Rennradfahren im Harz

Als Hamburger Rennradfahrer ist man ständig auf der Suche nach Bergen, zumindest geht es mir so. Was liegt da näher als ein Rennrad Urlaub im Harz. Da der Harz nicht so groß ist, habe ich einfach ein langes Rennrad Wochenende draus gemacht. Zu Meinem Glück wohnt meine Schwester bei Rhüden und so habe ich von dort aus drei Tagesausflüge gestartet.

Drei vollkommen unterschiedliche Touren mit ein paar kleinen Komoot Experimenten, haben mir ein wundervolles langes Wochenende beschert.

West Harz von Seesen aus

Am ersten Tag bin ich bereits am Vormittag mit dem Auto in Hamburg gestartet, sodass ich ich in Seesen um kurz vor 15:00 Uhr auf dem Rad saß und ich mich einradeln konnte. Meine Route hatte ich wie immer mit Komoot vorbereitet, im normalen Fahrrad-Modus.

Da ich ja später los kam und es der erste Tag war, habe ich mir nicht zu viel vorgenommen. 68 km sollten es werden um erst einmal in den Harz eintauchen zu können. Es ging die ersten 14 km zum einfahren nur über ein paar kleine Hügel, bis es in den Anstieg nach Bad Grund ging. Die nächsten 10 km ging es knackig bergauf. In Bad Grund erwartete mich dann eine Streckensperrung wegen Straßenarbeiten und ich musste einen kleinen Umweg über Nebenstraßen und zu meiner Freude auch über Kuh-Wiesen am Hang nehmen. Ich liebe tatsächlich diese kleinen Überraschungen und den Weg über Wiesen und Felder.

Ich musste Mein Rennrad im Anschluss noch einen kleinen Trail hochschieben bis ich wieder auf die Straße kam.

Im Anschluß führte mich meine Route durch das Innerste Tal von Süden nach Norden. Das Tal habe ich schon auf meinen Auto und Motorrad Ausflügen in der Vergangenheit lieben gelernt. Es geht durch die Ortschaften Wildemann und Lautenthal, bis es hinter der Innerstetalsprerre aus dem Tal heraus geht und man in Langelsheim rauskommt. Über die Hälfte der Fahrt durch das Tal kann man auf dem Innerste Tal Radweg fahren, wirklich sehr angenehm.

Hinter Langelsheim fährt man um die Berge rum, weiter Richtung Seesen. Immerwieder werde ich auf kleine Land- und Forststraße geführt und entdecke nette ruhige Orte.

An einer alten Bahnstrecke entlang
An einer alten Bahnstrecke entlang

Nach 68km komme ich wieder in Seesen an meinem Auto an. Das war mal ein richtig schöner erster Tag! Diese Tour und diesen Teil des Harz kann ich sehr empfehlen.

Oberharz

Am zweiten Tag wollte ich in den Oberharz, man hatte ich Pläne. Diese sollte ich aber später über den Haufen werfen, wie, was und warum? Kommt jetzt...

Stabkirche in Hahnenklee
Stabkirche in Hahnenklee

Ich für mit meinem Bully bis nach Hahnenklee, ein sehr schönes und gemütliches Örtchen im Harz. Ich parkte in der Nähe der Seilbahn, dort treffen sich immer sehr viele Mountainbike die mit in der Gondel mit dem Rad hochfahren und dann wieder runter rollen. Meine Route führte mich an der Stabkirche vorbei, die erste Sehenswürdigkeit also schon nach den ersten Metern. Meine Route führte mich durch den Wald auf Gravel Durch Bockswiese und dann an und um den Spiegeltaler Teich. Bereits am Spiegeltaler Teich, nach erst 5 km, merkte ich dass die Wege hier eher für Mountainbikes geschaffen sind. Die Landschaft war aber traumhaft und ich genoss sie wirklich.

Es ging nun bis Clausthal Zellerfeld weiter auf Gravelstrecken durch den Wald. Ich hatte Heute auf Komoot mal mit Fahrrad mit Schotter geplant, ich glaube ich wurde mit einem MTB verwechselt.

Weiter ging es auf einem wunderschönen Radweg (Schotter) Richtung Altenau. Der Radweg war eine offizielle Radroute durch den Harz und gilt auch als offizieller Wanderweg. In Altenau, am Alten Bahnhof in Altenau, stand ich plötzlich vor einer Absperrung. Hinter der Absperrung tat sich ein kleiner Campingplatz auf. Ich habe mir nichts dabei gedacht, weil der Campingplatz nur ca. 100m lang war und bin unter der Absperrung durch. An der anderen Seite erwartete mich ein höchst unfreundlicher Mitarbeiter. Nach langer Diskussion bin ich umgedreht und bin eine Umleitung gefahren, die mit kleinen, leider unauffälligen, Schildern gezeigt hat wo man lang konnte.

Der Umweg hat mich nicht so sehr gestört, aber der Typ war so unfreundlich, dass ich echt an mich halten musste 🧨 Auf der anderen Seite waren noch einige andere Radfahrer und Wanderer und alle haben sich über die Besitzer des Campingplatzes geärgert. Unglaublich von der Verwaltung-Altenau den Alten Bahnhof zu verkaufen und damit eine Harzer Wanderroute zu sperren. Wer hat Euch denn ins Gehirn ge******en???

Wer hat Euch denn ins Gehirn ge******en???

Hinzu kam, dass das GPS Signal in Altenau kaum vorhanden war und ich lange suchen musste um meine Route wieder zu finden. Also ich aus Altenau rausfuhr hatte ich ganze 22 km geschafft und war schon über 3 Stunden unterwegs. Nun ging es weiter über Singletrails, mit meinem Rennrad, Richtung Oberharz. Ich hätte an diesem Tag einfach mehr Straßen wählen sollen. Ich kam aus dem Wald und war höhe Dammhaus an der B242. Meine Route sollte mich nun ein ganzes Stück über die B242 führen, Richtung Brocken. Im Hoch Harz sind leider keine ordentlichen Radwege vorhanden und man muss zwischendurch mal Bundesstraße fahren, vielleicht hätte ich mir einen anderen Tag aussuchen sollen, es war nämlich Vatertag 👀

Ich fuhr also sofort weiter auf die B242, nach einem kurzen Stück fuhr ich auf einen Parkplatz und wärmt der Situation nicht wirklich zufrieden. Alles voller Motorrad Fahrer, die von Abstand halten leider nichts halten, und Wohnmobilen oder Auto mit Wohnwagen, die auf der rechten Spur unterwegs waren. Ich schwang mich noch einmal aufs Rad und wagte mich 4 Kilometer bergauf, es war die Hölle. Wieder einen Platz gesucht und dann umgedreht, ich hasse es solche Straßen zu befahren und dass noch an einem Feiertag. Sehr doof von mir, diesen Tag zu wählen!

Ich fuhr die Bundesstraße also bergab zurück und erreichte hier eine Spitzengeschwindigkeit von 78,2 km/h, bitte nicht meiner Frau erzählen 😂

Das war schon geil, so haben sich wenigstens die 4 km bergauf unter Todesangst gelohnt. Ich beschloss während der Abfahrt den Tag nun ausklingen zu lasse. Meine Mittagspause habe ich dann im Dammhaus gemacht und bin im Anschluss wieder zurück gefahren. Die Schöne Landstraße, die schönen Wege und die Gelassenheit, dass ich jetzt zurück fahre, haben mich wieder locker gemacht.

Alles in Allem ein schöner Tag, aber die Strecke war zu 50% nicht mal Gravel Bike geeignet und die Bundesstraße hat mir den Rest gegeben. Ich habe für mich entschieden und ließ mir dass später von anderen Rennradfahrern noch bestätigen, dass es schöner den Harz von außen zu befahren und nicht den Hoch Harz zu kreuzen. Mein ersten Tag war also unwissentlich gut geplant und mein zweiter Tag war dann eben etwas Lehrgeld 😉

So ging es dann gegen 17:00 Uhr zurück zu meiner Schwester und ich kam gerade noch rechtzeitig zum grillen!

150km Richtung Weser

Das schöne, wenn man an der West Seite des Harzes ist, ist dass man auch sehr schnell das Weserbergland erreicht. Als ich nach meinem Oberharz Erlebnis abends noch einmal bei Komoot nachsah was man am letzten Tag so fahren könnte, merkte ich dass es hier sehr viele schöne Ziele gibt. Ich orientierte mich Richtung Westen. An Hameln vorbei, die Weser überqueren und in Bad Pyrmont Mittag machen, dass war mein plan. Die Idee sollte sich als sehr gut erweisen.

Es ging zuerst über kleine Hügel an den Feldern entlang. Schöne Radwege und schöne Schotterstrecken, das fand ich sehr gut!

Nach ca. 50KM sollte es dann doch wieder in den Wald über Sigletrails gehen. Diese Abschnitte kosten immer irre viel Zeit. Langsam fahren oder schieben ist dann angesagt und einmal musste ich einen Umweg fahren, weil es den Weg von Komoot einfach nicht gab. Aber Abenteuer ist ja geil, Ihr wisst schon! Ein letzter deftiger Gravel-Abschnitt führte mich noch einmal über einen Berg, bevor es nach Bad Pyrmont abwärts ging.

In Bad Pyrmont gab es dann erst einmal eine Mittagspause beim Döner und praktischer Weise regnete es nur in diesen 30 Minuten, in denen ich Pause gemacht hatte. Dass nenne ich mal Glück!

Bad Pyrmont
Bad Pyrmont

Nach einem kurzen Abstecher im Kurpark ging es für mich auch schon wieder raus aus der Stadt. Die Rückfahrt hatte ich nun im Rennrad Modus geplant um nicht mehr durch den matschigen Wald zu müssen. Die Route hat mich dann die zwei wenigen Problembereiche umfahren lassen, einfach Top.

Die Tour ging super und ohne weitere Zwischenfälle zu Ende und ich war am Ende des Tages glücklich über meinen letzten Tag in dieser schönen Region.

Fazit Rennrad fahren im Harz

Die ganze Region kann ich nur jedem empfehlen! Sehr wichtig finde ich den Tipp, den ich leider zu spät bekommen habe, Ziele wie den Brocken von außen an zu fahren und nicht den Oberharz zu kreuzen. Mein letzter Tag Richtung Weserbergland gefiel mir beinahe noch besser und ordentlich Höhenmeter kann man dort auch sammeln.

Projekt Harz erfolgreich abgeschlossen und wieder was dazu gelernt!

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