Keine Zeit – Ich muss Rennradfahren

Rennradfahren ist die schönste Nebensache der Welt, aber sehr zeitaufwändig. Während man als Rennradfahrer die Fahrt mit dem Rennrad genießt, zieht eine Menge Zeit ins Land und andere Dinge leiden darunter oder werden einfach zurückgestellt. Die Familie, die Freunde und andere Hobbies.Eine gute Planung der eigenen Freizeit ist unerlässlich wenn man sich ein so zeitintensives Hobby sucht, dennoch würde ich es niemals aufgeben. Egal wie intensiv ich es betreiben kann.


Freizeit erfahren

Wenn man ein Hobby oder einen Sport gerne ausübt muss man sich die Zeit dafür freischaufeln. Wenn man nämlich immer auf die richtige Gelegenheit wartet, wird das nichts mit dem Hobby. Am einfachsten ist es sich feste Termine für seinen Sport zu setzen, dass macht man ja auch wenn man einen Mannschaftssport in einem Verein betreibt. Beim Rennradfahren mache ich es so, dass ich mir zwei feste Tage in der Woche lege an denen ich nach Feierabend direkt losfahre. Bei mir ist das der Dienstag und der Donnerstag um zu trainieren. Sollte doch mal etwas dazwischen kommen – die Arbeit, di Familie – dann suche einen Ersatztermin. Es ist einfacher Ausnahmen u definieren, wenn man eine Regel hat! Am Wochenende bin ich dann etwas spontaner und es geht zu irgendwelchen RTF, längeren Ausfahrten oder einfach mal einer Leerfahrt (ohne etwas gegessen zu haben) am Sonntagmorgen. Dieses Jahr kam ich relativ viel zum Rennradfahren, weil ich es so geplant hatte.

Marathons

Schon zu Beginn der Saison, oder besser schon vor der Saison, hatte ich bereits die ersten Events für mich geplant. Das erste Event - die Tour d'Energie in Göttingen, musste ich auf Grund meines Bandscheibenvorfall ausfallen lassen. Im April wollte ich einfach noch nichts riskieren, denn in einem Rennen kann es auf Grund von Extremsituationen schon mal zu heiklen Situationen oder sogar Stürzen kommen. Dafür war ich dann zur Mecklemburger Seen Runde (MSR300) Ende Mai top-fit! Mitte Juni folgte dann sofort der Burning Roads Radmarathon, der mir einiges abverlangte. Witziger Weise waren diese beiden Events auch schon die einzigen offiziellen Veranstaltungen die ich dieses Jahr gefahren bin. Viel mehr Zeit haben meine eigenen Trainings und Touren in Anspruch genommen: Von nichts kommt ja bekanntlich nichts 😉

Training und Touren

Als Vorbereitung auf die Mecklemburger-Seen-Runde zum Beispiel, startete ich einen Solo-Ride in den Harz. 240km von Hamburg nach Lamspringe und das alleine, ein echt hartes Stück Arbeit so früh in der Saison. Es hat sich aber gelohnt, wie sich kurze Zeit später herausstellte. Umso übermütiger ging ich an den Burning-Roads Radmarathon heran, diese entpuppte sich als eine echte Herausforderung. Bei meinen Trainingsfahrten in Hamburg handelte es sich auch nicht mehr um 40km Touren, wie ich sie letztes Jahr noch ab und zu gemacht hatte, sondern immer um 60km Touren und nicht selten stand vorne eine 3 vor der kmh Zahl. Training zahlt sich also aus!

Bikepacking

SpeedX Leopard Pro Bikepacking mit der Apidura Rahmentasche

Mit meiner Tour in den Harz konnte ich auch zum ersten mal etwas Bikepacking Luft schnuppern. Zugegeben, eine Tasche macht noch keine Bikepacking, aber es fehlen ja nur noch zwei 🙂 Nächstes Jahr wird Bikepacking für mich auf jeden Fall im Vordergrund stehen.

Geplant ist eine ca. drei Wöchige Tourvon Hamburg Richtung Alpen, nach Südtirol und dann über Italien zu den Pyrenäen, drüber weg und dann nach Barcelona. Ich bin noch in der Klärung mit meinem Arbeitgeber (50% des Urlaubs würde ich gerne ansammeln), denn ich möchte ja auch noch Urlaub für meine Familie haben, wenn alles so klappt wie geplant wird meiner ersten Bikepacking-Reise aber nicht mehr im Wege stehen.

Rennrad-Urlaub am Bodensee

Bereits letztes Jahr hatte ich mir fest vorgenommen 2018 den Bodensee-Radmarathon zu fahren. Die Strecke ist 220km lang und führt in einer großen Runde um den Bodensee. Nur für ein Event lohnt es sich wohl kaum von Hamburg bis an den Bodensee zu fahren, also beschloss ich eine Woche Trainingslager an den Marathon dran zu hängen.

Als ich meinem Arbeitskollegen und Trainingspartner davon erzählte, beschloss er sich mir anzuschließen und so machten wir gemeinsam einen richtig schönen Rennrad-Urlaub am Bodensee in Konstanz. Konstanz als Basis eignet sich wirklich wunderbar um in dieser Region einen Rennrad-Urlaub zu machen. Für uns Norddeutschen standen natürlich Höhenmeter auf dem Program - aber bitte immer schön langsam. Wir planten unsere Touren also recht konservativ, um nicht gleich in den ersten Tagen total fertig zu sein. In unseren sechs Tagen sind wir durch vier Länder gefahren: Deutschland, Österreich, Schweiz und Lichtenstein.

An der Menge der Fotos könnt Ihr bereits erkennen, dass ich mich sehr schwer bei der Auswahl getan habe. Die Woche war einfach spitze und ich kann jedem mal empfehlen so ein Trainingslager zu planen. Bereits am dritten Tag merkt man den Trainingseffekt, wenn man jeden Tag Trainiert: Der Puls ist bei gleicher Belastung deutlich niedriger.

Fazit

Viele Touren, viele Kilometer und ein Trainingslager. Dieses Jahr habe ich echt richtig reingehauen. Ich hoffe ich komme noch ein paar mal für lange Touren aufs Rennrad, auch wenn wir bereits Oktober haben.

Ride On, Ray!