Bandscheibenvorfall

Der Bandscheibenvorfall ist eine der häufigsten Erkrankungen unserer Gesellschaft. Der Bandscheibenvorfall basiert auf einer zu schwachen Muskulatur, meist im Lendenwirbelbereich. Die Bandscheiben sitzen zwischen den Wirbeln der Wirbelsäule und sorgen für die Dämpfung zwischen den Wirbeln, damit diese bei Erschütterungen nicht kaputt gehen und den Wirbeln ihren Bewegungsspielraum lassen. Wenn unsere Rückenmuskulatur zu schwach ist - z.B. durch einen Job der primär im sitzen stattfindet - bekommen die Bandscheiben Platz zum rutschen. Begünstigt wird diese Effekt durch eine große Körpergröße, Übergewicht und mangelnde Bewegung im allgemeinen. Obwohl ich sagen würde, dass die dinge nicht auf mich zutreffen hat es mich nun wieder erwischt.

Warum bekomme ich einen Bandscheibenvorfall

Ich hatte bereits vor sieben Jahren (mit 35 Jahren) einen Bandscheibenvorfall. Damals trafen die oben beschriebenen Punkte allerdings alle auf mich zu. Groß (194cm), Übergewicht (120kg), sitzende Tätigkeit (Büro) und die Ursache für das Übergewicht war natürlich mangelnde Bewegung. Hinzu kam der New Economy typische Stress.

Vor dreieinhalb Jahren bekam ich dann aber gerade noch die Kurve

Die Folgen eines Bandscheibenvorfall

Die Folgen eines Bandscheibenvorfalls lassen sich kurz und knapp so beschreiben: Schmerzen, Schmerzen und noch einmal Schmerzen! Ihr müsst Euch das so vorstellen - ich beschreibe hier einmal meinen Fall, die Symptome können aber natürlich von Fall zu Fall abweichen.

Mein Bandscheibenvorfall sitzt ziemlich weit unten in der Lendenwirbelsäule. Meine Bandscheibe hat sich nach rechts ausgedehnt und drückt nun auf einen Nerv (Wurzelsyndrom). Der eigentliche Bandscheibenvorfall tut and der Bandscheibe nur leicht weh. Das große Problem ist der Phatomschmerz der durch den Druck auf den Nerv erzeugt wird. Bei mir ist es die rechte Seite und es tut das ganze rechte Bein verdammt doll weh. Wenn ich ein paar Schritte gehe muss ich nach ca. 50 Metern stehen bleiben und versuche dann den Nerv etwas zu entlasten indem ich mich nach links lehne, leider hat das zur Folge dass ich mich nur noch in Schonhaltung bewege und zusätzlich Schmerzen an anderen stellen des Körpers entstehen.

Die Muskeln verhärten sich zusätzlich in den Beinen und am Rücken, allein durch die Schonhaltung, was den Heilungsprozess leider verlangsamt. Gerade die Anfangsphase des Bandscheibenvorfalls ist also eine Gratwanderung zwischen schonen und nicht einrosten. Durch den dauerhaften Reis den Nervs entzündet sich das ganze auch noch. Durch die daraus resultierende Schwellung vergrößert sich der Druck und somit leider auch der Schmerz extrem. Die Folge: Eine noch intensivere Schonhaltung und weitere Folgen.

Was kann ich gegen einen Bandscheibenvorfall tun

Der Bandscheibenvorfall ist schon schlimm genug und ich will positiv in die Zukunft blicken. Meine Saisonplanung 2018 werde ich wohl nicht einhalten können - und dass macht mich sehr traurig - aber ich will so schnell wie möglich wieder zurück auf's Rennrad und in den Wettkampf. Da ich ja schon ein wenig Erfahrung damit habe, hoffe ich dass mir das hilft. Als ich den ersten Bandscheibenvorfall hatte, habe ich über 12 Monate gebraucht um einigermaßen schmerzfrei zu werden. Aber wie gesagt, da war ich noch übergewichtig und unsportlich. Diesmal muss ich eher aufpassen, dass ich den Heilungsprozess nicht durch meinen Ehrgeiz verlangsame.

Akupunktur bei Bandscheibenvorfall

Vor zwei Wochen war ich bei einer Traditionell Chinesisch Medizinerin (TCM). Ich hatte schon öfter gehört, dass Akupunktur bei Bandscheibenvorfällen wahre Wunder wirken kann. Da es eine Woche später in den ersehnten Snowboard Urlaub gehen sollte und ich zumindest noch einen Funken Hoffnung hatte wenigstens ganz vorsichtig fahren zu können, habe ich bei der Akupunktur einen Termin gemacht. Ich war zuvor noch nie bei einer Akupunktur, es wurde also ein ganz neues Erlebnis.

Nach einer kurzen Anamnese ging es dann auch schon los. Ich legte mich auf die Liege und die Ärztin begann Nadeln zu setzen, wobei das Nadel setzen eher ein Dialog zwischen Patient und Arzt ist. Diese muss nämlich wissen ob sie auch den richtigen Punkt getroffen hat. Ich war in der Tat sehr beeindruckt, welche Verbindungen innerhalb des Körpers bestehen. Nachdem alle Nadeln gesetzt waren, musste ich noch ca. 30 Minuten so liegen bleiben. Als nach einer halben Stunde die Akkupunktur-Nadeln wieder entfernt wurden, ging es mir sofort besser. Ich konnte die 5 Minuten Fußweg nach Hause komplett durchgehen, wie gesagt: Ich muss sonst immer alle 40 Sekunden stehen bleiben, weil der Schmerz einfach zu stark wird. Positiv gestimmt verbrachte ich die Nacht und wollte am nächsten Morgen ins Fitnessstudio um locker auf dem Spinning Bike zu fahren. Wie ich schon sagte, ich muss mich vor mir selber schützen

Natürlich blieb es nicht beim lockeren Radeln, sondern ich machte auch noch etwas Geräte. Ich dachte, etwas für die Muskeln zu tun kann ja nicht schlecht sein. Am Abend ging es mir dann wieder schlechter, ich hatte es übertrieben.

Urlaub und Entspannung

Zwei Tage nach der Akupunktur ging es für mich in den Ski-/Snowboard Urlaub mit der Familie, ich konnte denen den Urlaub ja nicht vermiesen. Für war leider klar, dass ich mich nicht auf mein Snowboard schwingen kann und eher Chauffeur spielen muss. Ich hatte also eine recht schonende Woche. Am letzten Urlaubstag hatte ich dann die Idee mich doch noch einmal auf das Brett zu schwingen, ich konnte einfach nicht anders. Dreimal Idiotenhügel und dann bin ich rauf auf den Berg. Ein einziges Mal konnte ich fahren und es tat verdammt gut! Leider habe ich mir damit natürlich keinen Gefallen getan und meine Schmerzen sind wieder deutlich schlimmer geworden. Wie schon gesagt: Ich muss mich halt vor mir selber schützen.

Radfahren mit Bandscheibenvorfall

Zum Glück habe ich noch ein Trekking Bike im Keller stehen, denn auf eines meiner Rennräder möchte ich mich noch nicht setzen. Ich werde erst einmal den Plattfuß wieder reparieren und dann hoffentlich wenigstens mit dem Rad zur Arbeit fahren können, ob es von den Schmerzen her geht wird sich dann noch zeigen. Ich hoffe aber die sechs Kilometer auf dem Rad sind nicht so schmerzhaft wie die paar Hundert Meter bis zur U Bahn.

Wie geht es jetzt weiter mit meinem Bandscheibenvorfall

Ich muss es jetzt erst einmal ruhig angehen lassen und mich schonen, damit

  • Die Entzündung zurückgeht
  • Die Schwellung abnimmt
  • Der Schmerz vergeht
  • Ich aus der Schonhaltung wieder rauskomme

Seit vier Wochen schlafe ich im sitzen

Kein Witz, es ist ein Leid! Seit über vier Wochen schlafe ich jede Nach im Wohnzimmer im sitzen, weil ich im liegen unerträgliche Schmerzen habe. Im sitzen schlafen ist zwar nicht so richtig entspannend, aber ich muss den Druck vom Nerv bekommen damit die Entzündung weggeht.

Bandscheibenvorfall Verlauf und Heilung

Es liegt jetzt ein langer Weg vor mir, nach den Erfahrungen anderer 3 bis 12 Monate. Meine Saison kann ich mir wohl in die Haare schmieren, wenn ich nicht noch die Wunderwaffe gegen meinen Bandscheibenvorfall und meine Rückenschmerzen finde. Ich werde die nächsten Wochen und Monate alles für meine Rückkehr in mein Sportler-Leben tun und Euch mindestens Wöchentlich in diesem Beitrag auf dem Laufenden halten, in der Hoffnung dass Ihr aus meinen Fehlern aber auch aus meinen Erfolgen lernen könnt.

Bandscheibenvorfall Tagebuch

An dieser Stelle halte ich meinen Krankheits- und Heilungsverlauf fest, Feedback und Tipps sind immer herzlich willkommen.

Woche 1

Alles begann mit einem Hexenschuss, zumindest hat es sich so angefühlt. Ich war fast unbeweglich und quälte mich nach Hause. Ich konnte nicht richtig gehen, liegen oder aufstehen. Drei Tage später spürte ich dann, dass ich einen Bandscheibenvorfall habe. Dadurch, dass ich schon mal einen hatte konnte ich den Schmerz auf den Nerv gut deuten. Ich ging natürlich sofort zum Arzt und er vermutete das selbe. Nichts desto trotz muss er mich natürlich zum MRT schicken um die weitere Behandlung sicher zu stellen. Der MRT Termin musste aber zwei Wochen warten, weil ich zwischendurch noch in den geplanten Snowboard-Urlaub wollte.

Woche 2

In der zweiten Woche hatte ich noch die Hoffnung auf eine Wundersame Heilung. Ich schon mich natürlich, ging aber trotzdem zu Arbeit. Wobei ich erwähnen muss, dass ich als Produkt Manager keine körperliche Arbeit verrichten muss. Ich bekam sofort ein Stehpult und ich konnte oft meine Körperhaltung wechseln, was bei einem Bandscheibenvorfall sehr hilfreich ist. Ich machte mir, wie schon erwähnt, einen Termin bei eine Ärztin der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), weil ich gehört hatte dass Akupunktur wahre Wunder bewirken kann. Kurzzeitig hat es auch geholfen, leider nicht langfristig. Da ich im Anschluss gleich in den Urlaub gefahren bin, konnte ich auch nicht gleich Folgebehandlungen buchen.

Woche 3

Ab in den Urlaub! Man bin ich froh, dass wir jetzt einen VW Bus haben. Im VW Bus sitzt man nämlich viel entspannter als in einer Limousine. Dadurch dass die Beine nicht so gestreckt sind, geht die lange und gleichbleibende Haltung nicht so auf den Rücken. Hinzu kommt, dass wir einen Automatik haben und dieser deutlich mehr Spielraum bei der Sitzposition bietet.

Snowboard fahren viel für mich natürlich ins Wasser, der Urlaub war trotzdem schön. Das Wetter war perfekt und ich konnte meinen Jungs Snowboard fahren beibringen ohne selbst auf dem Brett zu stehen. Richtig nervig war das Schlafen. Wir waren mit drei Weiteren Familien im Urlaub und teilten uns ein Ferienhaus, natürlich habe ich nachts im sitzen im Wohnzimmer geschlafen. Das wirkte bestimmt sehr Skurril auf die Anderen, es hatte sich aber niemand beschwert. Sie hatten halt Verständnis mich und meinen Rücken.

Woche 4

Die vierte Woche im sitzen geschlafen. Alle Versuche eine schmerzfreie Position im liegen zu finden sind gescheitert. Sicher könnt Ihr Euch vorstellen, dass man im sitzen nicht besonders tief schläft! Ich habe mir zwar ordentlich Kissen um mich rum gelegt so dass ich nicht ständig mit dem Kopf abknicke, aber leider wache ich trotzdem häufig mitten in der Nacht auf. Dementsprechend Braindead bin ich mittlerweile leider. Von vergesslich bis tüdelig habe ich alles zu bieten. Die Schmerzen sind maimal leicht weniger geworden.

Zu beginn der Woche musste ich noch einmal in die Röhre, zum MRT. Die Bilder habe ich sofort bekommen und der Befund geht zu meinem Arzt, der mir dann wohl eine Therapie zusammen baut. Letzten Endes haben die Bilder aus dem MRT aber nur die Diagnose meines Arztes bestätigt. Die verbeulte Bandscheibe und die Entzündung sind sofort auf den Bildern zu erkennen, auch ohne Befund.

In der Mitte der Woche hatte ich die starken Schmerzen vom gehen echt satt! Meine ca. 250m Fußweg zur bahn und die 100m von der Bahn ins Büro haben mich zusammen ca. 20 Minuten gekostet. Auf Grund der starken Schmerzen, ausgehend von der Entzündung am Nerv, musste ich alle paar Meter stehen bleiben und mich verbiegen, damit ich den Druck vom Nerv nehme. Nach einigen Sekunden kann ich dann wieder ein paar Schritte gehen. Zumindest sehe ich beim gehen bestimmt älter aus als ich wirklich bin. Auf jeden fall habe ich mich noch am Dienstag, nach dem MRT, hingesetzt und mein Trekkingrad repariert. Im Anschluss bin ich einmal die Straße rauf und wieder runter gefahren um zu sehen wie die Schmerzen so sind. Siehe da: Schmerzfrei!!!

Am Tag darauf bin ich also lieber die 6km mit dem Rad zur Arbeit gefahren - mache ich sonst ja auch wenn ich gesund bin - als die paar Meter zur Bahn zu laufen. Natürlich bin ich ganz entspannt gefahren und habe mir kurze Ampel-Sprints verkniffen, aber am Ende bin ich auch nur 5 Minuten langsamer als sonst. Die Fahrt mit dem Rad zur Arbeit war nicht nur schmerzfrei, ich hatte auch im Anschluss weniger Schmerzen. Ich nehme mal an, dass die leichte Bewegung im Becken den Muskeln gut tun. Die Bewegung sorgt für eine gute Durchblutung bei sehr wenig Belastung. Außerdem kann ich beim Fahrradfahren gerade sitzen und eine vernünftige gerade Bewegung mit Rücken und Beinen machen, denn ich muss auf Grund der fehlenden Schmerzen ja nicht in irgendeine Schonhaltung wechseln. Natürlich kommt der Schmerz wieder, wenn ich mal eine kleine Strecke gehen oder lange stehen muss. Aber ich habe das Gefühl, dass Radfahren mir mit meiner Bandscheibe weiterhilft!

Ich fahre von nun an also jeden Tag mit dem Rad zur Arbeit und glaubt mir, bei unseren Minusgraden ist das kein Vergnügen. Aber gegen Kälte kann man sich j schützen, gegen den Schmerz leider nicht. Dadurch, dass ich nun eine Art kleine Therapie für selbst gefunden habe und ich ja noch auf den Arzt setze der vielleicht auch noch etwas hilfreiches für mich hat, bin ich optimistisch. Mein Ziel: In drei bis vier Wochen wieder auf dem Rennrad sitzen zu können. Ich will meine Saison noch nicht aufgeben, ich hatte mir doch so viel vorgenommen und ich weiß ich werde es schaffen! Ich werde, zwar etwas später als geplant, zum guten Wetter in die Saison starten und meiner verkackten Bandscheibe einen Strich durch die Rechnung machen. Ich sitze hier zwar wieder auf dem Sofa und nach Beendigung dieses Updates werde ich wieder im sitzen nächtigen, aber nicht mehr lange!

Woche 5

Zwischen Himmel und Hölle

Jetzt gibt es sogar schon Untertitel. Aber genauso fühle ich mich und dass ist auch der Grund, weshalb mein Woche 5 Tagebuch so spät kommt. Ich muss tatsächlich erst einmal mein Körpergefühl deuten. Es ist ein ständiges auf und ab, dass einzige was ich mit Sicherheit sagen kann: Es wird langsam etwas besser.

Nachdem ich am Wochenende wieder in meinen Alltag startete, ging es mir erst einmal wieder etwas schlechter als am Ende der Woche zuvor. Vielleich lag es daran, dass ich sowohl Samstag als auch Sonntag bei meinem Kleinen auf dem Fußballplatz stand. Bei dieses Temperaturen überhaupt kein Vergnügen und dazu hat es auch noch ordentlich gestürmt! Im allgemeinen bin ich der Ansicht, dass die Kälte da draußen meinem Rücken insgesamt nicht gut tut und der Schmerz bei Kälte zunimmt. Ich nehme mal an, dass die Muskeln dann nicht so geschmeidig sind wie bei milderen Temperaturen. Apropos Muskeln! Ich ärgere mich bei jedem Blick in den Spiegel. Auf die Gefahr hin dass ich mich wiederhole: Ich bin noch nie so Fit und durchtrainiert aus dem Winter gekommen, ich war sehr, sehr stolz auf mich! Jetzt bin ich leider nicht mehr ganz so knackig.

Das Morgige aufstehen fällt mir sowieso nicht leicht – damit meine ich jetzt nicht meine Müdigkeit – ich leide ein wenig unter Morgensteifigkeit (nennt man wirklich so). Mein Schlaf ist für meinen Körper scheinbar nicht zu 100% entspannend, ich bin immer etwas verkrampft und steif. Im Moment ist es aber noch schlimmer, denn ich kann ja nicht liegen. Ich schlafe auf dem Sofa im Sitzen und da sitzt man nicht immer richtig gerade, auch wenn ich mittlerweile ein wahrer Fachmann im Kissen-Burgen bauen bin. Irgendwie lehnt man sich dann doch wieder zur Seite und am nächsten Morgen weiß man nicht, ob der Schmerz nun von der Bandscheibe oder vom schiefen schlafen kommt.

Am meisten hilft mir immer noch das Radfahren. Die einzige Bewegung die ich machen kann ohne dabei vollkommen schief und im Schonhaltung zu kommen. Das Pedalieren schient

  1. Meine Muskeln aufzuwärmen
  2. Meine Muskeln etwas weicher zu machen
  3. Für Beweglichkeit im Bereich der Lendenwirbel zu sorgen

Leider nur auf meinem Trekkingrad, auf mein Rennrad traue ich mich noch nicht.

Diese Woche – ich bin ja etwas spät dran mit dem Update – kommen auf jeden Fall ein paar Hammer dazu: Ich habe einen Termin bei der Ohr-Akupunktur!!! Ein Freund von mir sagte: dass bewirkt auf jeden Fall Wunder. An Wunder glaube ich ja schon lange nicht mehr, aber ich bin trotzdem sehr optimistisch und ich freue mich schon Euch in der nächsten Woche von dieser Veranstaltung zu berichten.

Woche 6

Eine neue Hoffnung und hoffentlich die Wende...

In meinem Bandscheibenvorfall Tagebuch der letzten Woche habe ich Euch ja bereits einen Hammer versprochen, mein kleiner Cliffhanger so zu sagen: Ich war bei der Ohr-Akupunktur!

Wie Ihr wisst, hatte ich es ja auch schon mit Akupunktur der Traditionellen Chinesischen Medizin (kurz: TCM) kurz vor meinem Urlaub versucht.

Wo sind die Unterschiede zwischen Akupunktur in der Traditionellen Medizin und der Französischen Ohr-Akupunktur?

Akupunktur in der TCM

Die Akupunktur in der Traditionellen Chinesischen Medizin findet auf dem gesamten Körper statt. Beim positionieren der Akupunktur-Nadeln folgt der Akupunkteur den sogenannten Meridianen. Die Meridiane verlaufen nach neuesten Erkenntnissen ähnlich wie die Faszien in unserem Körper. Es werden Nadeln entlang der gesamten betroffenen Meridiane gesteckt. Soweit von einem Laien erklärt, wahrscheinlich kann Euch ein Traditioneller Chinesischer Mediziner dass Ganze etwas besser erklären.

Französische Ohr Akupunktur

Wie der Name schon verrät, findet die Akupunktur in diesem Fall nur am Ohr statt. Bei Männern am rechten Ohr und bei Frauen am linken Ohr. Dabei stellt das Ohr den Menschen in auf dem Kopf stehenden Menschen in Embryonalstellung dar. Wenn Ihr Euch Euer Ohr einmal genauer anseht, kommt dass sogar hin. Ich gebe zu, mit etwas Phantasie. Gestochen wird dann an einigen Standard-Punkten und den betroffenen Stellen. Wieder der Zusatz: Soweit mein gefährliches Halbwissen.

So sah mein Ohr während der Akupunktur aus

Bei mir wurde also das Rechte Ohr zur Behandlung herangezogen und die Dame hat fleißig Nadeln gesetzt. Wenn die Nadeln gesetzt werden tut das nicht großartig weh, eigentlich merkt man nicht einmal richtig das Piksen.  Eine einzige Nadel hat etwas geziept und zwar, die zweite von oben auf dem Bild. Die Nadel saß auch extrem fest und ließ sich nur schwer heraus ziehen.

In der ersten Sitzung wollte die Dame erst einmal meinen Körper etwas aus der Schonhaltung holen und gerade rücken. Sie sagte, dass wir mindestens drei Sitzungen haben müssen und dann sei sie aber optimistisch dass wir ein gutes Ergebnis erzielen und die meine Schwerzen erheblich lindern kann.

Ergebnis der ersten Sitzung

Direkt am Tag der Behandlung merkte ich schon Besserung. Ich fühlte mich etwas gerader und dass konnte mir meine Frau auch bestätigen. Nach der ersten Nacht - die ich noch immer auf dem Sofa im sitzen verbracht habe - ging es mir noch etwas besser. Der große Unterschied für mich: Ich konnte besser und länger gehen! Langsam, aber ich konnte gehen und der Schmerz hat nicht mehr so stark aufgebaut. In der darauffolgenden Nacht habe ich zum ersten Mal seit über fünf Wochen wieder im Bett geschlafen. Nur auf der Linken Seite - weil die Rechte Seite noch zu sehr schmerzt - aber ich konnte liegen und am Ende von Woche sechs konnte ich sogar eine kurze Zeit auf dem Rücken liegen.

Es wird besser und zwar mit ordentlichen Schritten und natürlich habe ich in Woche 7 wieder einen Termin bei der Ohr-Akupunktur!

Woche 7 - Der Durchbruch

So liebe Leute! Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich die siebte Woche meines Bandscheibenvorfall-Tagebuch wirklich "Der Durchbruch" nennen soll. Eins vorweg: Bei mir ist nichts gebrochen! Vielmehr habe ich den Durchbruch geschafft!

Am letzten Dienstag hatte ich meinen zweiten Akupunktur Termin und ich sagte Euch ja bereits, dass es mir nach der ersten Sitzung schon um einiges besser ging. Die Dame - nennen wir sie einmal Zauberin -  fing an zu stechen und sagte schon währenddessen, dass sie nächste Woche nicht mehr wiederkommen wird. Natürlich kann ich jederzeit anrufen wenn ich Probleme habe, aber Sie vermutet nicht. Ich muss gestehen, dass es mir am Folgetag etwas schlechter ging. Es war ein ganz komisches Gefühl! Meine Haltung war deutlich besser, aber der Schmerz war noch unverändert vorhanden. von dem Tag an begann ich jeden Abend ein paar Übungen zu machen, die ich mir von meiner Frau habe zeigen lassen (sie ist Pilates Trainerin). Diese Übungen sollen dazu dienen, meine innere Muskeln im Rumpf wieder aufzubauen ohne mit brachialen Übungen an der Wirbelsäule zu zerren. Hinzu kamen einige Dehnübungen die ich immer nach dem Training - nur ca. 15 Min - angehängt habe.

Ich sage Euch: Ich habe mir Nadeln ins Ohr stechen lassen und Gymnastik gemacht wie eine alte Oma, aber ich kann mich mittlerweile sehr gut Bewegen.

Weil ich nun meine Beine wieder ohne Schwerzen strecken konnte, habe ich mich bereits am Freitag wieder auf mein Rennrad gesetzt und bin eine 40km Runde gefahren. Richtig großartig! Und weil dass so gut lief, habe ich am Sonntag noch mal das Gleiche getan.

Ich werde nun also die Nächste Woche noch mehrere dieser lockeren Runden fahren, damit ich im Anschluss wieder ins Training einsteigen kann.

Echt irre: Ich kann immer noch nicht längere Strecken gehen, aber Rennrad fahren dass PASST! Es muss auch langsam losgehen, denn Mitte Mai ist ja bereits die MSR300.

Woche 8

Hallo liebe Rennrad-Gemeinde! Dieses Update wird etwas kurzer und NOCH optimistischer, nicht nur weil das Wetter da draußen mittlerweile deutlich besser geworden ist, sondern weil ich wieder voll am fahren bin. Wie ich in Woche 7 bereits geschrieben hatte, bin ich Freitag und Sonntag auf meinem Rennrad gefahren und habe zumindest Touren zwischen 40km und 60 km gemacht. Im Anschluß bin ich Dienstag und Mittwoch auch noch gefahren. Das waren fast 200km innerhalb von sechs Tagen, richtig cool. Im Anschluß gab es für mich zeitlich und Rückenbedingt erst einmal 5 Tage Pause, man muss sich ja schließlich erholen und die Muskeln hatte ich nach so langer, krankheitsbedingter Pause natürlich auch gespürt.

Mittlerweile befinde ich ich mich schon in Woche 9 und bin am Dienstag einen wirklich flotten 50km Ritt gefahren, mit einem Durchschnitt von über 30km/h - Da merkt man schon die Beine -  und Freitag kommt der erste ruhige 100km Ritt auf der Großen Hausrunde über Wilhelmsburg - Geesthacht und Tatenberg. Ich freue mich schon. Dass entschädigt zumindest den Wegfall der Tour d'Energie in diesem Jahr.

Bis zur nächsten Woche, in der ich berichten werde ob mein Rücken auch längere Strecken im Sattel aushält oder oder ich mich wieder nicht vor mir selbst geschützt habe.

Rennrad Fahren gegen / mit einem Bandscheibenvorfall

Woche 13

Seit über fünf Wochen habt Ihr kein Update von mir bekommen, Asche auf mein Haupt. Das Schöne ist, es gibt einen guten Grund dafür! In meinem letzten Update aus Woche 8 habe ich ja bereits geschrieben, dass ich wieder auf dem Rennrad sitze. Danach ging einfach alles rasend schnell und eins kam zum Anderen. Ich konnte wieder ordentlich fahren, kam gut in den Tritt und mein Bandscheibenvorfall ist Geschichte.

Seit dem einige lange Touren gefahren. Zum Beispiel 250km Solo in den Harz und letztes Wochenende die Mecklenburger-Seen-Runde (MSR300). 300km aller feinster Marathon! Von nun an gibt es also wieder Tour- und Trainingsberichte. Falls jemand von Euch detaillierte Fragen zu meinem Bandscheibenvorfall-Program hat, könnt Ihr Euch jederzeit an mich wenden: kontakt[AT]rennrad-hamburg.de. Ich bin kein Arzt und kein Mediziner, aber mir selbst konnte ich sehr gut helfen.

Countdown

In zwei Wochen möchte ich wieder auf dem Rennrad sitzen.

Das Training rückt in greifbare Nähe!

Nix mehr mit Countdown