Bikepacking – Alpen, Venedig, Dolomiten – Teil 2

Training und Touren Bikepacking Bikepacking – Alpen, Venedig, Dolomiten – Teil 2

Willkommen zu Teil 2 meines Reiseberichts meiner Bikepacking Tour durch die Alpen, Dolomiten und nach Venedig. In meinem Artikel Bikepacking – Alpen, Venedig, Dolomiten – Teil 1 habe ich Euch noch viel von den Vorbereitungen den Hürden und den ersten beiden Etappen erzählt. In diesem Artikel möchte ich Euch direkt mit auf meine dritte Etappe nehmen.

Kleine Erinnerung: Wir starten in der Schweiz, ca. 20 km vor Zürich.

Meine gesamte Tour habe ich in einer Komoot Collection gespeichert und diese findet Ihr hier: Bikepacking Tour Collection

Etappe 3 - Kurze Zugfahrt und dem Unwetter (fast) entkommen

Am nächsten Morgen ging es nach dem Frühstück wieder auf die Straße. Wir hatten die letzten Tage immer wieder den Wetterbericht gecheckt denn es nährte sich ein Umwetter, welches sich auf der Südtiroler Seite der Alpen ausbreitete. Wir fuhren mit den Rädern nach Zürich um dort in den Zug nach Lugano zu steigen und von dort weiter an den Comer See zu fahren.

Von Lugano waren es noch ca. 18 km bis zur Italienischen Grenze. Selbstverständlich hatten wir vor der Abreise die Elektronische Einreiseanmeldung für Italien ausgefüllt, in Zeiten von Corona muss man sich eben etwas mehr vorbereiten auf so einen Tripp. An der Grenze haben uns die netten Polizisten aber einfach durchgewunken und wollten gar nichts von uns sehen. Wir fuhren bis Menagio um mit der Fähre Olivedo über zu setzen. Au der Fähre konnten wir bereits die dunklen Wolken etwas nördlicher sehen.

Als ich über die Grenze nach Italien fuhr, habe ich sofort eine Veränderung wahrgenommen. Ist bestimmt eher ein persönlicher Splien, aber irgendwie wirkte mein geliebtes Italien sofort auf mich. Wir fuhren noch eine Weile auf der Landstraße und die Galerien, die typisch für die Straßen an Seen sind und gönnten uns bei der ersten Gelegenheit einen Cappuccino: Den ersten in Italien.

Der erste Cappuccino in Italien
Der erste Cappuccino in Italien

Auf zur Fähre und noch eine Unterkunft vor dem Regen finden

Nun ging es für uns, entlang des Comer Sees, nach Menaggio zur Fähre. Wir wollten gerne an diesem Tag noch übersetzen und uns dann erst ein Hotelzimmer suchen. Beim Blick nach Hinten konnten wir allerdings schon die dunklen Wolken in den Bergen sehen, da wird Heute noch was runterkommen. Mit der Fähre sind wir von Menaggio nach Varena, auf der anderen Seite des Comer Sees gefahren.

Wir hatten jetzt noch 15 km bis zu unserem gebuchten Hotel in Abbadia Lariana und traten etwas kräftiger in die Pedale, weil uns der Regen im Nacken saß. Wir schafften es aber im trockenen bis zum Ziel, nahmen unsere Räder mit auf den Balkon und suchten uns was zum Essen.

Ab nach Italien
Ab nach Italien

Das waren Heute 76 km mit dem Rad plus die Bahnfahrt.

Etappe 4 - Den Fluten entflohen

Wie schon gesagt, wir hatten bereits auf der letzten Etappe die dicken und schweren Regenwolken im Nacken und tatsächlich kamen wir geradeso trocken im Hotel an. Es regnete den ganze Abend und die ganze nacht und auch am Morgen Zogen die Wolken tief über den See. Gewitter und Starkregen waren an diesem Vormittag für den Comer See angesagt.

Start bei strömendem Regen und überfluteten Straßen

Es regnete zwar in strömen, aber wir bepackten tapfer unsere Räder und rollten los. Die Straßen standen unter Wasser und wir waren innerhalb von Sekunden komplett nass. Straßen? Es waren doch eher Flüsse durch die wir uns jetzt bewegten. Die Komoot Route sollte uns am Ufer des Comer Sees Richtung Lecco führen. Leider hatte es mittlerweile so stark geregnet, dass ein Tunnel komplett gesperrt wurde und wir nicht weiter kamen. Ein Blick von außen in den Tunnel verriet uns, dass die Autos bis zu den Türen im Wasser standen.

Wie immer kam ich in so einer Situation nicht auf die Idee mal ein Foto zu machen, Ihr müsst mit jetzt einfach mal glauben.

Wir suchten uns einen kleinen unterstand um auf Google Maps zu checken, ob es auch noch andere Wege Richtung Lecco gibt. Leider gab es nur diese eine Verbindung auf die andere Seite des Berges. Vom Vortag wussten wir noch, dass es eine Fährverbindung geben muss und fuhren zum Anleger zurück. Leider teilte uns der Fahrplan mit, dass wir zwei Stunden warten müssen. Wir wollten schon ins nächste Café radeln, da kamen wir noch mal auf die Idee nach einem Bahnhof zu suchen und siehe da: Direkt um die Ecke.

Am Bahnhof haben wir dann fest gestellt, dass in 40 Minuten ein Zug kommt der nur 9 Minuten bis nach Lecco benötigt. Zum Glück gab es einen trockenen Warteraum in den wir hinein konnten.

Der Bahnhof in Abbadia Lariana
Der Bahnhof in Abbadia Lariana

Natürlich hatte die Italienische Bahn noch mal 10 Minuten Verspätung, aber was soll's 😂

Weiter bei strahlendem Sonnenschein

In den Bergen ist es wirklich sehr verrückt, aber dass macht es ja irgendwie auch cool. Wir stiegen in die Bahn und als wir nach 9 Minuten aus dem Zug ausstiegen schien die Sonne und es war wohlig warm. Einfach mal auf die andere Seite des Berges gefahren und schon ist Sommer 😎

Die Sonne trocknete und wärmte uns zum Glück schnell. Nun sollte es von Lecco auf die Südseite der Berge gehen wo es flach ist. Zuvor mussten wir allerdings noch einen krassen Anstieg nehmen. Hier merkte ich zum ersten mal, dass ich nicht die Richtige Kassette drauf habe. Stellenweise mit über 11% Steigung war das schon mal eine Herausforderung. Auf Grund der bekannten Lieferprobleme, habe ich noch eine 14 - 24 Kassette drauf 😳 also dass was man eigentlich auf einem Stadt, beziehungsweise Trekkingrad drauf hat. Die Steigungen sind zwar auch mit so einer Kassette machbar, allerdings ist Muskelkater die Folge. Oben auf dem Gipfel gab es aber zur Belohnung erst mal einen Cappuuccino.

Es ging noch etwas wellig weiter, bevor wir in die Ebene kamen und nach Bergamo fuhren. Die Route südlich der Berge hatte mir so gar nicht zugesagt. Es muss ja nicht immer hügelig sein, aber hier ging es immer nur die Straße entlang mit viel zu viel Verkehr. Ehrlich gesagt verlor ich echt die Lust an diesem Tag. Die Strecke war langweilig und die Autos anstrengend. Schön wurde es erst wieder als wir uns dem Iseo See nährten.

Die Belohnung folgt am Abend

Am frühen Abend kamen wir in Iseo am Iseo See an. Den Iseo See kannte ich noch nicht und wurde deshalb positiv überrascht. Ich wurde nicht nur von malerischen Natur, sondern auch von dem richtig schönen Städtchen Iseo empfangen. Heute setzten wir und erst einmal in ein Café, suchten dort ein Hotel heraus und genossen den Blick auf den See.

Wir entschlossen uns dazu das Hotel direkt neben dem Café zu nehmen und nahmen ein Zimmer mit Balkon und Seeblick 😍 Ich weiß, dekadent. Allerdings ist das Reisen zu Zweit so viel günstiger als allein, dass wir uns diesen Luxus gegönnt haben.

Natürlich haben wir am Abend noch lecker gegessen und sind ein wenig durch den Ort gelaufen, man muss ja auch mal gucken wo man ist.

Den Iseo See - ob nun Fahrradurlaub oder nicht - kann ich wirklich sehr empfehlen. Wunderschön und nich so voll wie der Garda See oder der Comer See. Wenn man bedenkt unter welchen umständen wir Heute gestartet waren und wie sich der Sommer nun präsentierte, kaum zu glauben!

Vom Comer See bis zum Iseo See
Vom Comer See bis zum Iseo See

So geht es weiter

Nach der letzten Fahrt durch das flache Land, haben wir beschlossen wieder etwas zu ändern. Wo es dann genau lang ging und was uns da für Herausforderungen erwartet haben, erzähle ich im nächsten Artikel 😉

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