Trainingslager – Mallorca oder Hamburg

März, April und auch noch der Mai sind die üblichen Monate um ins Trainingslager zu gehen. Ganz oben auf der Liste steht bei den meisten Mallorca. Aber ist es wirklich notwendig extra für ein bis zwei Wochen auf die Insel zu fliegen, oder macht es mehr sinn sich unter heimischen Bedingungen fit zu machen?

Rennrad Trainingslager

Das Rennrad Trainingslager dient dazu sich kompakt innerhalb von ein bis zwei Woche fit für die Saison zu machen, ein Kickstart für die Saison so zu sagen. Einfach innerhalb einer recht kurzen Zeit das Ausgangsniveau für die kommende Saison zu heben. Die meisten Rennradfahrer zieht es dazu in den Süden. Portugal, Gran Canaria aber vor allem Mallorca sind die klassischen Reiseziele für begeisterte Rennradfahrer. Die jeweiligen Regionen haben sich schon komplett auf den Rennrad-Turismus eingestellt. Rennrad-Verleih mit Top-Bikes und sogar Hersteller exklusive Verleih Angebote sind an der Tagesordnung. Rose und Canyon zum Beispiel betreiben große Testcenter und Verleih-Basen auf Mallorca. Warum es die meisten Rennradfahrer in den Süden zieht ist klar.

Gutes Wetter, super Straßen und perfekte Bedingungen

Als Rennradfahrer hat man nahezu perfekte Bedingungen im Trainingslager auf Mallorca. Im Frühjahr herrschen auf der Insel angenehme Temperaturen und man hat kaum Regentage während seines Aufenthalts. Bei um die 20°C kann man kurz-kurz fahren und verliert trotzdem nicht allzu viel Flüssigkeit. Die Streckenvielfalt auf Mallorca ist einfach großartig. Auf meist glatten Straßen hat man die Möglichkeit die Insel auf eigene Faust zu erkunden oder sich einen erfahrenen Guide zu mieten. Mallorca bietet größtenteils flache Straßen auf 70% der Insel an. Das wirklich perfekte ist aber, dass die Insel auf der kompletten West-Seite bis hoch in den Norden echtes Gebirge hat. Hier kann der motivierte Rennradfahrer in seinem Trainingslager auf Mallorca richtig Höhenmeter sammeln. Der höchste Berg der Insel, der Puig Major, ist 1445m hoch. Und als ob das alles nicht schon genug wäre, hat die Insel eine Maximale Ost-West Ausdehnung von 98km und eine Nord-Süd Ausdehnung von 78km. Wenn man sich für das Trainingslager also eine zentrale Unterkunft Sucht – es muss ja nicht immer der Strand sein – kann man seine Touren in alle Richtungen planen ohne auch nur einmal in den Bus steigen zu müssen.

Hamburg als Trainingslager Basis

Image: wetteronline.de

Auf Grund unseres guten Wetters eignet sich aber auch Hamburg in diesem Jahr – ja ich weiß, ist eher die Ausnahme – perfekt als Rennrad Trainingslager. Das Wetter der letzten vier Wochen war einfach perfekt.

Für mich startet das perfekte Rennrad-Wetter oberhalb von 10°C und es sollte trocken sein. 2017 hatten wir seit Mitte März durchweg diese Bedingungen und das Thermometer kletterte zwischen zeitlich sogar auf über 20°C. Außerdem haben wir in und um Hamburg hervorragende Trainingsstrecken. Na gut, uns fehlen die Berge ein wenig, aber wellige Streckenprofile haben wir Richtung Süden (Harburg und Lüneburger Heide) und auch Richtung Norden (Holsteinische Schweiz) durchaus. Das große Problem im heimischen Trainingslager ist die Moral. Damit meine ich nicht etwas den eigenen Popo vom Sofa hoch zu bekommen, sondern eher sich die Zeit zu nehmen. Wenn man sich aber die Zeit nimmt, also 1/2 Tage Urlaub zum Beispiel, dann kann man durchaus effektive Trainingswochen gestallten und sogar noch Geld und Urlaubstage dabei sparen.

Fazit

Ein Trainingslager macht auf jeden Fall Sinn und sind wir mal ehrlich – ich will ja nicht verbittert wirken – sind ein bis zwei Wochen auf Malle ja auch mal ganz schön. Außerdem möchte ich hier natürlich nicht außen vorlassen, dass ein Ortswechsel – neben den weiteren Vorteilen wie Wetter und Gelände – für zusätzlich Motivation sorgen kann. Gewohnte Umgebung bedeutet auch leider immer gleichzeitig gewohnte Sorgen und Routinen. Für all die, die nicht genügend finanzielle Mittel haben um ihr Trainingslager nach Mallorca zu verlegen, ist das heimische Trainingslager aber gute Alternative. Bei ausreichend Disziplin kann man auch daheim die gleichen Fortschritte erzielen wie auf der Insel. Vor allem, möchte ich sagen, ist das daheim bleiben keine Entschuldigung mehr. Alles eine Frage der Planung und ich merke gerade, dass ich mich selber anklage 😉

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