Kettenwachs oder Kettenöl

Kettenwachs erfreut sich immer größerer Beliebtheit unter Fahrradfahrern und auch unter sportlichen Fahrern verbreitet sich Kettenwachs immer mehr. Bisher war das wachsen einer Fahrradkette allerdings sehr aufwendig.

  • Die Kette musste abgenommen werden
  • Wachs musste auf dem Herd geschmolzen werden
  • Die Kette in Wachs gebadet werden

Der Kettenwachs-Hersteller Optimize behauptet diese aufwändige Prozedur überflüssig gemacht zu haben, ohne dabei auf die Vorteile von Kettenwachs verzichten zu müssen. Ich darf das Produkt testen und möchte hier meine ehrlichen Erfahrungen mit Euch teilen.

Optimize Graphen Kettenwachs

Warum Kettenwachs

Ich gebe zu, wenn es um mein Rennrad oder Gravel geht bin ich nicht wirklich experimentierfreudig. Bevor ich etwas probiere recherchiere ich erst einmal ausgiebig im Netz. Kettenwachs kann für mich aber ein großes Problem lösen.

Welches Problem löst Kettenwachs

Wie Ihr wisst, fahre ich für mein Leben gerne Gravel und gehe auf Bikepacking Touren. Am allerliebsten mache ich aber beides in Kombination. Das große Problem bei geölten Ketten und Gravel: Die Kette sieht auch schon nach 20 km aus wie sau und muss sofort gereinigt werden. Die Erde, der Sand und sogar kleine Steinchen und Holz bleiben an der Kette kleben und sorgen für einen hohen Verschleiß.

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Normalerweise kann ich Zuhause mein Rad mit dem Gartenschlauch reinigen und dann ist der Dreck kein Problem, auf einer Bikepacking Tour ist das aber nicht möglich! Ich wische dann die Ketten sauber und mache erneut etwas Öl drauf, in eine Waschanlage zu fahren wäre mir zu aufwändig. Genau für dieses Problem, soll der Kettenwachs von Optimize eine Lösung bieten.

Ich konzentriere mich in meinem Test auf das Produkt Optimize Graphen.

Graphen ist das Premiumprodukt von Optimize.

Kettenwachs Test

Wenn dieses Kettenwachs wirklich eines meiner Probleme auf Reisen löst, lohnt es sich schnell mit dem testen zu beginnen. Meine nächste Reise startet in zwei Wochen 😉

Die Versprechen sind groß:

  • Schmutzabweisend
  • Geringerer Verschleiß als bei Kettenöl
  • Die Kette muss nicht gereinigt werden (selbstreinigend)
  • Umweltfreundlich

Der Hersteller verspricht, dass das Wachs den Schmutz bindet und dann einfach abfällt. Nach ca. 150 km muss die Kette neu gewachst werden. Genau hier bietet Optimize mit seinen Produkten Graphen und Graphit einen Vorteil gegenüber den meisten anderen Kettenwachsen auf dem Markt:

Optimize Kettenwachs lässt sich auftragen wie Kettenöl!

Optimize Kettenwachs

Kettenwachs auftragen

Vorbereitungen

Meine Kette (Dura Ace/XTR 11-Fach) an meinem Gravel ist noch recht neu, erst ca. 1.400 km runter. Ich hatte sie gewechselt als ich mir die neue Kassette (XT, 11-42) ran gemacht hatte. Ich reinigte sie zwei mal, mit Kettenreiniger und Gartenschlauch, um das Kettenöl komplett runter zu bekommen und einen möglichst realistischen Test machen zu können. Ich wischte die Kette noch mit einem alten Geschirrtuch ab und dann sah sie fast wieder aus wie neu!

Kettenwachs auftragen

Der Hersteller weist in seiner Anleitung ausdrücklich darauf hin, dass das Kettenwachs nicht nur auf die Kette, sondern vor allem in die Kette muss. Allerdings ist das bei dem Kettenwachs von Optimize kein Problem. Das Kettenwachs lässt sich auftragen wie Kettenöl, also einfach die Kette von oben beträufeln und einfließen lassen. Bevor das Kettenwachs trocknet ist die Flüssigkeit weiß, dass erleichterte es mir zu zu sehen wo ich auf der Kette bereits war.

Das Prozedere ist also das selbe wie bei Kettenöl, das Wachs benötigt nur etwas länger zum trocknen. Wie groß die Trockenzeit in der Praxis ist, habe ich noch nicht getestet. Ich verspreche, im Urlaub werde ich die Trockenzeit penibel beobachten!

Meine Erwartungen an den Test

Ganz ehrlich? Ich bin mittlerweile zwar schon sehr tief im Thema, aber noch weit davon entfernt mich einen Fachmann nennen zu dürfen 😉 Deshalb werde ich wahrscheinlich wenig über den Verscheiß währen der Testphase erzählen können, es sei denn es passiert wirklich etwas negatives - dass erwarte ich aber nicht.

Viel mehr geht es mir um den praktischen Vorteil von Kettenwachs auf meinen Bikepacking Touren.

  • Eine möglichst saubere Kette
  • einfaches nachwachsen ohne großes putzen

Erfahrungsbericht und Ergebnisse

Das Kettenwachs habe ich jetzt erst ein paar Tage drauf und kann natürlich noch nichts sagen, außer: Ich erkenne bisher (ca. 130 km) keinen Unterschied. Das ist aber schon mal ein positives Ergebnis. Ich möchte Euch in den nächsten Wochen und Monaten an dieser stelle gerne auf dem laufenden halten und werde Euch berichten wie gut es mit dem Kettenwachs auf meiner zwei Wochen langen Reise geklappt hat.

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Kettenwachs auf meiner Bikepacking Tour

Ich bin gerade frisch von meiner Bikepacking Tour diesen Sommer zurück. Ich Bikepacken in Frankreich, der Schweiz und in Deutschland. Um es kurz zu machen: Ich bin total begeistert vom Kettenwachs auf Reisen!

Ich bin total begeistert vom Kettenwachs auf Reisen!

Ich habe die Kette immer alle 100 - 150 km frisch gewachst. Meistens am Abend, damit das Wachs gemütlich zwischen die Glieder kriechen kann. Meine Erfahrung: Nach spätestens 150 km muss die Kette auch unbedingt gewachst werden! Zugegeben, Öl hält länger auf der Kette, aber die Vorteile von Wachs sind nicht außer Acht zu lassen.

Wie sah die Kette denn aus

Sehr begeistert war ich, dass das Versprechen des Herstellers - Optimize - tatsächlich Realität wurde, die Kette Reinigte sich wie von selbst. Mein Kollege, mit dem ich unterwegs war, benutzte wie immer Öl und seine Kette sah sehr schnell schrecklich aus. Matsch, Erde, Staub, Stöcker und Steinchen klebten schnell fest. Als nach einer Woche die Glieder kaum noch zu erkennen waren, hat er sich einen Dampfstrahler gesucht.

Fazit

Auf Reisen wird das Kettenwachs auf jeden Fall mein Begleiter werden. Ich bin begeistert davon, dass meine Kette zwei Wochen lang ohne Reinigung ausgehalten hat. Das Wachs hält also, was der Hersteller verspricht, den Umweltaspekt mal ganz außer Acht gelassen.

Mindestens für Bikepacking Touren und Radreisen ist Das Kettenwachs also mein absoluter Tipp!

5 Kommentare

  1. Hallo Raimund,
    Erstmal vielen Dank für Deinen Bericht.
    Zu diesem Wachs-Trend: Wie soll das auf Dauer funktionieren? Öl hat Fließfähigkeit, d.h. wird es durch Bewegung im Kettenglied weggedrückt, fließt es wieder zurück. Wachs hat das nicht. Einmal weggedrückt bleibt es weg. Der Mechaniker in mir sagt: Evtl. ist der Verschleiß an der Kette geringer, aber am Blatt oder an den Ritzeln deutlich höher. Und diese Teile sind teuer.
    Und mal ehrlich: Ich fahre so viel Offroad mit dem Rad, das Stöcker oder Steine an meiner Kette geklebt haben, habe ich noch nie gesehen. Wie Öl muss man da drauf hauen? Wie auf einen Bagger?

    1. Moin Tim, vielen Dank für Dein ehrliches Feedback.
      Ich glaube auch nicht, dass Wachs die Eierlegendewollmilchsau ist. Wenn ich Zuhause meine Touren Fahre, putze ich das Rad danach halt. Auf meiner letzten Reise (14 Tage) fand ich das Wachs sehr gut, weil die Kette nicht wirklich dreckig wurde, dafür musste ich alle 150 km nachschmieren.

      Für mich ist es auf jeden Fall eine tolle Alternative für Reisen, zuhause kann ich auch putzen wenn es Not tut.

      Ach ja: Und es gibt mit Wachs keine Waden-Tattoos mehr 😀

    2. Hi Tim,

      Hier meine kurze „Wissenschaftliche Antwort“ dazu:
      der Verschleiß an den Ritzen und Kettenblättern kommt nicht direkt durch die Reibung mit der Kette zustande. Im Inneren der Kette schleift sich die Kette etwas ab, deshalb längt sich die Kette auch mit zunehmender Kilometerzahl. Durch zunehmende Längung sind die einzelnen Abstände zwischen den Rollen zu lang um richtig zwischen die Zähne der Ritzel/Kettenblätter zu passen, erst dann kommt es zu erheblichen Verschleiß/Reibung zwischen Kette und Kettenblättern.

      Und was macht Wachs da anders?
      => Problem bei Öl, durch die tollen Kricheigenschaften gelangt der Dreck auch direkt in das Innere der Kette und wirkt dort wie Schleifmittel => Kette längt sich schneller => Verschleiß steigt.
      Wachs bleibt sauber und fließt nicht.

      Gewächse Ketten / Komponenten halten meist mehr als doppelt so lang wie geölte Komponenten.

      Ich würde es empfehlen einfach mal selbst Wachs zu testen.

  2. Ich verfolge die Diskussion über den Gebrauch von Wachs schon länger, habe damit aber noch keine eigenen Erfahrungen gemacht.

    Persönlich bin ich von Öl jedoch ganz weggekommen und könnte mir höchstens beim Ausprobieren einer anderen Kette als der gewohnten cn 6701, falls diese im Neuzustand trocken daherkäme, einmal welches zu benutzen.

    Kettenpflege funktioniert bei mir durch Aufsprühen von WD 40 in ein Tuch, mit dem ich die Kette umfasse und rückwärts laufen lasse.
    Anschließend benutze ich einen anderen Lappen, den ich zunächst als Schutz über die Kettenstrebe lege und sprühe wenige Glieder der Kette mit einem Technikspray für Antriebsketten ein.
    Sodann lasse ich die Kette im Lappen nochmals rückwärts laufen.

    Der gesamte Vorgang dauert keine zwei Minuten und will alle paar Hundert Kilometer wiederholt werden.

    Die Kette ist optisch immer sauber und verrichte ihren Dienst quasi reibungslos über 10 Tsd. Kilometer.

    Da ich meine gesamten Komponenten des Antriebs, die ich bis auf die Kette gebraucht kaufe, dann austausche, erübrigt sich für mich die leidige Diskussion des Kettenwechsels wegen Längung usw. , solange der Antrieb auf die beschriebene Art und Weise perfekt funktioniert, lG Fleder.

    1. Moin Fleder, danke für Dein geteiltes Wissen. Den Ansatz mit WD 40 finde ich ja echt abgefahren! Tatsächlich scheint das Vorgehen ja den selben Zweck zu erfüllen wie für mich der Wachs: Eine saubere Kette.
      Wenn mein Wachs leer ist, werde ich mit Deinen Ansatz mal ansehen und ggf. testen.

      Vielen Dank noch mal, Raimund.

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