aus, stehen einem sämtliche Routen und Varianten offen. Um den Rahmen nicht zu sprengen, möchte ich mich hier auf zwei Touren beschränken. Eine kurze Route und eine lange Route (ca. 90 km), die man beide beliebig verlängern und verkürzen kann.

Schnelle Route durch die Vier- und Marschlande

Von der Tatenberger Schleuse aus geht es am rechten Ufer der Dove Elbe entlang. Die Strecke ist wenig befahren und sehr schön gelegen. Ich wette Ihr trefft auf Orte und Ufer an denen Ihr zuvor noch nie gewesen seid. Ihr fahrt den Tatenberger Deich, wird später zum Ochsenwerder Norddeich, immer weiter geradeaus und biegt erst nach links ab wenn ein Schild kommt auf dem Nettelnburg steht. Dann die nächste wieder links und es zurück – auf der anderen Seite der Dove Elbe – richtung Tatenberg.
Wenn man nun nicht wieder den gleichen weg über Kaltehofe zurück fahren möchte, fährt man weiter geradeaus, am Golplatz vorbei, unter der Autobahn durch und weiter Richtung Kraftwerk Tiefstack. Dann geht es drei Mal links und wieder Richtung Bille-Sperrwerk. Den Rest kennt Ihr ja.

Lange Runde durch Vier und Marschlande und auf der Südseite der Elbe zurück

Kommen wir nun zu einer etwas längeren Runde ausgehend von der Tatenberger Schleuse. Diese Runde geht ab Tatenberg direkt am Elbdeich entlang. Hinter der Schleuse einfach Rechts abbiegen und schon seid Ihr am Deich. Diesen fahrt Ihr nun bis zu einem Kreisel, diese Strecke ist recht lang, zieht sich und bei Wind auch wirklich anstrengend. Am Kreisel Rechts und bis zur Geesthachter Schleuse weiter fahren. Von Tatenberg bis zur Elbbrücke in Geesthacht, sind es ca. 30 km.
Nun könnt Ihr entlang der B404 über das berühmte Elbwehr fahren. Wer das Elbwehr nicht kennt, kennt Hamburg nicht. Guckt Ihr nach Links ist die Elbe ein Fließ-Gewässer, guckt Ihr nach Rechts ist die Elbe ein Tiden-Gewässer. HAMMER!!!
Auf der Südseite der Elbe geht es nun wieder zurück bis nach Harburg wo es über die Brücke des 17. Juni zum Inselpark geht. Hinter dem Inselpark ist eine Fahrradroute nach Hamburg ausgeschildert, Google gibt nicht genug her um die Route zu zeigen. Ihr kommt in der Haafencity wieder raus und habt von Deichtorhallen bis Hafencity knappe 90 km auf der Uhr. Das ist schon eine wirklich anstrengende Runde.

Fazit

Wenn Ihr Euch nach ein paar Ausfahrten in den Vier- und Marschlande auskennt, habt Ihr schon einmal ein großartiges Areal für Eure Touren in der Zukunft entdeckt. Ihr werdet sehen, dies ist kein Geheimtipp. Der Osten Hamburgs ist ein echtes Fahrradparadies und Ihr werdet dort viele andere Rennradfahrer treffen und später auf Eurer Strava Map sehen können.
Vorschläge und Feedback wie immer in die Kommentare!

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