Ambitioniert Rennrad fahren als Vater

Rennrad fahren ist ein eher zeitaufwändiger Sport, den man gut in seinen Alltag einbauen muss. Ich möchte hier kein Klagelied niederschreiben, sondern eher ein solidarischen Gefühl verbreiten wie: Du bist nicht allein!

Effektives Zeitmanagement

Die Meisten von uns kennen die Situation: Wir wollen Fahrrad fahren gehen. Aber die Familie hat auch noch Bedürfnisse.

  • Einkaufen
  • Wäsche machen
  • Kochen
  • Bei den Hausaufgaben helfen (bei mir zum Glück immer weniger)
  • und natürlich möchte man auch noch etwas Zeit in Zweisamkeit genießen

Ich habe immer den Eindruck, dass ohne mich nichts geht und sich Zuhause nichts von selbst erledigt 😕

Rennrad fahren ist ein sehr zeitintensives Hobby, denn man fährt ja nicht nur eine Stunde, sondern dreht auch gerne mal eine größere Runde und macht einen Tagesausflug. Ganz zu schweigen von Radreisen, Rennen, Marathons und um dass alles zu schaffen auch ein Trainingslager. Währenddessen müssen die Kinder zum Sport, ins Theater oder sonst wo hin.

Ganz so flexibel ist man leider nicht mit Familie

Um eines klar zu stellen, ich möchte nicht meckern und meine Familie auf keinen Fall missen. Es geht mir eher darum den Ausgleich, die Balance zwischen eigenen Hobbys und den Familien Hobbys und Pflichten zu finden. Denn erst der Mix macht einen glücklich und somit auch alle Andren.

Training und Ausfahrten sinnvoll planen

Die Planung des Trainings oder besser gesagt, der Hausrunden lege ich möglichst immer in die Mittagspause. Natürlich macht man da keine 100km Runden, aber 30km bis 50km Schafe ich da schon. Auch am Wochenende fahre ich meist keine 100km Strecken, denn am Wochenende bleibt meist nur ein Vormittag für das Training. Für größere Runden nehme ich mir tatsächlich einen halben Tag frei.

Modernes Arbeitsmodell

Ich gebe zu, ich habe hier wahrscheinlich ganz schönen Luxus, ich habe sehr viel Freiraum in der Gestaltung meiner Arbeit. Ich würde sagen, ich habe einen Sport- nd Familien freundlichen Arbeitgeber. Vor einen Jahr habe ich meine Arbeitszeit auf 90% reduziert und alle zwei Wochen am Freitag frei. Ab und zu teile ich den freien Tag einfach in zwei halbe und habe so mehr Zeit zum Rennrad fahren und zum Rennrad schrauben, muss man ja auch mal machen.

Wie gesagt, ich weiß dass das Luxus ist, ich kann dieses Modell aber sehr empfehlen. Finanziell ist es zu verkraften und freie Zeit ist unbezahlbar!

Kommunikation mit der Familie

Natürlich gibt es für mich auch mal spontane Ausfahrten, meistens plane ich meine Ausfahrten und Trainings allerdings immer für die ganze Woche. Das bedeutet für die Mittagsfahrten blocke ich meinen Arbeitskalender, damit mir da keiner Termine rein drückt und die Abend und Wochenendrunden kündige ich frühzeitig Zuhause an. Das bittet zwei große Vorteile:

  1. Alle können sich darauf vorbereiten und sind nicht überrascht wenn man umgezogen im Flur steht
  2. Man selbst ist nicht enttäuscht wenn die Familie einen verplant hat

Gerade der Punkt mit der Enttäuschung kann einen schon ganz schön runterziehen, zumindest war das früher so bei mir. Zum Glück hat meine Familie großes Verständnis für mich und dafür kann ich nur dankbar sein!

Auf diese Weise habe ich letztes Jahr meine zwei Wöchige Bikepacking Tour machen können und mich für das Transcontinental Race gemeldet. Das TCR fällt dieses Jahr auf Grund von Corona ja leider aus, dafür darf ich dann beim TCR 2021 starten.

Fazit

Ich will Euch hier nicht erzählen was ich für ein geiler Hecht bin, auch ich stoße manchmal an die Grenzen des Planbaren. Wichtig ist nur, dass ich diesen Prozess der offenen Kommunikation und des offenen Planens erst lernen und verstehen musste. Natürlich muss ich mit meiner Familie nicht absprechen was ich in meiner Mittagspause mache, aber in meiner Freizeit schon. Dass finde ich auch sehr wichtig, denn ich bin ja ein Vorbild. Einerseits lebe ich meinen Jungs vor, dass man in einem sozialen Konstrukt Dinge besprechen muss und ich ich lebe einen Sportlichen Lebensstiel vor. Alles was dazugehört ist wertvoll, nicht nur für mich!