SpeedX Leopard Pro Testbericht

Die Kickstarter-Kampagne um das SpeedX Leopard und das SpeedX Leopard Pro sorgte 2016 für viel aufsehen. Ich habe mein SpeedX Leopard Pro nun nach 16 Monaten Wartezeit endlich bekommen. Meine Erfahrungen, meine Up-and-Downs werde ich hier in meinem Langzeit-Testbericht niederschreiben. Ich möchte Euch ehrlich und wie immer direkt über das First Smart Aero-Roadbike informieren und auf dem Laufenden halten. Begleitet mich auf meinem SpeedX Leopard Pro Abenteuer und ich freue mich über Feedback, Fragen und Kommentare.

Mein lang ersehntes Aero-Rennrad kam gut verpackt in Hamburg an. Nachdem ja leider 16 Monate darauf warten musste (die ganze Geschichte könnt Ihr hier nachlesen: SpeedX Leopard Pro Lieferzeit) ging der Versandt von Taiwan nach Deutschland verdammt schnell. Drei Tage hat es es gedauert. Ich bekam die TNT Tracking-Nummer und drei Tage später stand der Mann von TNT vor meiner Tür. Der Knüller: Ich musste nichts bezahlen! Eigentlich hätte ich mindestens mit der Zollgebühr von 11% gerechnet, aber nicht einmal dass musste ich bezahlen. Keine Ahnung ob SpeedX hier mal was richtig gemacht und alle Kosten aus Kulanz für die lange Wartezeit übernommen hat, oder ich einfach Glück hatte. Ich will aber nicht meckern, war ja zu meinem Vorteil.

SpeedX Leopard Pro Unboxing

Ich habe mich bestimmt seit über 30 Jahren über so etwas gefreut wie auf dieses Paket. Natürlich war auch etwas Angst dabei, nach all den Geschichten von Qualitätsmängeln, falschen und fehlerhaften Lieferungen. Aber vielleicht war es auch gar nicht so schlecht, das ich so lange auf mein SpeedX warten musste. Denn das Werk in Taiwan hatte eine Lernkurve zu bestreiten.

Auspacken

Der Karton war sehr stabil und nicht beschädigt. Alles top in Form! Ich öffnete das Montage-Video, welches SpeedX auf Youtube für die Montage des Leopard bereitgestellt hat und begann mit dem Auspacken. Erst einmal den Kleinkram raus und hoch mit dem Rad.

SpeedX-Leopard-Pro-Montage

Der Zusammenbau dauerte nicht länger als 20 Minuten. Alles ließ sich so zusammenstecken wie von SpeedX in dem Video beschrieben. Zum Schluss stellte ich noch den Sattel grob auf meine Höhe und montierte meine Pedale, fertig. Der Hammer, ich war begeistert. Ganz schön krank, aber im Anschluss musste ja erst einmal alles aufgeladen werden. Die SpeedX Speedforce (der Radcomputer) und die Di2 Schaltung von Shimano brauchten erst einmal Strom. Mein Kätzchen kam ins Gästezimmer und wurde an den Strom geschlossen. Die Ladung der Di2 Schaltung soll laut Herstellerangaben 2500km halten, die Speedforce soll ca. 800km mit einer Ladung auskommen.

Ich habe die Akkus über Nacht laden lassen und am nächsten Morgen abgezogen und ich konnte es kaum erwarten die erste Probefahrt zu machen

Probefahrt

Ich rollte meine Wildkatze durch die Garage auf die Straße. Das erste Mal Asphalt under den Gummies, zum ersten mal frischer Wind am Karbon-Rahmen. Mein Leopard wurde erst einmal in den Feedback Ständer gerollt für das erste Fotoshooting. Bereits beim schieben merkte ich, dass mein Leopard Pro viel leichter ist als mein Alu-Rennrad. Wäre ja auch komisch wenn nicht, diese Gefühl fand ich trotzdem bemerkenswert.

Die ersten Meter

Jetzt hatte ich den Moment aber wirklich mehr als genug hinausgezögert. Ständer bei Seite und rauf auf’s Rad, grrrr….. Man, dass war ein wirklich neues Gefühl. Der Rahmen schön steif und die Kraftübertragung vom Rad auf die Straße war quasi 1zu1. Ganz zu schweigen von der Ultegra Di2 Schaltung. Ich kann an dieser Stelle schon mal sagen, eine Di2 Schaltung ist schon der Hammer. Es ist einfach ein Unterschied wie Tag und Nacht elektrisch zu schalten im Gegensatz zum mechanischen schalten über Bowdenzüge.

Speedforce – Die ersten Versuche

Die SpeedX Speedforce ist der fest installierte Radcomputer auf dem Leopard Pro. Ich hatte im Vorfeld schon verschiedenes im SpeedX Forum gelesen und nicht alle Kommentare waren gut. Ich fuhr an diesem Tag nur ein paar wenige Kilometer, ich wollte nur testen, das tracken funktionierte laut Speedforce auch. Zuhause angekommen wollte ich dann die Strecke mit der App synchen, aber leider schlug das fehl. Die Bluetooth Verbindung zwischen Speedforce und iPhone war nicht stabil. Die Daten die in der SpeedX App ankamen waren beschädigt und konnten so auch nicht zu Strava synchronisiert werden. Ich konnte auf meinem iPhone zwar sehen dass es ein GPS und Firmware Update gab, aber leider leider hielt die Bluetooth-Verbindung nicht für ein Update.

Speedforce Update

Da kam mir eine Idee: Ich nahm ein etwas älteres iPad meines Sohnes, installierte die App und koppelte das iPad mit der Speedforce. Schwupp! Verbindung hält! Firmware Update gemacht, GPS Daten aktualisiert und beim nächsten Ritt hat alles funktioniert. Von nun an auch mit meinem iPhone. Mein Workaround wird mittlerweile auch im SpeedX Forum so den Nutzern angeboten.

Fitting – Ein Rennrad muss perfekt sitzen

Ich bin ein großer Freund des Fittings vom Fachmann. Auch wenn ich – aus Kostengründen – Online bestellt und ein Crowdfunding-Projekt unterstützt habe, liebe ich es zu meinem lokalen Fachhändler zu gehen. Leider hatte ich in der Vergangenheit nie den wirklich richtigen Laden gefunden. Mal bekam ich nach einer Wartung mein Rennrad zurück, habe bezahlt und hatte den Eindruck es wurde nichts gemacht und beim Anderen werden Termine nicht gehalten. Beides kann sehr ärgerlich sein.Dieses Mal habe ich mir vorgenommen zu von Hacht zu gehen. Für alle die es nicht wissen, Radsport von Hacht ist von den Stevens Gründern gegründet worden und natürlich werden hier ausschließlich Stevens Fahrräder verkauft. Der Ruf von von Hacht ist durchaus gemischt. Die einen sagen „Weltbester Fahrradladen“ die anderen sagen unfreundlich und teuer. Da von Hacht bei mir um die Ecke ist, war ich schon mehrmals da um Ersatzteile zu kaufen und meine Erfahrung war sehr positiv. Sie haben immer alles auf Lager und die Preise sind wie in jedem anderen Laden auch. Verschenken tut ja eh niemand was und Schnäppchen sind eine Legende. Eines also schon mal vorweg: Radsport von Hacht ist ein klasse Laden mit wirklich kompetenten Mitarbeitern. Viele der Mitarbeiter kommen direkt aus dem Radsport und haben wirklich Ahnung, der Background der Stevens Bauer kann nur von Vorteil sein.

Ich fuhr also mit meinem SpeedX zu von Hacht in die Breitenfelder Straße in Hamburg, immer noch etwas unsicher wie ich dort empfangen werde. Ich kam in den Laden und die Mitarbeiter waren alle offen und nett. Der Kollege der um das Fitting kümmert kam auch gleich um die Ecke und machte keine komischen Bemerkungen, ganz im Gegenteil. Er war sehr interessiert, weil er das Rad natürlich nicht kannte. Von den jüngeren Kollegen kamen aber natürlich einige neugierige Blicke, die kannten das Rad sehr wohl. Mein Rad kam aif die Rolle und ich setzte mich drauf und begann zu strampeln. Pause, messen, strampeln. So ging es en paar mal. Ich stieg ab und der Profi begann hier und da ein wenig zu schrauben. Er meinte, dass ich Glück habe und der Vorbau perfekt passt, sonst hätte ich auch Pech gehabt weil man den ja nicht ohne weiteres tauschen kann. Ich strampelte wieder ein wenig und nach 20 Minuten war alles tipp topp! Ich bin immer wieder beeindruckt, wie viel das Fitting bringt. Es sind immer nur Millimeter die hier und da eingestellt werden und das Fahrgefühl ändert sich immens, zum guten natürlich. Im Anschluss gingen wir beide noch in die Werkstatt zum Meister, der sich einmal alles ansah und die Di2 etwas nachjustierte. Nach gesamt ca. 50 Minuten war ich, bzw. mein Areo-Rennrad fertig und perfekt auf mich eingestellt. Ich weiß nicht ob ich das sagen darf, aber der Fachmann hat – auf Grund dessen dass nicht viel justiert werden musste – EUR 20,- für alles genommen.Hut ab! Sehr Fair und ehrlich! Mal nebenbei, ich hatte auch in einem anderen Fachgeschäft nachgefragt und die wollten pauschal EUR 200,- haben. Radsport von Hacht hat mich und meine Wildkatze auf jeden Fall als neuen Stammkunden.

Die erste Tour

Ihr könnt Euch sicher vorstellen, dass ich es kaum abwarten konnte meine erste Tour mit meinem neuen Baby drehen zu dürfen. Genau gesagt hatte ich diese schon geplant bevor ich beim Fitting war und so traf ich mich am Tag nach dem Fitting mit meinem Trainingspartner. Wir hatten – wie so oft – die Mittlere Hausrunde geplant, so knappe 60 km in den Hamburger Osten. Ich merkte sehr schnell, dass die Sitzposition auf einem Aero-Rennrad auf Grund seiner Ergonomie, eine ganz andere Sitzposition erfordert. Der Oberkörper ist noch gebeugter als auf einem normalen Rennrad.

Fahrverhalten den SpeedX Leopard Pro

Nun bekam ich alle Eigenschaften meines Leopard Pro zu spüren und das meine ich durchaus positiv. Wie ich schon erwähnte, ist die Kraftübertragung auf Grund der hohen Steifigkeit des Karbon-Rahmens und der Karbon-Laufräder ein Himmelweiter Unterschied zu einem Alu-Rennrad. Jeder Kraftaufwand wird sofort 1:1 auf die Straße getragen. Mein Leopard wirkt viel agiler als mein bisheriges Rennrad. Vor allem an das Fahren im stehen, muss ich mich noch gewöhnen. Gefühlt kippt das Rad einfach schneller und mit weniger Kraftaufwand von links nach rechts. Das sind wahrscheinlich keine SpeedX typischen Symptome, viel mehr werden das alle Rennradfahrer bestätigen können die einen Umstieg auf ein Karbon Rad hinter sich haben. Dass es sich bei dem Leopard Pro auch noch um ein Aero-Bike handelt, verstärkt den Effekt wahrscheinlich noch ein wenig.

Eine weitere Änderung des Fahrverhaltens ist auf jeden Fall durch die hoch-profil Karbon-Laufräder fest zu stellen. Die hohe Agilität hatte ich bereits angemerkt. Hinzu kommt die Laufruhe auf glatter und langer Strecke. Was aber natürlich auch deutlich zu merke ist, ist die Anfälligkeit bei Seitenwind. An Tagen, an denen etwas Wind Weht und ich spreche hier nicht von Böen oder Sturm, spüre ich jede Seitenstraße an der ich vorbei fahre. Keine Katastrophe, aber ich merke den seitlichen druck auf den Laufrädern, vor allem am Vorderrad. An die höhere Windanfälligkeit muss ich mich noch ein wenig gewöhnen, auch wenn mein Körper dass mittlerweile fast automatisch ausgleicht.

Tempo

Ja, ich bin etwas schneller als auf meinem alten Rennrad. Nein, es sind keine Welten. Allerdings fehlt mich auch noch der richtige Vergleich auf eine langen Strecke. Wenn ich das nächste Mal die große Hausrunde gefahren bin (ca. 100km über Geesthacht) werde ich wahrscheinlich etwas mehr dazu sagen können. Denn was ich auf jeden Fall merke, ist dass ich weniger Kraft für die selbe Geschwindigkeit benötige. Nur die Aerodynamische Sitzposition mindert diesen Effekt ein wenig, an diese muss ich mich eben noch gewöhnen.

Mittlerweile habe ich vier Trainingsfahrten mit ca. 240km auf meinem Leopard Pro abgeritten, noch 60km und ich werde zum Service und Laufräder Zentrieren zu Radsport von Hacht gehen und erstes Feedback bekommen. Ich habe viele neue PRs auf Strava gesammelt und ich hoffe es werden noch einige mehr, nachdem ich mich richtig auf meiner Wildkatze einfahren habe. Wenn ich zum Service gehe, lasse ich mir auch gleich meine geliebten Continental GP 4000 SII aufziehen. Mit den vorinstallierten Rubino Reifen bin ich nicht wirklich zufrieden. Meiner Meinung nach sind sie in Schräglage nicht ganz so griffig wie die Continental GP 4000 SII.

Demnächst gibt’s wieder mehr in diesem Testbericht!

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