Bikepacking – Hamburg nach Riva del Garda

Meine Bikepacking Tour von Hamburg nach Riva del Garda und wieder bis nach Füssen zurück führte mich quer durch Deutschland, Österreich und ein Stück durch Italien. Der Rückweg nach Füssen führte mich auf einer anderen Route ein zweites Mal über die Alpen. Diese Tour zu machen war ein lang gehegter Traum von mir, den ich mir in diesem Frühsommer erfüllen konnte.

  • Ganz alleine
  • Self-Supported
  • 14 Etappen nur mit dem was ich an und auf meinem Rennrad transportieren konnte

Eine Reise die mehr ist als eine Fahrradtour und eine Reise die mehr ist als eine rein sportliche Herausforderung. Warum Bikepacking total einfach ist und auch Du dich auf Bikepacking Tour begeben solltest, erfährst Du in meinem Bikepacking Reisebericht.

Bikepacking von Hamburg nach Riva del Garda

Seit ich vor ein paar Jahren mit der Familie am Garda See Urlaub gemacht habe, war es ein sehnlichster Wunsch von mir einmal mit dem Rennrad von Zuhause nach Riva del Garda zu fahren. Nur aus eigener Kraft und nur mit dem was ich selbst am Rennrad transportieren kann. Einmal vom Berg in Riva del Garda einrollen und das Gefühl erleben diese Reise ganz allein bewältigt zu haben. Warum sich diese Idee in meinem Kopf manifestierte und warum ich diesen Moment bildlich ständig vor Augen hatte, kann ich Euch nicht sagen. Es gibt scheinbar Dinge die man tun muss, auch wenn sie noch so verrückt sind.

Meine Frau unterstützte mich bei diesem Gedanken und sagte:

Wenn Du es machen willst, dann mache es jetzt. Richtige Momente gibt es nicht!

Meine Planung begann schon im Januar. Der Urlaub musste geklärt werden, ich mache ja auch noch Urlaub mit der Familie und zum Glück stimmte mein Arbeitgeber meinen Plänen auch zu, somit stand meiner Reise nichts mehr im Weg. Allzu viel Zeit habe ich mit der Planung ehrlicherweise nicht verbracht. Ich hatte einen Startpunkt und ich hatte ein Ziel. Ich hatte meine Route zwar grob vorgeplant, allerdings habe ich diese schnell wieder über den Haufen geworfen. Eigentlich musste ich mich nur um spezielle Bikepacking Taschen für mein Rennrad kümmern, hier habe ich mich für Taschen von Apidura entschieden. Einen Beitrag über mein Equipment und Packliste verfasse ich aber noch zu einem Späteren Zeitpunkt. Ich kann schon mal so viel sagen:

Ich habe nur das nötigste mitgenommen!

Da ich Hotel und Camping mischen wollte, zählten auch Zelt, Schlafsack und Isomatte zu meiner Ausrüstung. Meine Packliste könnt Ihr hier einsehen: Bikepacking Packliste

Mein Bikepacking Rennrad

Ich besitze zwei Rennräder. Mein erstes Rennrad ist eigentlich ein Cyclocrosser von Centurion, das Einsteigermodell mit Tiagra Ausstattung. Mein zweites Rennrad ist ein SpeedX Leopard Pro, ein Carbon Aero Renner mit Ultegra Di2 Ausstattung. Für meine Bikepacking Tour entschied ich mich für meinen Crosser, vor allem weil ich mir dann während der Reise keine Sorgen um die Ladung meiner Schaltung machen musste. Außerdem ist der Alu Crosser einfach etwas robuster und die Scheibenbremsen sind in den Bergen bestimmt auch ganz sinnvoll. Mit 25mm GP4000 SII ist der Cyclocrosser trotzdem ein flottes Gefährt.

Probepacken
Probepacken

Nun soll es aber auch losgehen und ich nehme Dich mit mir auf meine Reise. Mit allen richtigen und falschen Entscheidungen, mit allen Vor- und Nachteilen des Equipments und natürlich möchte ich alle meine Erlebnisse mit Dir teilen, vielleicht setzt auch Du Dich demnächst auf dein Rennrad und erlebst ein weiteres Abenteuer!

Etappe 1 - Mächtiger Gegenwind

Hamburg - Lamspringe

Meine erste Etappe sollte etwas länger werden. Ca. 210km zu meiner Schwester nach Lamspringe in der Nähe vom Harz. Diese Strecke bin ich im letzten Jahr als Vorbereitung auf die MSR 300 auch schon mal gefahren, deshalb war ich ganz entspannt was den langen Tag auf dem Rennrad angeht. Natürlich hatte ich dieses Mal Gepäck dabei und das nicht gerade wenig. Ins Gesamt hatte ich ca. 15kg Gepäck dabei (inkl. Flaschen und Verpflegung), am meisten habe ich aber die Lenkerrolle plus Schlafsack und kleine Tasche gemerkt, diese Hängen nämlich ziemlich intensiv im Wind.

Abfahrt in Hamburg
Abfahrt in Hamburg

Am Sonntag Morgen um 8:30 Uhr geht es für mich Zuhause los. In dem Moment, in dem ich losfahre, kann ich ehrlich gesagt noch gar nicht fassen, dass ich mich jetzt über zwei Wochen auf meine Bikepacking Reise begebe.

Ich werde auch noch eine weile brauchen, bis ich mir meinem Vorhaben so richtig bewusst werde.

Ich habe all meine Etappen mit Komoot geplant und später mit meinem Wahoo Elemnt Bolt synchronisiert, dass habe ich die ganze Tour durch so gemacht und ich liebe Komoot und meinen Wahoo!

Ich bin der Komoot Route am ersten Tag noch zu 100% gefolgt. Es ging von Zuhause aus durch den alten Elbtunnel und im Anschluß durch Wilhelmsburg. Obwohl ich im letzten Jahr schon mal zum selben Ziel gefahren bin, hat mich Komoot dieses mal eine andere Strecke entlang geführt. Es ging an diesem Tag hauptsächlich östlich der A7 entlang durch Celle, im letzten Jahr bin ich Westlich der A7 und durch Hannover gefahren. Auch wenn Hannover deutlich größer als Celle ist und deshalb deutlich mehr Zeit kostet, würde ich beim nächsten mal wieder westlich der A7 fahren. Die Strecke ist auf jeden Fall, auf der ersten Hälfte deutlich schöner.

Die ersten 65 km bis zur Kaffeepause nach Bispingen, lief die Tour wie erwartet entspannt und ganz angenehm. Im Anschluß nahm allerdings der Wind immer mehr zu. Heute wollte mich der Wind sehr kräftig aus SSW beglücken. Schon doof, wenn man nur in eine Richtung fährt und der Wind immer kräftig von vorn kommt. Ich hatte es ja aber nicht eilig, deshalb ließ ich mich nicht großartig davon ablenken. Die Lenkerrolle und der Rest des Gepäcks hing auf jeden Fall sehr gut im Wind 💨 Ich bin der Überzeugung, ich kann nun ein Windrad mit geschlossenen Augen von hinten zeichnen!

Nach 125 km hatte ich Celle erreicht und es stand meine Mittagspause an. Da ich direkt an einem Burger King vorbei fuhr, kehrte ich in diesen ein und gönnte mir ein paar Burger. Drei Cheeseburger habe ich mir noch in meine Tasche gepackt, man weiß ja nicht wann man einen Snack gebrauchen kann. Bei Celle ließ ich dann unsere wunderschönen Heidelandschaften hinter mir und hatte die nächsten 50 km eher flache und langweilige Ebene, bis ich an den Rand des Harzes kam und es wieder etwas schöner und bekannter wurde.

210 km - Hamburg - Lamspringe
210 km - Hamburg - Lamspringe

Kurz nach 20 Uhr kam ich dann bei meiner Schwester an und genoss zuerst ein Bier, dann eine warme Dusche und im Anschluß ein gemütliches Bett.

Die 210 km lagen mir nicht so sehr in den Beinen wie erwartet, eigentlich ging es mir sogar sehr gut. Das war aber auch gut so, denn es sollte am nächsten Morgen ja schon weitergehen.

Etappe 2 - Mit Hindernissen und drei Platten

Lamspringe - Eschwege

Am nächsten Morgen habe ich noch ein Brötchen gefrühstückt und im Anschluss wieder alle Dinge die ich für die Nacht brauchte, am Fahrrad verstaut. Etwas Proviant hatte ich noch von Vortag und so ging es für mich wieder auf die Straße.

Lamspringe - Eschwege Das Gepäck ist wieder verstaut
Lamspringe - Eschwege Das Gepäck ist wieder verstaut

Von nun an ging es für mich auf unbekannte Strecken, ich war gespannt wo mich Komoot an diesem Tag lang führen würde. Nachdem ich aus dem Ort Lamspringe raus war, ging es auf einen Fahrradweg. Wie es einem oft in Deutschland begegnet, verlief hier der Radweg auf einer alten Bahntrasse. Nach den vielen Landstraßen am Vortag fühlte ich mich sofort wohl. Es gibt doch kaum etwas schöneres, als auf einem abgelegenen Radweg durch die Landschaft zu fahren. Da störte es mich auch nicht, dass es etwas nieselte, ich bin ja nicht aus Zucker.

Nach ca. 20 km ging es dann auch schon in die erste krasse Steigung, sozusagen mein erster richtiger Anstieg auf meiner Bikepacking Tour und mein erster Anstieg jemals mit Gepäck.

Der Anstieg zog sich ganz schön und er erschien als einer der schwersten der Tour, ich sage mal grob Platz 10. Also auf jeden fall schwerer als einige Anstiege in den Alpen, aber natürlich kämpft man sich da hoch, deshalb bin ich ja hier.

Am Ende eines Anstiegs, da wartet die Abfahrt! Am Ende der Abfahrt bemerkte ich, dass das Rad sich irgendwie schwammig fuhr. Ein Blick nach hinten bestätigte meine erste Vermutung: Der Hinterreifen ist platt. Alles halb so schlimm, ich bin ja gut ausgerüstet. Zum Glück war eine Parkbank an der nächsten Ecke wo ich meine Reparatur vornehmen konnte. Hinterrad ausbauen, Reifenheber ansetzen und los. Ich nahm erst einmal den Schlauch herraus und checkte den Reifen. Der hatte schon ganz schöne risse, deshalb wechselte ich den Reifen gleich mit. Neuen Reifen und Schlauch raufziehen, mit der Handpumpe so gut wie es eben geht aufpumpen und dann konnte es auch schon weitergehen. Inzwischen fing es wieder zu regnen an, aber das kann mich ja nicht wirklich schocken. Es ging also weiter Richtung Göttingen. In Göttingen angekommen musste ich mich erst mal stärken und während ich mein zweites Frühstück und einen Kaffee einnahm, suchte ich schon mal einen Fahrradladen heraus wo ich einen neuen Ersatzschlauch und Reifen holen konnte. Nachdem ich mein Ersatzteillager wieder aufgefüllt hatte habe ich den Reifen noch einmal neu aufgepumpt und machte mich wieder auf den Weg in Richtung Eschwege.

Kurz vorm Ortsausgang von Göttingen hatte ich schon wieder einen Platten 😳 Ich hatte gerade mal die Hälfte der geplanten Etappe geschafft und ich hatte Heute schon zum zweiten mal einen Platten. Eine Bushaltestelle war in Sicht und so steuerte ich diese an um die nächste Reparatur vorzunehmen. Es ging wieder von vorne los, mit dem Schlauchwechsel. Die Fehlerquelle konnte ich schon wieder nicht identifizieren.

Schon etwas mehr frustriert ging es nun weiter und Ihr werdet es schon vermuten, dass kann alles kein Zufall mehr sein, nach 20 km kam die nächste Panne 😩 Dieses Mal setzte ich mich an eine Baustelle, weil ich gerade auf einer Landstraße unterwegs war. Ein Herr kam zu mir und hat mich verbal ein wenig unterhalten, während ich den Reifen inspizierte: Ich konnte wieder nichts im Reifen finden. Dieses Mal inspizierte ich aber auch noch den kaputten Schlauch und dieses Mal fand ich auch das Loch. Jetzt konnte ich auch die Quelle allen Übels ausmachen. Das Felgenband war an einer Stelle durch und der Schlauch rieb sich an der Felge auf. Zum Glück hatte ich Selbstklebende-Flicken dabei. Ich klebte einen Flicken auf die Stelle in der Felge und hoffte, dass es nun hält, ich verbaute jetzt gerade auch meinen letzten Schlauch.

Nach dem üblichen Prozedere stieg ich wieder auf und es ging weiter. Eines kann ich schon mal vorweg nehmen: Ich hatte an diesem Tag keinen Platten mehr.

Es ging für mich weiter, mal schön und mal weniger schön. Einmal wollte meine Route mich auf eine echt fiese Bundesstraße schicken. Kann ja sein, dass man auf dieser Straße fahren durfte, aber ich hatte einfach angst. Ich zückte mein iPhone und checkte mal die Wege in der Umgebung und fuhr nun einige Kilometer über Feldwege. Lieber mit 25mm Reifen durchs Feld, als auf der Bundesstraße!

111 km - Lamspringe - Eschwege
111 km - Lamspringe - Eschwege

Rund um Bad Sooden-Allendorf erwarteten mich noch einige Berge, bevor es am Wasser flach nach Eschwege rein ging. Ich bin dann direkt zu dem von mir gebuchten Hotel gefahren, welches am Rand von Eschwege lag und gönnte mir ein schönes Schnitzel zum Abendbrot. Ich habe mir dann im Anschluss noch rausgesucht zu welchem Fahrradladen ich am nächsten Tag fahren werde und sank in den Wohlverdienten Schlaf.

Etappe 3 - Fahrrad heile, aber Unwetter

Eschwege - Heringen

Bereits am Vorabend habe ich im Hotel in Eschwege gecheckt wie das Wetter sich in den nächsten Tagen entwickeln soll und beschlossen meine Route etwas nach Osten zu verlegen. Weiter nach Osten soll heißen, Richtung Nürnberg. Denn im Westen sollte es noch einiges an Gewitter und Starkregen geben. Wie der Tag aber zeigte, konnte ich dem Unwetter mit dem Rad nicht schnell genug entfliehen.

Erst einmal ging es aber nach dem Frühstück im Hotel zum Fahrradladen in Eschwege, zum Glück hat der Laden die Regel dass Kunden auf der Durchreise bevorzugt behandelt werden. Ich ließ mein Rennrad in der Werkstatt und ging erst einmal einen Kaffee trinken und schlenderte ein wenig durch die Altstadt von Eschwege. Am Vortag, auf dem Weg zum Hotel, erschien mir Eschwege noch recht karg, die Altstadt kann sich aber wirklich sehen lassen und lädt zum Verweilen ein.

Nach einer knappen Stunde begab ich mich wieder in den Fahrradladen. Ich füllte mein Ersatzteillager wieder auf und machte mich auf den Weg. Vor dem Laden unterhielt ich mich noch mit zwei anderen Fahrradreisenden und diese fuhren den Werra Radwanderweg. Da mein heutiges Ziel - ja an diesem Tag habe ich noch vorgeplant - auch an der Werra lag und ich dachte meine Route führt mich jetzt auch am Fluss entlang. Pustekuchen! Nach ca. 5 km Fluss, landete ich wieder an der Bundesstraße und zwar wieder so einer, an der man nicht fahren möchte. Nun hatte ich endgültig die Nase voll von effektiver Rutenführung und beschloss auf Komoot nun nicht mehr im Rennrad-Modus, sondern im Fahrrad-Modus zu planen. Siehe da, es geht doch.

von nun an gab es nur noch schöne Strecken für mich!

Tipp: Auf einer Reise lieber im "normalen" Fahrrad-Modus auf Komoot planen!

Von nun an gab es endlich schöne Radwege und kleine schicke Dörfer durch die ich gefahren bin.

Leider hatte der Wetterbericht nicht gelogen 😩, es braute sich etwas zusammen. Dicke schwere Wolken, die nichts gutes versprachen, kamen mit beeindruckender Geschwindigkeit näher. So ein Gewitter hatte ich bisher selten erlebt. Ein der Art lautes knallen ist eher selten. Natürlich brachte das Gewitter auch Regen mit sich und zwar heftig viel Regen, damit nicht genug. Jetzt fing es auch noch so doll an zu hageln, dass mir die Bäume am Radweg nicht genügend Schutz boten. In der Hoffnung einen besseren Unterschlupf zu finden fuhr ich mit meinem Rennrad ein kleines stück weiter und nach ca. 300 m kam eine Bushaltestelle in der ich Unterschlupf fand.

Im Schutz der Bushaltestelle Zug ich erst einmal alles an was ich mit hatte, denn es war natürlich ganz schön abgekühlt. Ich hatte gerade mal knappe 20 km geschaft und schon wieder so viel Zeit verplempert. Ich wartete ca. 30 Minuten in der Bushaltestelle bis der Regen nachließ und ich mich wieder auf den Weg machte.

Zum Glück kamen nun einige Steigungen, so dass mir schnell wieder warm wurde. Der Regen hatte auch gänzlich aufgehört und ich kam wieder in den runden Tritt. Es folgten viele Radwege an Straßen, bis es anschließend fast nur noch Gravel gab. Die Tour war aber sehr schön trotz des Regens und Hagels und Die Gravel Abschnitte haben richtig Spaß gemacht.

Mein heutiges Ziel war Heringen an der Werra, dort wollte ich zum ersten Mal Zelten. Das Wetter wurde auch zunehmend besser und der Wetterbericht versprach Besserung für die Region. Ich kam auf dem Zeltplatz an und wurde freundlich empfangen. Klein, gemütlich, sehr netter Chef und mein Rennrad durfte über Nacht im Schuppen stehen. Ich fuhr noch einmal in den Ort hinein und kaufte Verpflegung für den Abend und für den nächsten Tag. Mit einem Bierchen und ein paar Snacks machte ich es mir auf einer Bank gemütlich und genoss einfach die Stille und die Zeit. Das war der erste Abend an dem ich richtig runter kam und begann die Reise zu genießen und mich frei von allen Zwängen zu machen.

Von Eschwege nach Heringen
49 km - Von Eschwege nach Heringen

Etappe 4 - Jetzt fängt es an richtig Spaß zu machen

Heringen - Hofheim in Unterfranken

Wie es meistens beim Zelten ist bin ich sehr früh aufgewacht. Ich habe mich dann noch ein wenig gezwungen liegen zu bleiben, bin aber so um 7 Uhr aufgestanden und habe mich fertig gemacht. Die Nacht im Zelt war nicht sehr erholsam. Das Zelt ist sehr klein und es war in dieser Nacht wirklich sehr kalt, das gute Wetter kam ja erst noch. Zum gluck gab es auf dem Campingplatz einen warmen Vorraum vor den Bädern, so dass ich mich im warmen umziehen und alle Sachen zusammenpacken konnte. Kurz vor 9:00 Uhr war ich dann endlich abreise bereit und machte mich wieder auf den Weg.

Immer wieder Radwege an kleinen Flüssen
Immer wieder Radwege an kleinen Flüssen

Die Luft war auf Grund der kühlen letzten Tage eher frisch und ich fuhr deshalb lang-lang plus Regenjacke. Als ich aus dem Ort raus war ging es direkt an einen schönen Bach an dem ein 1a Radweg entlang ging, das versprach ein guter Tag zu werden.

Es ging die ersten 50 km sanft aber stetig bergauf. Dieser Zustand begleitete mich natürlich die nächsten Tage auch weiterhin. So ist das eben wenn man Richtung Süden fährt: Flussaufwärts bedeutet auch immer Bergauf. Meine Höhenprofile der Etappen sahen wirklich witzig aus, immer ganz sanft den Berg hinauf!

Es ging an diesem Tag ein ganzes Stück durch die Rhön, welche ich zum ersten mal befahren habe. Die Rhön ist wunderschön mit Flüssen, Bergen und Wäldern. Alles ganz mild und schön für's Auge. Ich bin an diesem Tag diverse deutsche Fluss-Radwanderwege gefahren, alle kann ich nicht mehr aufzählen. Ich fuhr immer ein ganzes Stück an einem Fluss, hüpfte über einen Berg um dann wieder an einem Fluss auf einem Radweg zu landen. Das war wirklich perfekt und diese Art zu Reisen ist einfach der Hammer. Zwischendurch gab es natürlich immer mal wieder Gravel Strecken, vor allem beim überqueren eines Bergs durch den Wald. Aber wie ich schon geschrieben habe, ich habe es einfach genossen und auf die Geschwindigkeit kam es nicht mehr an. So eine Reise muss man einfach genießen!

Nichts als unendliche Weite
Nichts als unendliche Weite

Auf dem letzten Stück dieser Etappe ging es noch einmal 20 km durch den Wald. Ich bin an ein paar Baumarbeitern vorbeigefahren, die sich wahrscheinlich gefragt haben was ich da mit meinem Rennrad zu suchen hatte. Der Weg führte mich über einen kleinen Bergkamm, bevor es im Anschluss nach Hofheim in Unterfranken bergab ging. In Hofheim habe ich wieder einen Supermarkt angesteuert um meine Verpflegung für den nächsten Tag aufzufüllen. Im Anschluss ging es für mich zu meiner heutigen Unterkunft.

Hotel Fränkischer Hof in Hofheim
Hotel Fränkischer Hof in Hofheim

Im Hotel ging es erst einmal unter die Dusche, nachdem ich mein Rad in der Garage platziert hatte und im Anschluss habe ich direkt im Hotel etwas gegessen. Nur um es zu erwähnen, das Essen war der Hammer: Das beste und leckerste Cordon Blue, welches ich jemals gegessen habe.

Nichts billiges aus dem Supermarkt, sondern aus einer echten Küche von einem echten Koch zubereitet.

Nach der letzten Nacht im Zelt genoss ich das gemütliche Bett und habe extra früh geschlafen.

123 km - Von Heringen nach Hofheim in Unterfranken
123 km - Von Heringen nach Hofheim in Unterfranken

Etappe 5 - Vom Mittelgebirge in die Ebene

Hofheim in Unterfranken - Nürnberg

Eine Konsequenz aus meiner Routen-Umplanung war, dass ich etwas weniger Höhenmeter auf meiner Strecke bis nach München haben werde. Die Landschaft änderte sich gravierend zu den Vortagen, ich nenne es: Die Bayrische Tiefebene.

Der große Vorteil wenn man in einem Hotel oder einer Pension übernachtet ist, dass man sich nicht um sein Frühstück kümmern muss. Ihr müsst wissen, ich liebe Frühstücken! Ohne Frühstück ist nichts los mit mir 😂 Ich genoss also mein Frühstück im Hotel und packte anschließend wieder meine Taschen.

Ich machte mich wieder auf den Weg und als Ziel hatte ich mir für die heutige Etappe Nürnberg auserkoren, ein Hotel hatte ich gleich beim Frühstück gebucht. Die ersten 15 km waren noch ein paar Berge im Angebot, danach wurde es einfach flach. Meine Route führte mich an einen Kanal, wenn ich mich recht entsinne an den Main-Donau Kanal. Wie das mit Kanälen nun mal so ist, ging es an diesem Tag sehr viel geradeaus.

Es war der 30. Mai also Himmelfahrt / Vatertag, dementsprechend viel los war auf Deutschlands Radwegen. Von Familien mit Kindern bis hin zu Jugendlichen die über den Radweg torkelten. Es hielt sich aber alles noch einigermaßen in Grenzen und es gab keine Zwischenfälle. Dieser Tag war der erste auf meiner Reise, an dem es wirklich warm wurde. Die Sonne schien den ganzen Tag und durch den Fahrtwind war ich mir der Sonneneinstrahlung leider nicht so bewusst. Das sollte ich aber später erst merken.

Ab an den Main-Donau-Kanal
Ab an den Main-Donau-Kanal

In Bamberg machte ich meine erste richtige Pause des Tages. Ich hatte mir ein Café rausgesucht und landete bei Pias Café. Die Google Bewertungen waren durchweg positiv und ich kann dieses Urteil nur bestätigen 😋.

Lecker Erdbeertorte bei Pias Café
Lecker Erdbeertorte bei Pias Café

Ich hatte knappe 50 km geschaft und 60 km lagen noch vor mir. Ich muss Euch leider sagen, dass ich auf der zweiten Hälfte der Etappe kein einziges Foto gemacht habe. Es ging den ganzen Tag am Kanal entlang. Versteht mich nicht falsch, es ist toll dass es Radwege an den großen Kanälen gibt, für mich war es aber etwas öde und es wurde immer heißer. Am Nachmittag kam ich in Nürnberg am Hotel an. Dies war der letzte Tag an dem ich mir ein Hotel in einer Stadt gesucht habe.

  • Hotels in den Städten sind meist Teurer
  • Hotels in den Städten sind meist schlechter
  • Nach einem Tag im Sattel geht man maximal noch etwas essen
  • Sightseeing ist eher nicht angesagt
  • Die kleinen Hotels außerhalb sind einfach netter

Ohne groß zu fragen habe ich mein Fahrrad mit auf mein Zimmer genommen, denn draußen wollte ich es auf keinen Fall stehen lassen. Ich habe noch das schlechteste Schawarma meines Lebens gegessen und habe mich in dann in die Koje gelegt.

111km - Von Hofheim nach Nürnberg
111km - Von Hofheim nach Nürnberg

Etappe 6 - Weiter durch die Bayrische Tiefebene

Nürnberg - Ingolstadt

In dem Hotel in dem ich war, gab es kein Frühstück wegen Umbaumaßnahmen, der Vorteil war dann schon mal weg und ich war auch froh als ich da raus war. Google Maps verriet mir wo ich den nächsten Bäcker finden konnte und da er direkt auf meiner Route lag, stand einem Besuch nichts im Wege. Beim Bäcker gönnte ich mir erst einmal ein kleines Frühstück, typisches Bikepacking Leben eben. Tankstellen und Bäcker haben meist alles was man so benötigt.

Immer geradeaus
Immer geradeaus

Nach dem Frühstück ging es wieder aus Nürnberg raus und wo ging die Fahrt weiter? An einem Kanal 😂 war ja irgendwie klar. Am Kanal ging es so ca. 50 - 60 km entlang, es war ein ähnliches Bild wie am Vortag: Sehr lange Geraden auf Schotterwegen, ohne Kopfhörer im Ohr kann das schon suizidgefährdend sein.

Auf diesen ersten 60 km machte ich nur eine kurze Wasserpause an einer Tankstelle, zu mehr wollte ich mich nicht hinreißen lassen.

Pizza und Cappuccino
Pizza und Cappuccino

Dann wurde es aber wieder etwas aufregender. Rechts und Links waren ab und zu ein paar Berge zu sehen und da kam mir auch schon meine Mittagspause entgegen: Ein kleines Pizza Häuschen am Rande eines Ortes, perfekt! Jetzt gab es erst mal eine leckere Pizza 🍕 für mich und natürlich noch einen Cappuccino, oder waren zwei? Ich setzte mich auf jeden Fall wieder gut gestärkt auf mein Rennrad und fuhr angenehm einsam durch ein paar kleine Täler.

Ich kam in einen kleinen Ort namens Kipfenberg, der Name verheißt schon mal aufregendes. Tatsächlich ging es am Ende des Ortes in eine Nebenstraße, die ich zuerst verpasst hatte, und eine ziemlich krass Steigung hinauf. Ein paar Spitzkehren und steil abfallende Felsen später war ich auf dem Gipfel und entdeckte den Geografischen Mittelpunkt Bayerns.

So ein Ort, wie der Geografische Mittelpunkt Bayerns, hätte man auf einer Auto Tour nie entdeckt. Dies ist nur eine der Annehmlichkeiten, wenn man auf Bikepacking Tour ist. Man entdeckt Orte, von denen nicht einmal wußte dass es sie gibt!

Es ging nun noch ein wenig durch Wälder, bevor es für die letzten 10 Kilometer bis zum Campingplatz auf einen Radweg an die Landstraße ging. Vor Ingolstadt hatte ich ständig GPS Aussetzer und mein Wahoo Elemnt Bolt hatte Probleme mit der Navigation. Ich frage mich, ob dass an den US Militärbasen in der Umgebung lag. Ich kam aber trotzdem gut durch. In Ingolstadt noch schnell zum Supermarkt und dann endgültig auf den Campingplatz.

Ich war auf dem Auwaldsee Campingplatz in Ingolstadt. Der Campingplatz war groß, sauber und nicht überfüllt, aber mit 18 EUR pro Nacht recht teuer.

109 km von Nürnberg nach Ingolstadt
109 km von Nürnberg nach Ingolstadt

Etappe 7 - Pure Willenskraft

Ingolstadt - Otterloh

Von nun an hieß es Keiserwetter, bei fröhlichen 26°C ging es nun weiter durch die Bayrische Tiefebene. Aber natürlich nicht ohne ein ordentliches Frühstück! Nachdem ich all mein Hab und Gut auf dem Campingplatz wieder eingepackt hatte, ging es zum nächsten Bäcker, der an einen großen Supermarkt gekoppelt war. Damit erschlägt man immer gleich zwei Fliegen mit einer Klappe auf so einer Bikepacking Reise. Zuerst gab es ein leckeres Mettbrot und natürlich einen großen Becher Kaffee. Die vielen Zwiebeln auf dem Mettbrot, sollten sich später als nicht so Sporttauglich heraus stellen.

Frühstück in Ingolstadt Mettbrot
Frühstück in Ingolstadt Mettbrot

Es ging im Anschluss flott raus aus Ingolstadt und die gefürchtete Bayrische Tiefebene setzte sich fort und mir mental zu. Es war verdammt heiß, flach und kein Schatten in Sicht. Ich musste diesen Streckenabschnitt heute einfach hinter mich bringen, auch wenn ich noch so fertig bin und es noch so heiß ist.

Sonne und kein Schatten
Sonne und kein Schatten

Es hieß also stumpf vor sich hin zu strampeln. Versteht mich nicht falsch, die Landschaft war nicht unschön, aber ein Großteil von Bayern ist flacher als Schleswig-Holstein 😂

Ich kam aber ganz gut voran und erreichte nach ca. 60 km die Stadtgrenze von München. Bis dahin kein weiteres Foto, keine Erinnerungen. Scheint ja nichts gravierendes passiert zu sein. Natürlich machte ich mehrere Stopps bei Supermärkten und Tankstellen. Wenn ich mich recht entsinne habe ich an diesem Tag ca. 6L Wasser zu mir genommen.

Wie es in so einer Großstadt eben ist steht die Luft mehr als sie weht und es wurde gefühlt wärmer. Ich bin noch an einigen interessanten Orten vorbeigekommen, bevor ich eine Längere Pause in einem großen Burger Restaurant (kein Fastfood) eingelegt habe.

Im Burgerladen machte ich ca. 2 Stunden Pause, in der Hoffnung dass es abkühlt. Mit erfolg! Um 17:00 Uhr setzte ich mich wieder in Bewegung weiter Richtung Süden. Zwischendurch hatte ich nach dem Essen auch schon ein kleines Hotel auf dem Land gebucht. München dehnt sich, durch die ganzen angegliederten Vororte, ziemlich weit nach Süden aus, weshalb man nur langsam voran kommt. Es waren noch ca. 30 km mit Ampeln und vielen Autos, bis es wieder etwas Ländlicher wurde und mein Tagesziel näherrückte.

Ich erreichte mein kleines Hotel in Otterloh am frühen Abend und war froh mich unter der Dusche etwas abkühlen zu können. Es waren ganz neue und sehr schöne Zimmer, echt ein Glücksgriff. Nach der Dusche ging ich noch runter und habe in der Gaststätte des Hotels erst einmal etwas gegessen. Auf Schnitzel oder andere schweren Nahrungsmittel hatte ich Heute aber keinen Appetit, es wurde ein Salat mit Hühnchenbrust und natürlich zwei große Radler bevor es in die Koje ging.

Das war echt Willenskraft Heute, aber ab jetzt geht es ins Paradies...

110 km von Ingolstadt nach München
110 km von Ingolstadt nach München

Etappe 8 - Genussfahrt an den Tegernsee

Otterloh - Tegernsee

Nach den ersten sieben Etappen kam ich an dem Punkt an, an dem ich etwas Ruhe brauchte. Denn nun kam ich ja dem Highlight meiner Bikepacking Tour immer näher. Ich wusste, ich bin nun schon ganz nah an den Alpen und wollte für die erste Bergetappe frisch und ausgeruht sein um die Fahrt und die Natur auch genießen zu können. Bereits beim Frühstück beschloss ich, dass ich Heute nur knappe 40 km fahren werde um den Eintritt in die Alpen so richtig genießen zu können. Für Heute waren nun schon 30°C vorausgesagt, was mein Wahoo später auch bestätigte.

Bei so einer kurzen Etappe, ist ja quasi ein Ruhetag, kann man sich ja etwas Zeit lassen. Nach dem Frühstück konnte ich also in Ruhe meine Sachen packen, auschecken und mein Fahrrad wieder beladen. Gemütlich ging es auf die Strecke und nach ein paar wenigen Kurven konnte ich sie zum ersten mal sehen: Die Alpen 😍

Der erste Blick auf die Alpen
Der erste Blick auf die Alpen

Wahrscheinlich erklärt Ihr mich jetzt für verrückt, aber allein der Anblick machte mich glücklich und ließ mich gut gelaunt weiterfahren.

Es ging weiter durch nette kleine Dörfer, die in dieser Region immer auf einem Hügel lagen. Es geht also entlang kleiner Straßen und Wirtschaftswege und wenn es bergauf geht weiß man, dass gleich wieder ein Dorf kommt. Nach den ersten 20 km - also nach der halben Tagesetappe 😂 fand ich eine sehr schöne Konditorei in einem Mini Ort. Mir schien es hier die Heimat der schönen und reichen zu sein, die Ihre Kinder zum Reitunterricht bringen und sich dann in dieses nette Kaffee setzen. Es war sehr nett und ruhig an diesem Ort, so dass ich ein wenig verweilte.

Ich fahre wieder weiter und genieße die abwechslungsreiche Landschaft. Nun kommen auch mehr Wald und kleinere Anstiege immer häufiger auf meiner heutigen Strecke vor, ich liebe es. Nach einer tollen Abfahrt in ein Tal komme ich an eine Mühle an einem kleinen Fluss, ich liebe diese typischen Gebäude in den Bergen. Erst will ich einfach vorbeifahren und den Schwung der Abfahrt richtig mitnehmen, aber da denke ich: Wer hat es hier eigentlich eilig? Ich bremse und mache ein paar Fotos und versuche dieses wunderbare Gefühl, welches ich gerade habe, festzuhalten. Während ich das hier schreibe muss ich sagen, es hat funktioniert. Allein die Erinnerung an Momente wie diesen machen mich glücklich.

Nach weiteren 7 km eröffnet sich mir der link auf den Tegernsee. Dieses Gefühl welches ich hatte, als ich den Tegernsee vor mir sah und hinter dem See die mächtigen Alpen empor stoßen, einfach unglaublich. Seen, Berge, Wälder, Flüsse und der blaue Himmel zeichnen ein Bild welches mich zum träumen einlädt.

Tegernsee - Das Tor in die Alpen
Tegernsee - Das Tor in die Alpen

Auf einem Radweg geht es nun am Ufer des Tegernseer entlang. Die letzten 10 km bis zum Campingplatz werden noch einmal von einer kurzen Pause auf einer Bank am Ufer unterbrochen. Ein anderer Bikepacker gesellt sich zu mir, er hat für seine Tour ein Gravel Bike gewählt. Er fährt den Bodensee-Königsee-Radweg, dieser hat nicht so viele Höhenmeter. Nach dem kurzen Klönschnack fahre ich weiter bis zum Campingplatz.

Auf dem Campingplatz angekommen und eingecheckt, gehe ich auf die Zeltwiese und packe meine Sachen aus. Neben mir zeltet Jo, ein Motorradfahrer aus der Nähe von Frankfurt. Da ich früher selbst sehr viel Motorrad gefahren bin, liegen mir natürlich auch die anderen Zweiradfahrer auf den Straßen nahe. Ich baue mein Zelt auf und gehe im Anschluss duschen, danach werden erst einmal Klamotten gewaschen. Campoingplätze eignen sich zum waschen immer sehr gut. Ein Waschmaschine ist vorhanden, ein Wäscheständer auch und die Sonne brennt. Am frühen Abend gehe ich in die Gaststätte des Campingplatz und gönne mir ordentlich Kalorien. Jo setzt sich zu mir und wir unterhalten uns gut. Er hat selbst lange in Hamburg gelebt und an der Ecke der Straße, in der ich aufgewachsen bin, Tannenbäume verkauft. Klein ist die Welt! Essen, Radler und ab ins Zelt. Ich freue mich so wahnsinnig auf den nachten Tag und die Einfahrt in die Alpen, dass ich kaum schlafen kann.

43 km Von Otterloh bis zum Tegernsee
43 km Von Otterloh bis zum Tegernsee

Etappe 9 - The Beauty and the Beast

Tegernsee - Innsbruck

Wie immer beim Zelten wache ich um kurz nach 6:00 Uhr auf und zwinge mich noch bis kurz vor 7:00 Uhr liegen zu bleiben. Ich lese noch ein wenig die Strava Kommentare des Vortags und Martin sagt, jetzt wird's richtig schön, der Mann hat ja auch Erfahrung! Same procedure as everyday: Zähneputzen, duschen, einpacken, Abfahrt! Voller Vorfreude fahre ich in den nächsten Ort um vernünftig zu Frühstücken, leider gibt es hier nicht wirklich viel. Ein Brötchen und ein Kaffe beim nächsten Bäcker müssen reichen, noch schnell neue Sonnencreme gekauft, eingerieben und los geht es auf eine der schönsten Etappen meiner Bikepacking Tour.

Abreise bei schönstem Bikepacking-Wetter
Abreise bei schönstem Bikepacking-Wetter

Kurz hinterm Ort geht es auf einen Kiesweg und direkt durch den Wald. Es ist ein enges Tal, durch das ich fahre und alles wirkt unglaublich ruhig und friedlich. Das Profil ist flach, die Anstiege kommen erst noch. Der weg führt durch ein Viehgatter und tatsächlich laufen im Wald die Kühe frei herum. Alles wird total surreal und Märchenhaft. Ich denke noch so bei mir: Scheiß auf's Auenland, hier ist es schön! Genau dass schreibe ich auch meiner Frau und schicke ihr ein paar Fotos, sie fragt nur was ich genommen habe 😂

Wunderschön hier, scheiß auf's Auenland
Wunderschön hier, scheiß auf's Auenland

Wie immer können Fotos einfach nicht die Magie des Moments einfangen, die Erinnerung bleibt mir trotzdem.

Nach einigen Kilometern geht es auf de Landstraße, zum gluck nicht sehr stark befahren, alles ganz entspannt. Ich beschäftige im Voraus immer sehr wenig mit einer Route und den Besonderheiten und lasse mich immer gern überraschen. Es ging ein ganzes Stück bergauf und dass ganz schön anspruchsvoll. Irgendwann kämm ich aber auf der Kuppe an und sah, dass ich gerade den Achenpass gefahren bin, sehr schöne Überraschung! Der Achenpass ist gleichzeitig die Landesgrenze nach Tirol / Österreich. Meine erste Landesgrenze und das über einen Pass, wie sollte es mit dem Fahrrad auch anders sein.

Nach dem Pass kommt die Abfahrt!

alte Rennradfahrer Weisheit

Jetzt ging erst einmal bergab, leider noch auf der Straße und auch danach ging es an und auf der Straße weiter, der Verkehr war aber in Ordnung und hat meinen Genuss nicht eingeschränkt. Nach dem nächsten Hügel erblickte ich einen schönen See.

Der Achensee

Dass schöne, wenn man seine Routen im Voraus nicht akribisch studiert, ist dass man verdammt oft positiv überrascht wird. Von der Straße wurde ich auf eine schöne Schotterpiste geschickt und hinter den Bäumen tat sich ein wunderschönes Blau-Türkies auf: Der Achensee.

Ich beschreibe ihn mal ganz schnell: Ähnlich dem Königsee, mit steilen Bergen am Ufer und ohne nervige Badestrände, nur viel leerer 😍 An Alle Fahrradreisende, diese Route am See vorbei ist ein Traum. Auch am Achensee musste ich eine Pause einlegen und innehalten.

Mit Genuss radelte ich auf dem Wanderweg am Ufer des Achensees vorbei, ca 10 km hat man einen schönen Ausblick auf das Türkis-Blaue Wasser. Am Ende des Sees kam wieder ein Ort, gar nicht mal so klein. Ich suchte mir ein Restaurant und gönnte mir Bratkartoffeln mit Spiegelei. Auch wenn mir bei der Hitze noch nicht nach warmen Essen war, nach dem ersten Pass brauchte ich was ordentliches zu Essen.

Kaum wieder losgefahren ging es auf eine der steilsten Abfahrten ganzen Tour. Vom Bergsee ins Tal - vom Achensee ins Inntal. Es hieß also ab in dem Hexenkessel. Hexenkessel, weil es heißer und heißer wurde. Im Tal bis zu 37°C in schatten. Zum Glück gibt es in Österreich alle Naselang einen Brunnen, bei dem man seine Flaschen wieder auffüllen konnte. Im Inntal verliefen die Fahrradwege oft entlang der Autobahn, nicht perfekt aber immerhin Fahrradwege. Im Tal gab es kaum Schatten, so dass ich einige Pausen unterm Baum einlegen musste.

Ich näherte mich langsam meinem Tagesziel, Igls bei Innsbruck. Ich hatte das Schnäppchen des Tages auf Booking gebucht, bei EUR 42,- konnte ich nicht nein sagen. Zuerst führte mich meine mit Komoot geplante Route aber noch einen abenteuerlichen Singletrail hinauf. Der Lacher war dann, als ich oben ankam und auf einem Fussballplatz stand. Diesen Radweg gibt es schon seit Jahren nicht mehr, habe ich m Anschluss erfahren. Dann ging es natürlich weiter bergauf, bis ich endlich am Hotel ankam. Die letzten 10 km ging es nur steil bergauf und ich fand diese Anstiege schlimmer als alle Pässe auf der Tour. Die Passstraßen sind wenigstens zum Überqueren der Pässe gebaut, Die normalen Straßen und Landwirtschaftswege nicht, diese gehen häufig einfach nur gerade bergauf.

Eingebucht im Sporthotel Igls, checkte ich total kaputt ein und ging auf mein Zimmer, mein Rennrad hat mal wieder einen Platz in der Garage gefunden. Das Zimmer war echt super gemütlich und ich hatte einen großen Balkon mit Blick ins Tal. Am Abend holte ich mir noch eine Kleinigkeit zu Essen und entspannte mich auf meinem Balkon. Was für eine Etappe! So viele unterschiedliche Vegetationen und Streckentypen an einem Tag, dass musste erst mal verarbeitet werden. Erholen konnte ich mich in dem gemütlichen Bettchen auf jeden Fall sehr gut.

91 km vom Tegernsee nach Innsbruck
91 km vom Tegernsee nach Innsbruck

Etappe 10 - Südtirol, ich komme 🚵

Innsbruck - Brixen

Nach einem ausgiebigem Frühstück vom Buffet habe ich mich wieder auf den Weg gemacht. In einem kleinen Supermarkt in dem Vorort von Innsbruck habe ich meine Vorräte aufgefüllt und dann ging es über kleine Straßen und Landwirtschaftswege am Berg entlang Richtung Brenner Pass. Nach den ersten 15 km hatte ich bereits 400 hm auf meinem Wahoo stehen. Ich habe zwar fast eine Stunde für die ersten 15 km benötigt, dafür habe ich auch nur eine Hand voll Autos gesehen.

Den Brenner hinauf

Langsam aber sicher kam ich in den Anstieg, es war sehr gut dass ich noch eine Pause eingelegt hatte. Die nächsten 18 km sollte es kräftig bergauf gehen und das mit Anstiegen mit denen ich nicht gerechnet hatte. Den Brenner hinauf ging es die ganze Zeit auf der Landstraße. Scheinbar gab es keinen anderen, Fahrrad freundlichen, Weg den Brenner hinauf oder Komoot kannte einfach keine Alternative. Fast zwei Stunden habe ich, inklusive Pause im schatten einer Brücke, den Brenner hinauf benötigt. Als ich endlich obern war und offiziell Italienischen Boden betreten durfte war es bereits Mittag und ich machte eine Pause in einer Pizzeria, dass hatte ich mir jetzt aber wirklich verdient. Außerdem ist jede Pause von der Sonne wirklich eine Wohltat. Ich liebe die Sonne und hohe Temperaturen ja sehr, aber in einem so langen Anstieg hat sie mir doch wirklich zu schaffen gemacht.

Abfahrt nach Sterzing

So richtig merkte ich, dass ich in Italien bin, als es aus Gries raus und in die Abfahrt ging. Ich hatte ja schon häufig gehört, dass es in Italien wunderschöne Radwege gibt aber dass hier war der Beweis. Direkt hinter dem Ort ging ein ganz neuer und richtig schöner Radweg los. Der Radweg war auch Komoot noch unbekannt und ich hatte erst etwas bedenken auf dem Radweg zu fahren, weil er in eine andere Richtung als die Ursprungsroute führte, aber ich dachte mir einfach: Egal, ich kann mir ja auch irgendwo eine Unterkunft suchen.

Der Radweg verlief wieder auf einer alten Bahntrasse, denn ich fuhr an einem verfallenem Bahnhof vorbei. Die Strecke führte 20 km mitten durch den Wald bevor in Sterzing ankam. Auf den kompletten 20 km habe ich drei andere Radfahrer getroffen und genoss ansonsten die Ruhe in dieser schönen Landschaft. In Sterzing gönnte ich mir meinen ersten Italienischen Cappuccino und füllte meine Flaschen wieder auf, bevor es in das erste Südtiroler Tal Richtung Brixen ging.

Ich muss gestehen, dass mein kurzer Besuch in Sterzing der Stadt nicht ganz gerecht wird. Ich bin mit dem Rad durch die Stadt gerollt und ich hätte durchaus auch etwas länger hier bleiben können, aber auf so einer Bikepacking Tour wird man halt keinem Ort gerecht in dem man sich aufhält.

Nun ging es für mich weiter durch die Täler Südtirols. Hinter Sterzing erst etwas breiter, bevor es in die engen und steil abfallenden Täler Richtung Brixen ging.

Die Täler vor Brixen wirkten eher verlassen. Es waren viele Fabriken geschlossen und Läden gab es auch nicht mehr viele. Dieser Region scheint es ökonomisch nicht so gut zu gehen. Ich hatte aber zum Glück gut gefüllte Flaschen und auch noch etwas zu essen in meiner Lenkertasche, so dass ich die Strecke gut überbrücken konnte.

Am späten Nachmittag kam ich in Brixen an, dass Ende meiner Heutigen Etappe. Brixen ist ein schönes kleines Städtchen, dem ich auch mal wieder nicht gerecht wurde. Bevor ich allerdings zum Hotel gefahren bin, genehmigte ich mir noch einen Cappuccino auf dem Dom-Platz. Hier in Südtirol sprechen alle deutsch, natürlich wusste ich das schon vorher, aber beeindruckend war es trotzdem. Als ich später zum Hotel den Hügel hochfuhr und eincheckte wurde wieder italienisch gesprochen.

Südtirol ist schon ein beeindruckendes Fleckchen Erde. Es ist alles ganz anders als anderswo. Man ist in Italien aber die Menschen hier sprechen deutsch und die Natur ist so brutal überwältigend, dass es in Worten nicht zu beschreiben ist. Übrigens: Es ging seit der italienischen Grenze zu 98% auf 1a Radwegen durch die Natur, nur in einigen Orten ging der Radweg wieder an die Straße. Italien, bzw. Südtirol tut was für den Rad-Tourismus! So macht es Spaß und ich sollte die nächsten Tage noch viel mehr davon sehen.

90 km - Von Innsbruck nach Brixen
90 km - Von Innsbruck nach Brixen

Etappe 11 - Riva del Garda ich komme

Brixen - Riva del Garda

Bereits am Vorabend beschloss ich meinem Ziel endlich entgegen zu treten: Riva del Garda. Von Brixen nach Riva del Garda sind es 155 km Ich hatte erst bedenken ob ich es nach 10 Tagen durchgehend Radfahren packe über 150 km zu bewältigen, aber die Zweifel schwanden bald und die Motivation stieg immer mehr. Nach einem schnellen Frühstück in dem kleinen Gasthof in dem ich war, packte ich mein Rad wieder und es ging auf die zweitlängste Etappe meiner Tour. Von Brixen bekam ich nicht mehr viel zu sehen, es ging vor der Altstadt wieder auf den Radweg am Fluss und das Tal hinab.

An jeder Ecke und in jedem kleinen Ort wurde man auf's neue von überrascht. Es gab viele Burgen und Schlösser zu sehen und auch waren an den italienischen Radwegen immer wieder Kunstobjekte aufgestellt, wobei ich mir natürlich nicht durchgelesen habe worum es ging oder welcher Künstler sie gemacht hat, ich fuhr immer weiter Menem Ziel entgegen. Die Täler waren teils beeindruckend eng und der Radweg wurde stellenweise mitten durch den Berg gebaut. Der Radweg führte entweder eng am Felsen entlang oder man fuhr durch einen Tunnel. Wer nie mit dem Rad durch Südtirol gefahren ist, weiß auch nicht wie schön Südtirol ist!

Um Bozen herum, nach ca. 45 km, wurden die Täler wieder etwas breiter, aber nicht minder attraktiv. Die Strecke ging weiter am Fluss entlang Richtung Süden. Ca. alle 20 km gab es Wasserstellen mit frischem Trinkwasser, an denen ich meine Flaschen wieder auffüllen konnte. Natürlich nicht an jeder Wasserstelle, aber jede zweite habe ich mitgenommen.

Ganz besonders beeindruckt war ich von den Fahrrad Raststätten an den Radwegen. Wirklich der Hammer! komplett abseits der Strassen und wirklich nur für Fahrradfahrer, gab es Raststätten. Mit Essen, Trinken, schattigen Plätzen, Luftpumpen und einer kleinen Werkstatt. So etwas wünsche ich mir in Deutschland auch. Vielleicht würde dass den Boomenden Fahrradtourismus in Deutschland noch mehr ankurbeln.

Weiter durch die Täler ging es für mich nach Trient. Ich wusste, dass es von Trient nur noch ca. 50 km bis Riva del Garda sind. Was ich nicht wusste war, dass ich Trient auf Grund von Schnellstraßen umfahren muss und das über den Berg. Mein Wahoo Elemnt Bolt hat zu diesem Zeitpunkt um die 37°C aufgezeichnet und ich musste den Weinberg hoch, aber ich wollte es ja so. Im Nachhinein finde ich's natürlich cool da hoch und durch die Weinberge gefahren zu sein, in dem Moment war es aber echt anstrengend 😩

Nahe des Zentrums von Trient ging es wieder runter Richtung Stadt. Ich ging gerade noch in einen Laden um mir ein paar Landjäger zu kaufen, als es anfing zu Regnen. Ich wollte nicht in Trient bleiben, deshalb zog ich mir die Regenjacke über und fuhr weiter. kaum eine Ecke weiter entwickelte sich der Regen zu einem MEGA Gewitter mit Hagel, also bin ich schnell in den nächsten Laden rein. Die Leute standen alle an ihren Fenstern und filmten das Unwetter, scheint also nicht normal gewesen zu sein 😂

Der Laden in dem ich gelandet bin war eine art Kiosk oder Café oder eben irgendwas dazwischen. Mit Englisch kam ich auch nicht wirklich weiter, aber die Leute da waren alle sehr nett und so blieb ich auf einen Cappuccino und ein Schokobrötchen aus einer Plastikpackung. Mehr gab es dort nicht, die Gäste sahen Fern, tranken Kaffe und rauchten vor der Tür. Strange aber alle sehr nett!

Als es nur noch nieselte machte ich mich wieder auf den Weg und mein Navi führte mich wieder an den Fluss.

Ich hatte noch immer nichts ordentliches gegessen, weil Trient und der Regen mir so viel Zeit geraubt hatten. Je weiter ich nach Süden kam, umso Italienischer wurde es und umso mehr wurde die lange Mittagspause bis 17:00 Uhr eingehalten. Jedes Restaurant und jeder kleine Laden hatte entweder komplett geschlossen oder keine Küche, sondern nur Kaffee. Irgendwo im Nirgendwo zwischen Trient und Riva del Garda fand ich dann einen kleinen Laden in dem ich zumindest ein Sandwich bekam, dass musste nun erst mal reichen.

Berühmt berüchtigt ist auch, dass am Nachmittag der Wind immer vom Gardasee das ganze Tal hochpeitscht. Wusste ich nicht! Hätte aber auch an meinem Plan nichts geändert wenn ich ehrlich bin, der Gegenwind erschwerte zwar die fahrt ein wenig, aber auf keinen Fall minderte er den Spaß und das tolle Gefühl welches ich hatte. Gegen Ende ging es noch ein paar Anstiege hoch, denn über den letzten Berg vorm See muss man halt immer rüber. Danach erblickte ich dann aber endlich den Gardasee vom Berg aus. Direkt an der Straße lag ein Lokal bei bester Aussicht und dort sah ich die Gruppe von Radfahrern, die ich schon kurz hinter der Österreichischen Grenze getroffen hatte. Ich setzte mich kurz zu ihnen und wir tranken ein Bierchen zusammen. Für sie war die Tour am Gardasee zu Ende, für mich sollte es ja noch ein wenig weitergehen.

Nun ging es für mich nur noch Bergab, im wörtlichen Sinne versteht sich. Es waren noch 8 km bis zum Hotel, die ich entspannt abrollte. Es war ein sehr kleines Hotel, am Rand von Riva del Garda und der Wirt, mit dem ich telefoniert hatte, hatte meinen Schlüssel vor der Tür versteckt. Ich nahm mein Rad mit auf mein Zimmer, duschte und ging noch etwas essen. Danach beschloss ich den nächsten Tag einfach hier zu bleiben und einen Tag Pause zu machen.

Nun hatte ich also mein St. Pauli Radpiraten Trikot sehr weit Richtung Süden getragen und war irgendwie glücklich und ein wenig stolz auf mich selbst.

155 km - Von Brixen nach Riva del Garda
155 km - Von Brixen nach Riva del Garda

Etappe 12 - Mit Bus und Bahn zum Start der nächsten Etappe

Meran - Mals

Bevor ich mich auf die 12. Etappe stürzte, habe ich erst ein mal einen Ruhetag in Riva del Garda eingelegt. Ich muss gestehen, dass ich nicht wirklich viel unternommen habe. Das Wetter war nicht gut genug zum Baden und auf eine weitere Ausfahrt habe ich verzichtet, es war ja Ruhetag: Spazieren gehen, einkaufen und entspannen und viel Schlafen. Damit ich am nächsten Tag nicht die selbe Strecke zurück fahren muss, habe ich mich erkundigt wie ich wie ich anderweitig von Riva del Garda wegkomme. Ich wollte mich gerne in Meran auf die nächste Etappe begeben und musste erst mit dem Bus und dann mit dem Zug fahren.

Am nächsten Tag bin ich rechtzeitig aufgestanden und habe noch lecker gefrühstückt, weil ich nicht so viel Zeit hatte, hatte ich das Rad bereits vorher wieder beladen und war in kompletter Montur beim Frühstück erschienen.

Ich setzte mich auf mein Rad und fuhr zu dem etwa 10 Minuten entfernten Busbahnhof. Dort wartete ich auf den Bus der mich nach Rovereto bringen sollte, dort gab es einen Bahnhof von dem auch Züge fahren. Am Vortag hatte ich bereits ein Busticket gekauft und der Man am Schalter hatte mir einen Bus genannt. Es wartete noch ein weiterer Fahrradfahrer mit mir auf den Bus, er wollte zum Zug und dann wieder nach Hause. Der Bus kam, doch leider wollte er keine Fahrräder mitnehmen 😔 Er meinte wir sollten einfach den nächsten fragen, ganz tolle Hilfe. Mittlerweile waren noch zwei weitere Fahrer hinzugekommen, die ebenfalls zum Zug und nach Hause wollten. Der nächste Bus kam und tatsächlich wollte er uns mitnehmen, der Haken war nur: Die vier Räder mussten zusammen mit dem Gepäck der anderen Reisenden in den Gepäckraum. Immerhin durften wir die Räder selbst einladen, aber ganz ehrlich: Wir haben echt gestopft, wollten aber unbedingt mit.

Mit dem Bus ging es also nach Rovereto direkt zum Bahnhof und ich hatte noch knappe 30 Minuten Zeit. Ich nahm also noch einen Cappuccino zu mir und wartete dann auf den Zug der mich nach Meran bringen sollte. Die Regional Züge in Italien sind sehr geräumig und obwohl viele Menschen im Zug waren, gab es mit dem Fahrrad kein Problem. Da kann sich die Deutsche Bahn gern ein Beispiel dran nehmen. In Italien kann man sein Rad nämlich wunderbar an der Wand aufhängen, so nehmen die Räder nicht zu viel Platz in Anspruch.

In Meran angekommen war es bereits 14:00 Uhr und ich musste erst mal was essen. Es war gerade Markt in Meran und so konnte ich mich dort verpflegen. 14:30 Uhr und endlich konnte ich mich auf den geplanten Track begeben. Ich war gerade aus Meran raus, da ging es in Serpentinen einen Berg hoch. Es war heiß, an diesem Tag erreichte das Thermometer 39°C und es war anstrengend. Irgendwie hat mich die unglaubliche Natur, die Landschaft und die Berge immer wieder so glücklich gemacht und mich motiviert, dass ich den Bergen einfach nicht böse sein konnte.

Die Landschaft in diesem Tal war etwas milder als in dem Tal durch das ich auf dem Hinweg zum Gardasee kam. Das Tal um Meran herum ist etwas milder, für mich beschreibt dieses Wort das Tal im Vergleich am besten. Die Täler sind etwas breiter und die Berge fallen nicht ganz so steil ab.

Wieder komme ich an einer dieser schönen Fahrradraststätten vorbei und kann nicht Wiederstehen eine Pause einzulegen. Ich wünsche mir wirklich dieses Konzept auch in Deutschland.

Es ist heiß und es wird spät, im Moment ist es schon sehr schwül und es fängt an zu regnen. Meine Camping Pläne für Heute werfe ich über den Haufen. So richtig komme ich nicht in Trapp, wahrscheinlich weil ich Heute so spät loskam. An den Bergen und der Vegetation erkenne ich, dass ich schon wieder ganz schön hoch bin. Am ende des Tages sehe ich im Höhenprofil, dass es die ganze Zeit bergauf ging. Irgendwie aber auch selbstverständlich, ich bin ja auch wieder auf dem Weg Richtung Norden.

Gegen 19:00 Uhr komme ich in Mals an und beschließe mir ein Zimmer für die Nacht zu suchen. Ich werde in dem kleinen Ort auch schnell fündig, esse noch eine Kleinigkeit und schlafe sehr schnell ein. Nach so einem Ruhetag fiel es mir schwer wieder in den automatischen Tritt zu kommen, aber Morgen ist ja ein neuer Tag.

60 km von Meran nach Mals

Etappe 13 - Die schwerste Etappe meiner Reise

Mals - Landeck

Frühstück gab es am nächsten Morgen bereits um 8:00 Uhr, ich konnte also wieder rechtzeitig starten. Beim Auschecken habe ich noch eine bemerkenswerte Unterhaltung mit dem Wirt. Ich schwärme ein wenig von meiner Reise und der Fahrradinfrastruktur in Italien. Der Wirt guckt mich komisch an, nicht beendet das Gespräch. Ic h hatte vergessen, dass Südtirol nicht nicht wirklich zu Italien zählt, wahrscheinlich fand er meinen gut gemeinten Kommentar nicht angebracht. Für mich ging die Reise dann aber endlich wieder weiter, auf meine schwerste Etappe der Reise.

Heute sollte es für mich direkt nach Österreich gehen. Als erstes über den Reschenpass, nach Nauders und dann wollte ich sehen wie weit ich kommen würde. Um 9:30 Uhr fuhr ich los und es waren ca. 25 km bis zum Reschenpass. Als ich losfuhr waren die Temperaturen bereits bei 30°C und es ging auf dem Weg zum Pass natürlich stetig bergauf. Irgendwann habe ich an meinen Armen kleine Bläschen entdeckt. ich habe mal kurz raufgedrückt und sie platzten recht schnell. Scheinbar hat sich da Feuchtigkeit unter der Haut gesammelt und die Hitze hat kleine Bläschen entstehen lassen. Es war irgendwie komisch, aber es tat nicht weh und es ist auch nichts weiter passiert. Mit viel Kraft aber ohne weitere Zwischenfälle bewegte ich mich stetig Richtung Reschenpass.

Erst vorbei am Reschensee und dann das letzte Stück zum Pass. Jeder bezwungene Pass macht einen irgendwie stolz, auch wenn ein pass auch nicht schwerer zu fahren ist als andere Bergstraßen, es ist so etwas wie eine kleine Trophäe die man in Erinnerung behält.

Auf den weiteren Teil der Etappe hatte ich mich ganz besonders gefreut: Es geht jetzt eigentlich nur noch bergab, zumindest war das der Plan. Über Radwege und Nebenstraßen geht es hinter der Grenze bergab Richtung Nauders, welches ich nach kurzer Zeit erreiche.

Ich fuhr durch Nauders hindurch um schnell voran zu kommen, einen kurzen Stopp am Pass hatte ich ja gerade hinter mir. Es ging einen steinigen Landwirtschaftsweg hinunter bis mich jemand stoppte. An diesem Tag war in Nauders ein Oldtimer Straßenrennen und die Straße, die fahren musste, war bis zum Abend gesperrt. Ich musste also erst mal wieder nach Nauders zurück und zwar über den steinigen Weg. Es ging zwei Kilometer bergauf und ich konnte dort auch nicht hochfahren, ich musste also schieben 😡

In Nauders angekommen, war ich erst mal gefrustet und suchte mir etwas zu essen in einem Laden wo es WiFi gab, ich musste ja nun eine neue Route planen und mein Datenvolumen war leider aufgebraucht. Die neue Route führte mich ein Stück durch die Schweiz und dann wieder auf die geplante Route zurück nach Österreich. Drei Länder an einem Tag hört sich zwar gut an, aber ich hatte ehrlich gesagt nich so richtig viel Lust auf Umwege.

Die Runde durch die Schweiz war leider notwendig, aber wirklich schrecklich. Es gab dort keine Radwege und die Autofahrer in der Schweiz benehmen sich als ob Radfahrer keine Lebensberechtigung haben. Ich hatte im Schweizer Teil am Bodensee schon mal ein ähnliches Erlebnis. Der Umweg über die Schweiz waren ca. 20 km Strecke, auf Grund der Autos war es aber die Hölle. Zwischendurch überlegte ich sogar einfach auf einem Campingplatz Pause zu machen, aber ich habe mich dann doch dazu entschieden dieses schreckliche Kapitel zu beenden und fuhr durch.

Es wurde dann aber wieder sehr schön und die Schönheit der Berge hat mir den Tag wieder versüßt. Es ging noch durch ein paar typische Österreichische Täler und Klamm bis nach Landeck wo ich auf einen Campingplatz ging und meine Hundehütte aufbaute.

Es war ein netter Kleiner Campingplatz und es waren sowohl mein Nachbarn als auch die Platzleitung sehr nett und WiFi konnte ich auch nutzen um meinen nächsten Tag planen zu können. Im Ort habe ich noch einen Döner gegessen, der erste Döner meiner Reise und bin dann schlafen gegangen. Die Nacht war ganz in Ordnung, auch wenn ich mich niemals so ganz an dieses Mini-Zelt gewöhnen werde. Für meine nächste Bikepacking Tour entweder nur Hotel oder ein größeres Zelt 😏

85 km von Mals nach Landeck
85 km von Mals nach Landeck

Etappe 14 - Der letzte Pass und raus aus den Alpen

Landeck - Füssen

Nun sollte sie also starten: Meine letzte Etappe. Ich hoffe Du hast diesen Artikel gerne gelesen und genossen und über die kleinen Fehler hinweggesehen. Ich wünsche Dir viel spaß mit meiner letzten Etappe und genießt sie, genau wie ich sie genossen habe.

Bereits kurz nach 6 Uhr Morgens wache ich auf, die Nacht im Zelt war erholsamer als die Nächte im Zelt zuvor, vielleicht gewöhne ich mich ja langsam daran. Da ich noch nicht weiß, ob ich die nächste Nacht im Hotel oder im Zelt verbringen werde, nehme ich alles an Ladekabeln und Powerbanks mit zur Dusche und lade alles noch einmal soweit auf wie es eben in 20 Minuten geht. Im Anschluss wird mal wieder alles zusammengepackt und verstaut, bevor ich mich wieder auf den Weg mache. Als erstes brauche ich einen Bäcker und halte Ausschau. Schade, in Landeck ist nichts offen. Es ist ja auch Pfingsten und Sonntag noch dazu, diese blöden Feiertage 😩 Ich brauche doch noch eine ordentlich Grundlage, der Fernpass steht doch noch auf meiner Liste.

Ich komme langsam aus dem engen und gemütlichen Tal, in dem Landeck liegt, heraus und finde nach kurzer Zeit eine Autobahnraststätte die auch vom Radweg zugänglich ist. Ok, nicht so schön wie die Fahrradraststätten wie in Italien, aber hey: Ich muss ja Nahrung aufnehmen 😂 Ich hole mir nur ein paar Kleinigkeiten, denn die Preise hier sind für Raststätten leider typisch.

Die Täler werden wieder enger und die Landschaft ist mal wieder Atemberaubend und inspirierend. Es folgen Kilometer von Gravel-Passagen, an die sich meine 25mm Reifen scheinbar schon gewöhnt haben. Das treten in die Pedale fällt mir nicht schwer, nach so vielen Tagen pedalieren ist scheinbar eine Art Automatismus eingetreten. Allerdings merke ich auf schwierigeren Passagen, dass meine Kräfte doch ein wenig nachlassen. Vielleicht war es die Belastung, vielleicht die nacht im Zelt oder nur der Mangel an Italienischem Cappuccino 😏: An diesem Tag packe ich mich zwei mal vollkommen unnötig hin und ratsche mir beide Beine um die Knöchel herum auf. Nichts wildes, bin einfach seitlich vom Weg abgerutscht.

Es ging viele Gravel Strecken durch den Wald, im Nachhinein bin ich bestimmt 90% Gravel an diesem Tag gefahren. Ich würde es jederzeit wieder so machen! Es ist viel schöner, ruhiger und natürlich Autofrei! Es gibt viele Abgesperrte Streckenabschnitte durch den Wald wo Kühe weiden, deshalb kann eben auch mal einfach eine Kuh im Weg stehen. Ich habe einfach ein paar Minuten gewartet, dann ging sie weg.

Es ging immer weiter durch den Wald und nach und nach nährte ich mich dem Fernpass. Für Auto- und Motorradfahrer auf der Straße purer Stress und Schleichtempo, für Radfahrer ein Traum. Schmale Schotterwege und Stege die über Abhänge führen. Ab und zu auch mal schieben, weil dies eher ein Wanderweg war, aber egal. Die Wanderwege waren sehr typisch für Österreich. So kenne ich es aus meiner Kindheit, wenn meine Mutter uns beim Wandern durch den Wald gescheucht hat.

Hinterm Fernpass ging es noch einmal auf die Straße und im Anschluß Entsprach die Komoot Route nicht mehr ganz der Realität und ich habe mich ein paar mal verfahren, nach ein paar Kilometern hatte ich aber auch diesen Teil der Strecke überwunden.

Die letzten 50 km ging es eher unspektakulär weiter, wenn man seit zwei Wochen unterwegs ist verliert man den Blick für die verborgenen Schönheiten. Für ging es jetzt einfach nur noch aus den Alpen raus, denn ich wusste: Heute werde ich die Alpen hinter mir lassen. Es nun zügig Füssen, meinem heutigen Etappenziel, entgegen.

Angekommen in Füssen suchte ich mir einen WiFi Hotspot, um nach einem Hotel Ausschau zu halten. Wie schon erwähnt, es war Pfingsten und die Preise waren doppelt so hoch wie die Tage zuvor. Ich suchte mir also wieder einen Campingplatz raus. So langsam zog es sich zu und es fing auch an zu Regnen. Die Wettervorhersage hatte Umwetter vorausgesagt. Ich musste noch ca. 8 km aus Füssen wieder rausfahren, bis ich am Campingplatz ankam.

Das letzte Foto der Tour, mein Bikepacking-Rad
Das letzte Foto der Tour, mein Bikepacking-Rad

Der Platz war sehr voll, Feiertag eben. Der Mann am Checkin meinte nur, ich soll auf die Wiese gucken und wenn ich noch einen Platz finde wiederkommen. Die Wiese war sau voll, aber ich hatte ja keine Alternative. Ich fragte ein paar Camper ob ich mich mit meinem Text zwischen sie quetschen darf und wenn man nett fragt, dann sind die Menschen ja auch nett. Ich baute mein Zelt auf, bevor es noch stärker zu regnen begann und ging im Anschluss in der Gastro eine Kleinigkeit essen. Die letzte Nacht meiner Bikepacking Tour sollte ich also im Zelt verbringen, Hauptsache ich bleibe trocken.

Es donnerte, knallte und blitzte wie verrückt und zwar fast die ganze Nacht. Ich bin mehrmals aufgewacht, obwohl ich eigentlich einen sehr tiefen Schlaf habe. Die Nacht habe ich aber trotzdem ganz gut überstanden. Es hat zumindest nicht reingeregnet, nur die Klamotten werden natürlich klamm und feucht, so dass meine Packtaschen am nächsten Tag etwas schwer waren als die Tage zuvor. Kurz nach sieben Checkte ich aus und fuhr Richtung Füssen zum Bahnhof, die Heimreise sollte das letzte Abenteuer werden!

95 km von Landeck nach Füssen
95 km von Landeck nach Füssen

Heimreise nach Hamburg

Füssen - Hamburg

Ich fühlte mich ins gerammt etwas feucht und klamm, als ich mich wieder auf mein Rennrad Schwang. Immerhin regnete es nicht mehr und ich konnte immerhin im trockenen meine Sachen packen und verstauen. Nun ging es für mich zum ca. 7 km entfernten Bahnhof in Füssen, da der Bahnhof natürlich etwas kleiner ist als in Hamburg habe ich diesen nicht sofort erkannt und musste etwas suchen. Am Schalter in der Halle stieß ich auf die erste Hürde. Die Dame die hinter dem Schalter saß konnte mir leider nicht wirklich helfen, der Dialog lief wie folgt:

Ich: Guten Morgen, ich möchte gern mit dem Zug zurück nach Hamburg, können Sie mir weiterhelfen?

Sie: Ich kann leider gerade nichts nachsehen, mein Rechner hat keine Verbindung!

Ich: Können sie mir vielleicht sagen, wann ein Zug Richtung München fährt?

Sie: Im Computer kann ich nichts sehen!

Ich warte, weil ich dachte sie holt einen Zettel hervor um nachzusehen...

Sie: Warum stehen Sie hier noch, ich habe dich gesagt, ich kann nicht helfen!

Ihre Kollegin guckt peinlich berührt und ich gehe weg...

Das war schon eine komische Situation. Ich bin dann abgerauscht und auf den Bahnsteig gegangen. Der Bahnhof hatte genau einen Bahnsteig, dass bedeutet es gab genau zwei Gleise. Ich schaute auf den Fahrplan und siehe da: Alle zwei Stunden fährt ein Zug nach München. Im ernst mal, dass konnte mir die Dame am Schalter nicht sagen? Ich ging zu dem Bäcker in der Wartehalle und holte mir etwas zu Essen, danach ging ich wieder zum Gleis und wartete auf meinen Zug.

Ich saß wenig Später in dem Zug nach München und die Reise verlief sehr angenehm. Ich unterhielt mich nich mich einem Amerikanischem Ehepaar, welches eine gemeinsame Fahrradtour in Süddeutschland gemacht hat. Ihre Haupt Reisegrund war aber die Hochzeit ihrer Tochter, welche jetzt in München wohnt. In München angekommen ging ich erst einmal in das überfüllte DB Reisecenter, ich zog eine Nummer und musste über 30 Minuten warten bis ich an den Tresen durfte. Ich benötigte einen ICE um nach Hamburg zu kommen und die Dame am Tresen, dieses Mal aber sehr nett, sagte mir, dass man diesen mindestens drei Tage vorher reservieren muss um mit dem Rad mitgenommen zu werden. Sie druckte mir vier ICEs aus die Fahrradwagons hatten und ich solle den Zugbegleiter fragen ob er mir noch einen Platz gibt. Ich kürze es an dieser Stelle mal ab, es gab freundliche und weniger freundliche Zugbegleiter und alle lehnten mich ab.

Frustriert führ ich mit dem Rad zum ZOB in München, denn es gab ja noch Flixbus. Ich weiß, nicht die beste Art zu Reisen aber meine einzige Möglichkeit. Per App kaufte ich ein Ticket für mich und mein Rad für den 17:00 Uhr Bus. Der Bus kam, aber auch dieser nahm mich nicht mit, der Bus wurde kurzfristig getauscht und hatte keinen Fahrradträger 😩 Ist wohl nicht mein Tag. Was tut man in so einem Fall? Man ruft die Hotline an! Ich wurde immerhin anstandslos auf den 20:00 Uhr Bus umgebucht. Abfahrt München 20:00 Uhr, Ankunft Hamburg 11:40 Uhr! 15 Stunden und 40 Minuten, kein Witz.

Mir war mittlerweile aber alles egal. Ich holte mir noch zwei Bier und etwas zu Essen um mir die Wartezeit am ZOB zu vertreiben.

Warten am ZOB in München
Warten am ZOB in München

Inzwischen erreichte das angekündigte Unwetter München, das über Süddeutschland ziehen sollte. Als der Sturm, das Gewitter, Regen und Hagel losgingen war ich sehr froh nicht mehr auf dem Rad zu sitzen. Der Wetterbericht hatte nicht gelogen!

Der Bus kam, das Rad kam hinten auf den Träger und ich hatte einen Guten Platz an einem vierer Tisch. Der Bus fuhr zick-zack quer durch Deutschland, so kamen die 15 Stunden und 40 Minuten zustande 😂 Kaputt, aber glücklich kam ich am nächsten Tag pünktlich in Hamburg an und rollte die 5 km bis nach Hause. Ich war zwar total müde, weil der Schlaf im Bus natürlich nicht der beste war, aber trotzdem wach genug um den Tag zu überstehen. Der Hammer, ich war wieder Zuhause und konnte das genauso wenig fassen, wie an dem Tag als ich losfuhr dass ich losgefahren bin.

Ein Wahnsinns Gefühl, nach einer Wahnsinns Bikepacking Tour!

Fazit

Mein Bikepacking Abenteuer ist nun schon länger vorbei und ich zehre noch immer von den Erlebnissen und Erinnerungen. So viele Dinge lassen mich immer wieder in Erinnerungen schwelgen, vor allem Musik. Ich habe auf Radwegen immer die Kopfhörer ins Ohr gesteckt und Musik gehört, wenn ich jetzt einige Songs höre habe ich sofort wieder Bilder von der Reise im Kopf.

Wenn mich jemand fragt ob ich es wieder tun würde, sage ich sofort ja. Ich würde es sofort wieder tun und ich würde es auch genauso tun wie ich es getan habe: Alles am Rad und ganz alleine! Nur das Zelt würde ich das nächste mal zuhause lassen oder zumindest gegen ein etwas größeres tauschen. Die Reise so ganz allein war etwas ganz besonderes für mich und es war zu keiner Zeit unangenehm. Für mich war es sogar sehr berauschend. Auf diesen langen Fahrten mit sich selbst und seinem Schweinehund auszukommen ist eine Herausforderung, aber eine schöne.

Mein Equipment war vom Fahrrad bis zum Kettenöl die richtige Wahl. Einzig das viel besagte Zelt, so called Hundehütte, war einfach zu klein für mich langes Elend (194 cm). Meine Taschen von Apidura und mein Wahoo Elemnt Bolt waren treue Begleiter die ich noch auf vielen Abenteuern weiter verwenden werde, die Investition war es also wert.

Ich kann einfach nur jedem empfehlen so etwas zu machen! Bikepacking ist einfach klasse, pure Freiheit eben. Es ist so einfach. Fahrrad nehmen, ein paar Klamotten in die Taschen und geht's. verschwendet nicht zu viel Zeit auf die Planung. Sucht Euch ein Ziel und fahrt einfach los. Ich werde auch in Zukunft häufiger über das Bikepacking schreiben und Material und Packlisten veröffentlichen, dann werdet Ihr sehen dass man nicht viel auf so einer Reise benötigt.

Ob ich wieder so eine Tour plane, werde ich sehr oft gefragt. Ja, Natürlich! Die Richtung steht für mich noch nicht fest, ich habe gerade zwei unterschiedliche Ideen im Kopf - die ich aber noch nicht verrate. Ich würde meine Tour aber wieder zwischen Mitte Mai und Mitte Juni planen. Da sind noch keine Schulferien und die Hotel Preise halten sich somit noch in Grenzen, außerdem bekommt man auch spontan noch ein freies Zimmer.

Wenn ich so an meine Reise denke muss ich immer lächeln und ich wünsche mich auf Tour zurück. Nach meiner Reise kam mir in meinem Berufsalltag alles so unwichtig vor, ich habe ein Stück Gelassenheit mit nach Hause genommen. Wo schlafe ich heute Abend? Irgendetwas werde ich schon finden! Was ich auf meiner Reise gelernt habe: Für alles gibt es eine Lösung, nur nichts zu eng sehen.

Falls Ihr Fragen oder Anregungen habt, hinterlasst diese gern in den Kommentaren oder schickt mir eine Nachricht an info@Rennrad-Hamburg.de, ich freue mich über jedes Feedback!

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