Schweriner-Seen-Jedermann-Radrennen

Am 25. September stand bei mir das Schweriner-Seen-Jedermann-Radrennen im Kalender.

Bei dieser Veranstaltung bin ich schon letztes Jahr mitgefahren, allerdings nur die kurze Runde, die 50 km. Letztes Jahr war es ja auch meine erste Renn-Veranstaltung überhaupt.
Nachdem ich dieses Jahr bei den Cyclassics in Hamburg bereits die 100km Runde gefahren bin, habe ich mich in Schwerin natürlich auch für 91km (plus 6km zum Start und 6km nach der offiziellen Zeitnahme wieder zurück in Zentrum) gemeldet. Der Vorteil an diesem Rennen:
  • Schwerin ist nah an Hamburg
  • Nur ca 1.000 Starter
  • Schöne Landschaft ohne allzu große Steigungen

Der Tag des Rennens

Mein Wecker klingelte um 5:30 Uhr in der Früh. Schnell geduscht, gewaschen, angezogen und schon ging es los. Das Fahrrad hatte ich bereits am Vorabend im Auto verstaut, man will sich ja nicht am Renntag noch stressen 😉 Um die Uhrzeit kommt man natürlich noch super durch, aus dem Hamburger Zentrum habe ich 1 Std. 5 Min. bis zu Schweriner Schloss benötigt, so dass ich sogar 20 Min. zu früh an der Akkreditierungs-Stelle war. Die Herrschaften dort nahmen es sehr genau und obwohl der Stand voll besetzt war sagten sie, dass ich meine Unterlagen erst um 8:00 Uhr abholen könne. Also genoss ich ich noch ein wenig den Blick auf das Schweriner Schloss und den wunderschönen See bei Sonnenaufgang.
Kurz nach 8:00 Uhr ging ich zurück zum Meldezelt und siehe da: Eine Schlange! So zog sich die Akkreditierung noch etwas in die Länge. Gegen 8:30 hr war ich durch und ging zum Auto zurück, holte meine Klamotten und zog mich im Duschwagen erst einmal um. Es war noch ganz schön kalt in meiner kurzen Büchs, Pullover und Lederjacke blieben erst einmal an – sah bestimmt lustig aus 🙂

Rennen-Vorbereitung

Nun schraubte ich mein Vorderrad wieder dran und fummelte die Startnummer inkl. Transponder unter Zuhilfenahme der viel zu kurzer Kabelbinder, an meinen Lenker. Im Anschluss steckte ich noch die Startnummer an meinem Trikot fest. So! Nun zog ich mich auch komplett um, da es immer noch kühl war zog ich die Armlinge über. Ds war auch eine gute Entscheidung, die Armlinge habe ich nach ca. der hälfte der Strecke runter gekrempelt.

Der Start

Mittlerweile war ich schon mit meinem Rad auf den Veranstalltungs-Platz gerollt und nun ging es Richtung Startblock. Ich reihte mich ziemlich genau in der Mitte ein, später stellte ich fest dass ich auch noch etwas nach vorne gekonnt hätte. Etwa 5 Minuten später als geplant erfolgte dann der Startschuss. Die ersten 6km hieß es: Mit nicht mehr als 20km/h zum Start rollen und dort erfolgte dann ein fliegender Start. Das Feld war sehr gesittet und alle hielten sic an die Vorgaben.
Nach 6km sah man schon das Starttor mit der berühmten schwelle zur Zeitnahme, von nun an ging es wirklich los. Solange das Feld noch dicht beisammen war arbeitete ich mich langsam aber sicher nach Vorne, bis ich „mein Feld“ gefunden hatte. Tatsächlich muss ich mich mal selber loben, ich habe das Rennen strategisch sehr gut gestaltet, mit meinen Kräften gehaushaltet und mich trotzdem immer weiter vorgekämpft.
Die Strecke war super! Bis auf einige sehr enge Kurven gibt es wirklich nichts zu meckern.
Gefühlt fuhr ich das Rennen meines Lebens. Klar, die Gruppe mit den 10 bis 20 Jahre jüngeren Vereinsfahrern war vor uns, aber direkt in der nächsten Gruppe war ich und dass das ganze Rennen durch.

Dann kam der große CRASH

Wie das so ist bei Rennen, werden die Fahrer mit der Ermüdung immer unkonzentrierter und auf den letzten 20km gab es immer wieder Verbremser der Vordermänner, dass hätte mich warnen müssen. Ich wusste es waren nur noch 2km und ich hatte noch genügend Kraft um den Berg vorm Ziel für mich nutzen zu können. 1,5km vor dem Ziel geschah es dann: Ich sah die Leute vor mir nach Rechts, Links, auf den Boden und in die Luft fliegen. Bremsen war nicht mehr möglich! Wie in Zeitlupe flog ich bestimmt 10m durch die Luft, meine Schuhe lösten sich langsam von den Pedalen und dann kam der harte Aufschlag und das anschließende rutschen über den Asphalt……
Nach einigen Sekunden der Abwesenheit kam ich wieder zu mir und rollte mich zur Seite. Schmerzen: Ja. Aber nichts wirklich schlimmes. Ich stand auf und die ersten radelten schon wieder weiter. Mein Rad war noch 7m weiter geflogen und steckte in einem anderen Rad, der Fahrer pulte die Rennräder gerade auseinander. Mein Schnellspanner hatte sich gelöst und die Bremshebel waren etwas verbogen, aber ansonsten war alles Fahrbereit. Drei Räder waren völlig im Arsch (Felgen gebrochen) und ein Fahrer hat sehr stark geblutet. Zum Glück kamen sofort Streckenposten, die gehört hatten dass es einen Unfall gab. Nach ca 5 Min. ging es für mich und einen Ü60 Fahrer dann weiter und hinter der nächsten Kurve war das Ziel. Scheiße. Der Herr meinte zu mir, dass er noch nie so weit vorne war. Tja, ich auch nicht 🙁 aber es gibt ja noch 2017, da machen wir alles wieder gut.
Am ende wurde ich 37. In meiner Altersklasse und 133 gesamt von 800 Startern in der großen Runde. An diesem Tag wäre ich mindestens unter die Top 10 gefahren, vielleicht sogar die Top 3. Hat wohl nicht sein sollen.
Diese Stürze gibt es leider immer, in jedem Rennen und jetzt habe auch ich meinen ersten hinter mir. Ich hoffe es war auch der letzte, mal schauen.
Das Rennen war aber super und mir meinem 36km/h Schnitt bin ich durchaus zufrieden, wäre der Sturz nicht gewesen…..
Ride On, Ray.

5 Kommentage zu “Schweriner-Seen-Jedermann-Radrennen

    1. Zumindest nichts schlimmes. Der Ellenbogen tut auch nach zwei Wochen noch etwas weh und die Wunde am Knöchel noch nicht verheilt (da ist die Haut so dünn und man ist immer so schnell auf dem Knochen 😉 ).
      Bin aber schon wieder gefahren und wenn ich so aus dem Fenster gucke, gehe ich wohl erst mal lieber wieder in die Muckibude.
      Danke der Nachfrage und allseits gute Fahrt, Ray.

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