Bikepacking Packliste für das Rennrad

Training und Touren Bikepacking Bikepacking Packliste für das Rennrad

Auf meiner Bikepacking Tour mit dem Rennrad von Hamburg nach Riva del Garda und nach Füssen zurück habe ich einiges an Erfahrungen gesammelt, zum Beispiel was man alles dabei haben muss wenn man mit dem Rennrad auf Bikepacking Tour geht. Ich habe nur das nötigste eingepackt und nur eine einzige Sache mitgenommen, die ich nicht benutzt habe. Achtung Spoiler: Es war die Badehose.

Auf meiner letzten Bikepacking Rennrad Tour im Oktober 2020, bin ich zu weiten Teilen den Bodensee Königsee Radweg gefahren und habe nur in Pensionen geschlafen. damit konnte ich natürlich noch etwas Platz sparen, weil ich kein Zelt und keinen Schlafsack mitnehmen musste. Dafür hatte ich - auf Grund der kühleren Temperaturen - Turnschuh statt Badelatschen mit und Turnschuhe nehmen leider viel mehr Platz als Badelatschen weg, deshalb hat man die Gepäckersparnis nicht wirklich gemerkt. Turnschuhe sind einfach mal so groß wie ein Zelt 😳

Ich habe nur die Badehose nicht benutzt!

Die Kunst des sparsamen Packens

Am wichtigsten finde ich, was man wo in den Bikepacking-Taschen am Rennrad verstaut, deshalb möchte ich mich in diesem Beitrag an Packtaschen entlanghangeln. Falls Du eine Frage haben solltest, kannst Du diese wie immer in den Kommentaren stellen.

Welche Packtaschen wo am Rennrad

Das letzte Foto der Tour, mein Bikepacking-Rad
Das letzte Foto der Tour, mein Bikepacking-Rad

Wie bereits in meinem Reisebericht beschrieben, bin ich mit meinem Rennrad mit 25mm Straßenbereifung auf meine große Tour gefahren. Auf Grund meiner Routenplanung würde ich beim nächsten mal lieber auf breitere Reifen zurückgreifen wollen, eher so im Gravel Style, aber 25mm und 28mm Reifen gehen auf jeden Fall auch wunderbar. Eine Bikepacking-Tour wird nicht schöner wenn Du möglichst viele Kilometer am Tag fährst, sondern weil Du schöne Wege durch Wald und Wiesen nimmst.

Das Bikepacking-Rennrad verführt auf solchen Touren zwar zum rasen, ich habe mir aber nach einigen Tagen mehr Zeit für die Etappen und die Natur genommen. Beim nächsten mal breitere Reifen zu nehmen war zumindest für mich eine der Haupterkenntnisse der Tour, es ging aber auch problemlos mit den 25mm Reifen. Absolut kein No Go!

Nachtrag: Nach einigem hin und her bin ich bei 28mm bis 30mm Reifen Gelandet. Beim Bikepacking mit dem Rennrad genieße ich immer die Streckenteile auf denen ich auf Asphalt ordentlich Kilometer machen kann. Die Waldwege sind dann eine willkommene Abwechslung.

Auf dem Bild oben sieht man ganz gut welche Tasche ich wo am Rennrad angebracht habe, aber natürlich möchte ich noch loswerden welche Taschen ich verwendet habe. Hauptsächlich habe ich die Packtaschen aus der Expedition Serie von Apidura benutzt, dass hatte folgenden Grund.

  1. Berichte von anderen Bikepackern waren durchweg positiv
  2. Die Taschen dieser Serie sind sehr stabil
  3. Die Expedition Serie ist 100% Wasserdicht
  4. Extra für Rennrad Rahmen gemacht

Tatsächlich war für mich am wichtigsten, dass die Taschen zu 100% Wasserdicht sind und ich kann das auch nur bestätigen. Für meine nächste Tour möchte ich noch eine oder zwei Foodpouch und ein größeres Top Tube Bag haben.

Was wurde in welcher Tasche verstaut

Um Die Liste Komplett zu machen muss ich ja auch noch schreiben was ich zum Zeitpunkt der Abfahrt an hatte.

  • Bib Shorts
  • Baselayer kurz
  • Armlinge
  • Socken
  • Trikot
  • Weste
  • Halstuch

Expedition Saddle Pack 17L

Apidura EXPEDITION SADDLE PACK 17L
Apidura EXPEDITION SADDLE PACK 17L

Beim Saddle Pack hatte ich mich für die größte Variante von Apidura entschieden. Mit einem Packvolumen von 17L bekommt man da schon einiges rein.

  • 1x Bib Shorts
  • 1x Baselayer kurz
  • 1x Trikot
  • 2x Socken
  • 1x Unterhose
  • 1x kurze Hose
  • 1x Jogginghose
  • 1x Badelatschen
  • 1x Badehose
  • 1x Longsleve
  • 1x Daunenjacke (lässt sich auf ca. 5x8cm quetschen)
  • 1x Regenjacke
  • 1x T-Shirt
  • 1x Tight für kältere Tage
  • kleines Mikrofaser-Handtuch

Damit war das Saddle Pack auch schon gut gefüllt, aber es war auch noch genug Platz um meine Weste rein zu bekommen.

Frame Pack

Mein Frame Pack habe ich schon länger und habe es auch schon auf Marathons wie der MSR 300 benutzt, um immer alles mitzubekommen. Andere Rennradfahrer fragen mich dann warum ich so eine große Tasche mitnehme, aber ich verzichte eben nicht gerne auf irgendwas. Das Frame Pack fügt sich sehr gut in den Rennrad-Rahmen ein, stört überhaupt nicht und bietet viel Platz.

Apidura Frame Pack
Apidura Frame Pack

Auf meiner Bikepacking Tour mit dem Rennrad hatte ich folgendes im Frame Pack verstaut.

  • Continental GP 4000 S2 (25mm)
  • Kettenöl
  • Sonnencreme
  • Zahnbürste
  • Zahnpaste
  • Rasierer
  • ein Paar Riegel
  • Ein Fahrrad Kettenschloss
  • Ein Kabelschloss
  • Ibuprofen
  • Apple Stecker
  • USB Stecker
  • Multitool
  • 2x Inbusschlüssel
  • Kabelbinder
  • Pferdesalbe

Top Tube Pack

Das Top Tube Pack habe ich eigentlich immer am Rennrad, auch an meinem Aero, dann aber vorne auf dem Oberrohr. Dort habe ich immer einen Ersatzschlauch, Luftpumpe und selbstklebende Flicken mit auf jeder Runde. Für meine Bikepacking-Tour habe ich die Tasche an der Sattelstange ausgerichtet, damit ich immer an mein Flickzeug komme und vorn platz für eine weitere Tasche ist.

  • 2x Schläuche
  • 3x Reifenheber
  • 1x Luftpumpe
  • eine Packung Selbstklebende-Flicken

Explorer Smart

Die Explorer Smart von SKS habe ich mir erst auf der zweiten Etappe meiner Tour gekauft. Zuvor hatte ich die Vaude Carbo Glide montiert. Ich habe aber keine Ahnung wer sich diese doofe Hülle oben drauf ausgedacht hat, die stört total beim Radfahren, echter Mist. Also habe ich die Vaude bei der ersten Gelegenheit getauscht und entsorgt. Wie gesagt, ich hätte gerne einen Brief an Vaude geschrieben, am Ende einer Tour ist die Energie für sowas aber nicht mehr da 😉

SKS Explorer Smart
SKS Explorer Smart

In der Explorer Smart hate ich folgende Utensilien verstaut.

  • 2x Powerbank
  • Mini USB Kabel
  • iPhone Kabel
  • Kopfhörer (Kabelgebunden)
  • iPhone (in der Hülle oben drauf)

Expedition Handlebar Pack & Accessory Pocket

Meinen Lenker hatte ich zugegebenermaßen schwer beladen. An Taschen hatte ich ins Gesamt drei Taschen verstaut. Das Handlebar Pack, das Accessory Pocket und einen Wasserdichten Sack den ich einfach zwischen die Taschen geklemmt hatte. Mit diesen Taschen wird Dein Rennrad zwar eher zum Windfänger, aber irgendwo muss ja alles verstaut werden. Für den Fall, dass man ohne Zelt fährt, kann man das bestimmt etwas optimaler gestallten.

Apidura Handlebar Pack & Accessory Pocket
Apidura Handlebar Pack & Accessory Pocket

Handlebar Pack

  • Zelt
  • Gestänge
  • Bodennägel

Wasserdichter Sack

  • Schlafsack

Accessory Pocket

  • Essen
    • Riegel
    • Landjäger
    • ...
  • Portemonnaie
  • Kleinkram den ich mit mir rumschleppte

Das war schon alles was ich mit hatte! Eigentlich nicht viel, aber ich sehe noch etwas Potential.

Dinge die ich beim nächsten mal weglassen würde

  • Wie schon erwähnt, die Badehose. Zur Not könnte man auch einfach die kurze Hose zum Baden nehmen.
  • Die in der Tasche verstauten Ersatz Rad-Klamotten: 1x Bib Shorts, 1x Baselayer kurz und 1x Trikot. Man schafft es auch die Klamotten am Abend zu waschen und bis zum Morgen wieder zu trocknen. Ich habe während meiner Bikepacking-Tour immer nur saubere Klamotten transportiert.
  • Beim nächsten Mal würde ich auch das Zelt Zuhause lassen. Auf einer Reise würde ich immer eine Pension oder Hotel vorziehen und wenn ich wirklich Kilometer reißen möchte, dann wird's beim nächsten Mal der Biwaksack. Habe ich noch nie gemacht, möchte ich aber lernen.

Fazit

Ich war auf meiner Bikepacking Tour mit dem Rennrad sehr gut ausgestattet. Die Taschen von Apidura kann ich sehr empfehlen (nein, ich werde nicht gesponsert). Sie sind Stabil und 100% Wasserdicht. Jetzt möchte ich mal etwas ins Biwak Business schnuppern und bin gespannt wie ich beim nächsten Mal starten werde. Falls Du noch genaue Fragen hast, kannst Du diese gerne wie immer in den Kommentaren stellen. Ich antworte so schnell wie möglich.

7 Kommentare

  1. Hi Raimund!
    Danke für deinen ausführlichen Blogeintrag. Nach meinem Gravelbike habe ich mir nun endlich auch ein Voll-Carbon-Rennrand gekauft, um auch mal leicht und flott unterwegs zu sein auf Tour. Hattest du Probleme mit deinem Carbonrahmen und deinem Gewicht von ca. 15Kg? Ich kann nicht abschätzen wie viel Gewicht ein Carbonrahmen aushält…
    Freue mich über Antwort!
    Best
    Helen

    1. Hallo Helen,
      danke für Deinen Kommentar. Herzlichen Glückwunsch zum neuen Renner, ich liebe Carbon Renner, da diese einfach ein anderes Fahrgefühl bieten und mittlerweile ja auch in komfortablen Ergonomien erhältlich sind. Wie hoch das Systemgewicht bei Deinem Rad sein darf erfährst Du beim Hersteller und das steht auch eigentlich immer in der Produktbeschreibung. Die meisten Hersteller geben als zulässiges Systemgewicht 120 – 130 kg an, ich habe einzig bei den Lite Modellen von Rose 110kg gesehen. Systemgewicht bedeutet:
      Fahrer + Rad + Zuladung
      Da ich (je nach Saison Zeitpunkt) zwischen 90 und 95kg wiege, habe ich mich damit natürlich auch schon beschäftigt. Die Rahmen halten deutlich mehr aus, diese Beschränkungen resultieren eher aus der Laufradkombination. Die Fahrer sind da bei den meisten Händlern ja ziemlich frei in der Konfiguration und da sichern sich die Hersteller einfach ab um Garantiefälle zu vermeiden.
      Ich habe mich letztes Jahr mal mit einem Produktmanager von Canyon unterhaltend der meinte: Rennräder und Gravel Bikes durchlaufen die selben Tests, weil es einfach keine unterschiedlichen Teststrecken gibt und die Belastbarkeit von Carbon und Alu ist nicht mehr unterschiedlich.
      Man muss nur mal einen Blick auf die Mountainbike Rennen werfende fahren alle Carbon. Ich habe mir auch gerade ein neues Tourenrad auf Gravelbasis bestellt und das in voll Carbon, ich vertraue da also voll drauf. Carbon ist nur noch empfindlicher, wenn es um Schläge geht die punktuell einwirken. Also zum Beispiel ein ein Sturz im Gelände und ein spitzer Stein schlägt in den Rahmen.
      Packtaschen:
      Ich verwende nur Packtaschen mit Klettverschlüssen, da gibt es natürlich keine Befestigungsprobleme. Es gibt auch Packtaschen die mit einem Gestänge kommen und am Rahmen angeschraubt werden, da muss man in jedem Fall den Händler fragen und einen Drehmoment-Schlüssel zum befestigen benutzen. Ein Drehmomentschlüssel ist bei Carbon sowieso Pflicht!

      Ich hoffe, dass hilft Dir schon mal weiter. Wenn Du unter 90kg wiegst musst Du Dir also überhaupt keine Gedanken machen 😉

      Viel Spaß und Gruß, Raimund.

  2. Hallo und guten Morgen, habe soeben Deinen tollen Bericht gelesen, plane ähnliches. Nur eine Frage: ich fahre ziemlich viel im Wiegetritt, scheuern bei Deinem Equipment die Oberschenkel oder Knie an den Taschen? Das wäre für mich ein absolutes Ausschlußkriterium. Danke und Gruß, Thomas

    1. Moin Thomas.

      Die Taschen die an Oberschenkel und Knien reiben könnten sind absolut fest und da wackelt nichts! Ich hatte auf meiner Bodensee-Königsee Tour das Phänomen, dass ich mir auf 800km meine Shorts spröde gerieben habe und zwar an der kleinen Tasche an der Sattelstange, hatte ich vorher aber nie.

      Bedeutet: Ich bin entweder dicker geworden, oder ich hatte zu viel in der Tasche. Ich befürchte ersteres 😉

      Deshalb habe ich mir eine neue Tasche für das Oberrohr gekauft. Diese siehst Du hier in der ersten Galerie: https://rennrad-hamburg.de/bikepacking-teil-5-pause-in-venedig-und-ab-in-die-dolomiten/
      Teuer, wie alles von Apidura, aber echt super!

      Natürlich wackelt die Arschrakete (Saddle Pack) im Wiegetritt und ich habe noch keine gesehen die nicht wackelt, aber das merkt man nicht. Auch nicht mit dem Gravel im Gelände.

      Beim Frame Pack musst Du dir keine Sorgen machen, dass du da mit den Knien ran stößt, meine absolute Lieblingstasche!

      Ich wünsche Dir viel Spaß und Erfolg auf Deinen Touren!

      Gruß, Raimund.

      1. Vielen Dank für die Info, dann werde ich mich mal ins Radgeschäft begeben, wir haben hier gute Auswahl, herzliche Grüße und weiterhin erfolgreiche Bikepackinerlebnisse, Thomas

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