Bikepacking – Alpen, Venedig, Dolomiten – Teil 1

Training und Touren Bikepacking Bikepacking – Alpen, Venedig, Dolomiten – Teil 1

Endlich wieder Bikepacking Zeit! Nur das nötigste mitnehmen, das Gravel Bike oder Rennrad satteln und dann ab auf die Reise. In diesem Jahr habe ich eher die Komfort-Variante gewählt und nur in Hotels übernachtet. Damit habe ich etwas an Gepäck gespart, weil ich das Zelt, Schlafsack und Isomatte nicht mitnehmen musste. Die Reise wurde mehr oder weniger spontan, von Tag zu Tag, entschieden und wir sind dem Regen entkommen.

Oh ja, ihr habt richtig gelesen, in diesem Jahr war ich ausnahmsweise nicht alleine Unterwegs. Ein ehemaliger Arbeitskollege und Rennradfahrer, mit dem ich auch hier am Deich häufiger mal Runden drehe, hat mich begleitet. Eines vorweg: Marcus und ich haben uns gut verstanden und es gab keine vorzeitige Trennung 😂 Ich scheine also doch noch einigermaßen gesellschaftsfähig zu sein.

Meine gesamte Tour habe ich in einer Komoot Collection gespeichert und diese findet Ihr hier: Bikepacking Tour Collection

Pearl Gravel am Titisee
Pearl Gravel am Titisee

Die Ursprüngliche Planung

Ach ja, wenn die Planungen in Zeiten von Corona und bei Reisen mit der Deutschen Bahn doch so einfach wären. Wir hatten von Beginn an geplant durch Deutschland, Österreich, die Schweiz und natürlich durch Italien zu fahren. Zum Glück gab es keine besonderen Reisebeschränkungen oder Regeln, die dies verhindert hätten. Wir mussten lediglich für Italien eine Voranmeldung (den Greenpass) ausfüllen. Kleiner Spoiler: Der Geenpass wurde nirgends verlangt.

Wie ich schon in meinem Artikel Bikepacking Reiseziele – Urlaub mit dem Fahrrad geschrieben habe, wollten wir eigentlich mit dem Zug nach Mailand und von dort aus los, leider muss man bei der Deutschen Bahn Fahrrad Tickets für den ICE ca. drei Monate im Voraus kaufen, weil die Plätze sonst schon alle ausgebucht sind. Wie soll man denn in einem Corona-Sommer so frühzeitig planen? Vielleicht sollte die Deutsche Bahn mal darüber nachdenken mehr Fahrradplätze in ICEs zu schaffen. Wäre mal eine angebrachte Maßnahme! Nach viel Recherche, wo wir denn noch eine Fahrt Richtung Süden hin bekommen, haben wir einen Zug bis nach Freiburg buchen können und nun geht die Reise los!

Etappe 1 - Anreise nach Freiburg und die erste kleine Etappe

Auf nach Freiburg

Am Samstag Morgen um 4:37 Uhr sollte es vom Hamburger Hauptbahnhof mit dem Zug nach Freiburg gehen. Ich fuhr pünktlich Zuhause los um wie vereinbart um 4:10 Uhr am Hauptbahnhof zu sein, wir wollten uns noch etwas Verpflegung für die Fahrt besorgen.

Abfahrt Zuhause
Abfahrt Zuhause

Pünktlich war ich am Hauptbahnhof und wartete auf meinen Begleiter, aber er kam nicht. Kurzerhand habe ich ihm geschrieben, dass ich schon mal rein gehe und mir was zu Essen hole und auf den Bahnsteig gehe. Alles erledigt und bepackt stand ich nun auf dem Bahnsteig, aber Marcus kam nicht. Irgendwann kam dann auch der Zug, ich stieg ein und saß alleine im Zug 😂

Ich weiß nicht mehr wann, aber es war schon hell und Marcus meldete sich dass er dachte wir fahren erst Sonntag. Tja, so kann es manchmal sein! Er buchte sich einen Flixbus und würde am nächsten Morgen in Freiburg ankommen. Dass bedeutete für mich einen entspannten Tag im Schwarzwald.

In Freiburg angekommen

Um 14:00 Uhr kam ich in Freiburg an. Erst einmal musste ich mir einen Fahrradladen suchen, denn ich hatte in Hamburg auf dem Weg zum Hauptbahnhof eine Schraube meiner Cleats verloren. Ist mir noch nie zuvor passiert, aber jetzt. Fahrradladen war in der Nähe des Freiburger Hauptbahnhofs und diesen steuerte ich erst einmal an. Schraube bekommen, Trinkgeld in die Kasse und los ging es. Bevor ich nun aber gleich los radelte, habe ich erst einmal gecheckt wohin es Heute für gehen soll. Nur ein kleines Stück (ich musste ja auf Marcus warten) und schön soll es sein.

Ich beschloss an diesem Tag 30km bis zum Titisee zu fahren und mir dort ein Zimmer zu nehmen. Bereits am Start (mache ich sonst nie) habe ich mir ein Zimmer gebucht, waren ja nur 30 km.

Es ging wunderschön aus Freiburg raus. Immer am Flus entlang auf schönen Radwegen.

Das Problem in Deutschland mit den Fahrradwegen

Leider gibt es in Deutschland schöne Radwege nicht flächendeckend, es ist häufig leider so dass man als Radfahrer einen offiziellen und schönen Radweg fährt, dieser dann aber abrupt auf eine Landstraße endet. So war es leider auch in diesem Fall im Schwarzwald 😩

Nachdem der Radweg endete, landete ich auf einer Bundesstraße. Ich denke zwar, dass ich hier noch fahren durfte, aber Spaß war das nicht. Zweispurig in jede Richtung und die Autos sind an einem vorbei geballert. Obwohl ich immer wieder versucht habe auf Waldwege auszuweichen, musste ich leider auf die Straße zurück. Als ob dass noch nicht ausreicht, ging es auch noch ziemlich bergauf und deshalb konnte ich nicht übermäßig schnell da weg kommen. Ganze 9km quälte ich mich mit Angst auf dieser Straße, ich hasse es!

Danach ging es dann aber endlich in den Wald und es wurde schön.

Anschliessend ging es durch den Wald an den Titisee, wo meine kleine erste Etappe Heute enden sollte. Immerhin waren es auf den ersten 30km 640hm.

Titisee
Titisee
Freiburg bis zum Titisee
Freiburg bis zum Titisee 30km und 640hm

Etappe 2 - Vom Titisee in die Schweiz

Ich konnte im Hotel am Titisee erst einmal schön ausschlafen und Frühstücken, während Marcus so langsam mit dem Flixbus in Freiburg ankam. Kurz nach 10 Uhr haben wir uns dann am Ufer des Titisees getroffen und erst einmal besprochen in welche Richtung es Heute gehen soll. Es regnete bereits, weshalb wir unsere Besprechung in ein Café verlegten. Wir beschlossen Richtung Schweizer Grenze zu fahren und als es los ging regnete es in Strömen.

Fahrt durch den Schwarzwald

In strömendem Regen ging es also am Titisee los. Es war zum Glück nicht wirklich kalt, weshalb es reichte einfach die Regenjacke über zu ziehen. Wo mich der Schwarzwald am ersten Tag mit der Landstraße schwer enttäuscht hatte, hat der Schwarzwald mich nun mit wunderschönen Straßen und Waldwegen maximal entzückt.

Während der Regen so heftig war, sind leider nicht so viele Fotos der Strecke entstanden. Schön war es aber wirklich.

Die beste Abfahrt unseres Lebens

Die erste Hälfte der Etappe verlief auf ca. 1000m Höhe durch den Schwarzwald. Erst hinter dem Schluchsee erwartete uns eine kleine Überraschung. Die Straße unser geplanten Strecke war gesperrt, wegen Brückenschäden. Wir dachten also, dass wir da lieber nicht lang sollten 😉

Wir sind auf eine Nebenstraße ausgewichen, die eigentlich auch gesperrt war aber es stand kein Grund am Schild. Das erste Stück ging noch noch krass bergauf. Es war eben nur einen Nebenstraße und diese gehen meist steil bergauf 😳 Oben angekommen, kamen wir in einen kleinen Ort. Wir mussten das letzte Stück schieben, weil die Straße eben leider unglaublich steil war.

Im Ort ging es dann auf eine verlassene Forststraße, auf der dann eine der besten Abfahrten meines begann. Ein paar Hundert Meter verlief die Abfahrt auf einer schönen Gravel Strecke und dann ging es auf eine gut zu befahrende Straße. Komplett im Wald und komplett alleine. Knappe 10km ging es hier schön bergab! MEGA Abfahrt!

Geile Abfahrt 🚴‍♂️

Ab in die Schweiz

Kurz vor der Schweizer Grenze haben wir uns erst mal ein ordentliches Essen gegönnt. Wir waren zwar immer noch recht nass, aber die Sonne kam gerade raus und so konnten wir die Regenjacken ablegen und etwas trocknen. Zuerst hatten wir gedacht wir fahren direkt nach Zürich, weil wir am nächsten Tag dem angekündigten Unwetter mit dem Zug entkommen wollten. Zürich ist aber so teuer, dass wir beschlossen haben uns ein Zimmer 20km vor Zürich zu nehmen.

Wir sind in der Schweiz also noch ungefähr 20km gefahren, bis wir zu unserem Zimmer in einem kleinen Gasthof ankamen. Mittlerweile schien die Sonne und die Regenjacke konnte wieder in der Tasche verschwinden. Kurz vor dem Ziel hatte ich dann auch noch meine erste und auch einzige Panne auf der Tour.

Ich muss gestehen, ich bin ein sehr verwöhnter Bikepacker, was die Strecken angeht. Bikepacking ist für mich Entspannung und auf befahrenen Straßen kann ich das nicht so gut. Ich bin zwar kein Freund von Pauschalaussagen, aber die Schweizer Autofahrer sind Radfahrern gegenüber sehr rücksichtslos. Ich wollte also so schnell wie möglich nach Italien!

Das waren Heute knappe 80km in die Schweiz

Vom Titisee in die Schweiz
Vom Titisee in die Schweiz

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