Bikepacking in Frankreich, der Schweiz und in Deutschland – Teil 1

In diesem Sommer haben wir mal Straßenreifen auf unsere Gravel Bikes gezogen und haben uns auf den Weg in Richtung Frankreich gemacht. Es ging für uns durch die Vogesen und danach durch das Wallis in der Schweiz, bevor wir über den Bodensee wieder nach Deutschland kamen und einen kleinen Abstecher ins Allgäu gemacht haben.

Bikepacking 2022
Ich und mein Pearl Gravel SL

Vorbeitung

Dieses Jahr wollten wir (Marcus und ich) weniger Gelände und mehr Wege und Straßen fahren. Nach unserer etwas extremeren Gelände und Gravel Tour im März wollten wir auch mal wieder wissen wie es sich auf Straßenreifen anfühlt eine Bikepacking Tour zu machen :D. Wir haben uns GP 5000 in 32mm aufgezogen und damit ist man schon sehr flott unterwegs, zumindest schneller als mit 47mm Geländereifen und trotzdem kann man mit diesen Reifen so ziemlich alles fahren.

Ich habe mir vorn, an die Gabel, noch zwei zusätzliche Flaschenhalter gemacht, weil ich immer viel trinke und deshalb immer angst habe, dass mir das Trinken ausgeht. Damit bin ich übrigens sehr zufrieden! Ich habe jetzt vier mal 0,75 L Flaschen am Rad, mit drei Litern komme ich eine ganze Zeit aus. Alles andere an Equipment habe ich bereits, weshalb für mich das Bikepacking immer einfacher wird. Die Erfahrung macht es eben.

Anreise zum Start

Wir sind mit der Bahn von Hamburg bis nach Karlsruhe gefahren.

Am Hamburger Hauptbahnhof
Am Hamburger Hauptbahnhof

In Karlsruhe ging es dann am nächsten Morgen los.

Komoot Collection zur Tour

Wie immer habe ich eine Collection bei Komoot mit allen gefahrenen Etappen angelegt, lasst Euch inspirieren 😉

Etappe 1 - Karlsruhe bis Mutzig

Bereits in Hamburg hatten wir gecheckt wie das Wetter denn in Süddeutschland sein soll und wir wurden nicht enttäuscht: Es war verdammt heiß! Im Hotel in Karlsruhe haben wir erst einmal gut gefrühstückt, ich liebe Buffet einfach! Danach ging es wohlgenährt auf die bepackten Fahrräder und wir bewegten uns in Richtung Rhein. Bei dem Wetter waren die Warteschlangen an den Freibädern schon Morgens sehr lang. Nach 13 km kam schon unsere erste Pause, denn wir hatten gerade die Fähre über den Rhein verpasst.

Warten auf die Fähre
Warten auf die Fähre

Auf der anderen Uferseite des Rheins, ging es noch satte drei Kilometer durch Deutschland und schon waren wir in Frankreich. Gemerkt hatten wir es allerdings erst nach 30 km, als wir einen Café trinken wollten.

Immer flach den Rhein entlang

Es ging an diesem Tag immer flach am oder in der Nähe des Rheins entlang, eine gute Etappe zum einfahren eben. In dieser Region sind richtig schöne Radwege. Meist geteert, aber auch immer wieder mit schönen Schotter Abschnitten. Es waren weit über 30°C und ich war sehr froh über meine zwei zusätzlichen Flaschenhalter. Nach 60 km hielten wir an einem Supermarkt, nach warmen Essen war uns bei dieser Hitze eh nicht. Wir holten uns beide einen Salat und aßen diesen in dem kleinen Bäcker im Supermarkt. Hier war es klimatisiert und die kühle Luft tat wirklich sehr gut.

Hier trafen wir noch ein junges Pärchen aus Deutschland, welches ihre erste Gepäck Tour auf Ihren Gravel Bikes machte. Sie hatten aber die Etappen vorgeplant und nicht mehr ganz so weit wie wir. Im Supermarkt hatten wir uns auch mit etwas Verpflegung eingedeckt und was ich für mich entdeckt habe, ist die Salatgurke!

Gurke als Verpflegung, super.
Gurke als Verpflegung, super.

Kann ich wirklich sehr empfehlen. Man hat etwas im Magen und bekommt auch noch reichlich Flüssigkeit.

Mindestens bis Straßburg

Wir hatten uns vorgenommen, dass wir Heute mindestens bis nach Straßburg fahren werden. Straßburg hatten wir nach knappen 100 km erreicht und die Strecke war wirklich sehr schön. Viele Fahrradwege! Einmal fuhren wir durch ein Kieswerk und danach waren wir an einem kleinen schönen Bach mitten im Wald.

In Straßburg machten wir noch eine kurze Kaffeepause um zu gucken wo es Heute noch hingehen soll. Da wir sehr flott vorankamen beschlossen wir noch 25 km weiter bis nach Mutzig zu fahren. Mutzig lag auf unserem Weg in die Vogesen und dass bedeutete, dass wir vom Rhein weg ins Landesinnere fahren.

Endspurt nach Mutzig

Hinter Straßburg bewegten wir und nun also nicht mehr ausschließlich Richtung Süden, sondern bogen nach Süd-West ab. Wir fuhren lange Zeit an einem kleinen Kanal entlang, der eher an die Niederlande erinnerte.

Kleine Kanäle
Kleine Kanäle

Wie Ihr auf dem Foto erkennen könnt, war der Kanal immer wieder von alten - nicht mehr betriebenen - Schleusen unterbrochen. Wirklich sehr schön und mein Wassersportler-Herz fühlte sich an alte Zeiten erinnert.

Nun war es nicht mehr weit, aber immer noch unglaublich heiß. Am frühen Abend kamen wir an unserem Hotel in Mutzig an. Sehr schön gelegen und die Hotelpreise in Frankreich sind extrem fair!!!

Mutzig
Mutzig
120 km von Karlsruhe bis Mutzig
120 km von Karlsruhe bis Mutzig

Etappe 2 - Heiß und wunderschön

Von Mutzig nach Saint Die

Brunnen
Brunnen

Mutzig liegt direkt am Rand der Vogesen, weshalb es fast den ganzen Tag bergauf ging. Es war unglaublich heiß - wir wollten es ja so - und die Natur wurde einfach immer schöner. Berge eben, einfach wunderschön. Die Vogesen sind ein Mittelgebirge, die Berge nicht so hoch wie in den Alpen, aber dass nimmt den Anstiegen nicht ihren Reiz. Wunderschön war der ständige Wechsel zwischen engen Tälern und den Wiesen auf den Bergkuppen. Ganz besonders haben mir die Brunnen gefallen, an denen Marcus endlich mal seinen Wasserfilter einsetzen konnte.

In den Vogesen

Es ging die ersten 55 km immer nur bergauf. Ab und zu auf der Straße, aber auch immer wieder auf schönen Waldautobahnen oder Schotter-Strecken. Irgendwie hatte Marcus mehr Pech mit seinen Reifen als ich, denn er hatte auf der gesamten Tour 6 Reifenpannen!

Eine Panne von vielen
Eine Panne von vielen

Später auf der Tour hat Marcus dann fest gestellt, dass sein Reifen einen Fehler hatte. Ein Draht aus dem Reifen, hat an einer Stelle in den Schlauch gestochen. Wir machten an diesem Tag auch unseren ersten französischen Pass.

Col d'Hermanpaire
Col d'Hermanpaire

Wir hatten ein kleines Hotel in Saint Dié, wo wir die letzten 20 km nur noch hin rollen mussten.

In Saint Dié gab es Abends kein Restaurant das noch Platz für uns hatte, weshalb wir uns eher mit Fast Food zufrieden geben mussten. Aber was soll's, die Wampe will ja genährt werden.

75 km von Mutzig nach Saint Dié
75 km von Mutzig nach Saint Dié

Etappe 3 - Temperaturen erträglicher und Höhenmeter gemacht

Von Saint Dié nach Saint Maurice sur Moselle

In Saint Dié ging es erst einmal zu Decathlon, am Ortsrand. Wir mussten unsere Ersatzschläuche wieder auffüllen und konnte Marcus sein Rad noch einmal ordentlich aufpumpen. Wir sind also erst einmal eine Ehrenrunde durch die Stadt gefahren, bevor wir wieder in die Natur kamen. Das Profil war die ersten 10 km flach bis entspannt, bevor es dann in die Steigungen ging (weshalb ich leider auch wenig Fotos habe 😀

Wir sind noch an dem Place des Cyclistes vorbei gefahren, sowas hatte ich zuvor auch noch nicht gesehen.

Fast ein kleines Museum!

Gérardmer

Unsere Mittagspause wollten wir in Gérardmer machen. Ein See in den Vogesen, bei dem wir erwartet hatten dass es Restaurants gibt. Zum Glück täuschte uns unser Instinkt nicht. Wir konnten direkt am Ufer sitzen und essen.

Gérardmer
Gérardmer

Nachdem unsere Mägen wieder gefüllt waren, machten wir uns zum nächsten Supermarkt auf um unsere Flaschen erneut mit Wasser zu füllen.

Mit Tee über die Berge

Während der ersten beiden Etappen hat uns schon wahnsinnig das warme Wasser in den Flaschen genervt. Das Wasser wird die ganze Zeit durch die Sonne erwärmt und schmeckt dann überhaupt nicht mehr. Wir kamen auf die Idee einfach Teebeutel in die Flaschen zu hängen, war eine Weltklasse Idee!

Teebeutel im warmen Wasser
Teebeutel im warmen Wasser

Nun ging hinter Gérardmer direkt wieder bergauf und es standen noch zwei Pässe auf dem Plan. Das schöne ist, man hat einfach immer einen grandiosen Ausblick auf die Landschaft, wenn man auf einem Berg steht.

Wir kamen am Nachmittag in Saint Maurice sur Moselle an, dort hatten wir eine wundervolle kleine Pension gebucht. Ein älteres Ehepaar, welches zwei gebuchte Zimmer hatte. Es gab extra für uns Abendessen und ein Hausgemachtes Frühstück. Da mein Französisch etwas eingerostet bis gelöscht ist, habe ich mich sehr gefreut dass die Gastwirtin perfekt deutsch gesprochen hat.

Das war ein anstrengender, aber wirklich sehr schöner Tag in den Vogesen.

75 km 1300 hm von Saint Dié nach Saint Maurice sur Moselle
75 km 1300 hm von Saint Dié nach Saint Maurice sur Moselle

Fazit

Dies waren die ersten drei Etappen unserer schönen Tour. Die Fortsetzung des Reiseberichts folgt!

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