Tough Mudder

Der Tough Mudder ist ein Parcours für ambitionierte Sportler. Der Crosslauf geht über 19,5km und beinhaltet 24 Hindernisse, welche zu überwinden sind. Damit  übertrifft der Tough Mudder alle anderen Parcours-Läufe die in Deutschland stattfinden. Für mich war es mal eine andere Herausforderung und eine tolle Abwechslung zum Rennrad fahren, auch wenn Laufen eigentlich nicht so mein Ding ist.
Alles begann damit, dass ein Kollege mich – und die anderen Kollegen in unserem Büro – fragte, ob wir nicht Lust hätten beim Tough Mudder mit zu machen. Taff Mader, bitte was? Zum Glück gibt es ja Google und die Herausforderung konnte schnell identifiziert werden. Ein Hindernislauf – auf Neu-Deutsch: Parcours – über knapp 20km mit 24 Hindernissen die es in sich haben. Geil, dachte ich mir so und sagte sofort zu. Außer mir meldeten sich noch acht weitere spontan und wollten mitmachen.
Ein Kollege übernah für uns zusammen die Anmeldung. Da Sein Konto nach er Anmeldung sofort belastet werden sollte, bat er uns das Geld zuvor zu überweisen. Plötzlich waren wir noch sechs, immerhin! Wir hatten immerhin drei Monate Zeit, uns auf den Tough Mudder Vorzubereiten.
Die Veranstalter bietet einen kompletten Trainingsplan zur Vorbereitung auf den Tough Mudder. Allerdings hatte ich nicht genug Zeit mich dermaßen auf das Event vorzubereiten. Ich habe es vorgezogen mein ganz normales Training durchzuziehen, am Ende hat es auch gereicht. Mein ganz normales Training bedeutet:
  • Radfahren (natürlich mein Fokus)
  • Ab und zu laufen gehen ( zwischen 6km und 10km)
  • Etwas Krafttraining mit dem eigenen Körpergewicht
Soweit meine Vorbereitung.
Meine Kollegen sahen das ganze wohl etwas verbissener. Der eine ist ins Fitnessstudio eingetreten, der Andere geht eh vier Mal die Woche zum pumpen, und, und, und. Unser Termin für den Tough Mudder Norddeutschland rückte näher und bei meinen Mitstreitern begannen die Wehwehchen. Achillessehne hier und Hüfte dort, am Ende waren wir also nur noch zu viert. Wir beschlossen alle zusammen den Lauf entspannt zu machen. 19,5km sind ja kein Klacks und ich muss auch gestehen, dass ich zuvor noch nie mehr als 10km am Stück gelaufen bin.

Tough Mudder Hindernislauf

Wir fanden uns also zusammen am 15. Juli 2017 am Hof Seveloh, in der Nähe von Celle, ein. Am Auto machten wir uns bereit und zogen uns um. Es war an diesem Tag warm, aber nicht zu warm, kurze Hose und T-Shirt gingen aber in Ordnung. An der Eingangsschleuse bekamen wir unsere Startunterlagen und mussten im Anschluß nur noch die Startnummern an unseren T-Shirts befestigen und unsere Taschen an der Garderobe abgeben. Bereits im Infoschreiben wurde darauf hingewiesen, dass die Garderobe EUR 3,- kostet. Überhaupt hat jede Kleinigkeit etwas gekostet und ist der Tough Mudder auch nicht das günstigste Event seiner Art. Die Startgebühr beträgt ca. EUR 90,- /inklusive early bird Rabatt!), das VIP Parkticket (nah am Eingang) EUR 25,-, Garderobe EUR 3,-. Da fragt man sich, warum man so viel Geld dafür bezahlt, nur um sich zu quälen. Naja, ist beim Radfahren ja nicht anders.

Warm-up und Startschuss

Um 10:45 Uhr standen wir endlich in der ersten Startzone. Dort fand erst einmal ein kleines Warm-up mit Animation statt. Eigentlich eine lustige Idee, denn so war die Stimmung am Start schon mal super! Im Anschluss ans Warm-up ging es in die richtige Startzone. Hier warteten wir noch ca. 5 Minuten, bis es für unseren Startblock endlich losging.
Die ersten Kilometer wurde viel gelaufen, es waren ein paar Hürden in Form von Strohballen auf der Strecke aber nicht mehr. Ich schätze es waren ca. 4km bis das erste richtige Hindernis sich uns in den Weg gestellt hat. Beim ersten Hindernis ging es auch gleich ab in den Matsch. Die Aufgabe bestand darin eine längere Strecke unter Stacheldraht hindurch, durch den Matsch zu krabbeln. Damit auch niemand es schaffen sollte trocken zu bleiben, war in der Mitte noch ein Wassergraben eingearbeitet durch den man hindurch robben musste. Die nächsten sechs Kilometer kamen die Hindernisse eher vereinzelnd, wahrscheinlich damit man schon mal einen Großteil der Strecke hinter sich lassen konnte. Nach den ersten 10 Kilometern hatten wir ca. fünf der 24 Hindernisse hinter uns gelassen und ich fühlte mich sehr gut. Es gab ein paar Verpflegungsstellen an denen es Getränke und an einigen auch Pickup Riegel als Verpflegung gab. Für die lange Strecke war die art der Verpflegung deutlich zu wenig, so ein doofer Schoko-Keks reicht mir nicht aus. Mitnehmen konnte man aber auch nicht wirklich etwas, man robbt da ja schließlich durch den Schlamm und da kann man sich die Taschen nicht vollstopfen.
Es stellten sich uns eine Menge Hindernisse in den Weg, die nicht alle aufzählen kann. Wir sind durch Wasser gelaufen, durch einen See geschwommen, über Wände geklettert und haben menschliche Leitern gebaut um über hohe Plastik-Berge zu kommen. Am Ende war da noch der Evererest 2.0. Eine Quarterpipe mit – ich schätze – 5m höhe. Man musste mit ordentlich Schwung anlaufen, damit einen die Leute oben festhalten konnten.

Die schwersten Hindernisse beim Tough Mudder

Auf die Frage welches denn wohl die schwersten Hindernisse beim Tough Mudder sind, wird wohl jeder anders antworten. Ich antworte mal für mich. Zwei Hindernisse empfand ich zwar nicht als schwer, aber als sehr unangenehm. Erstens war da das Eisbad. Eine Grube mit Wasser wurde zusätzlich mit Eiswürfeln auf 4°C gehalten. Man musste durch ein Rohr rutschen, damit man auch keine Chance hatte dem kühlen nass zu entkommen. Zusätzlich dazu musste man am Ende des Beckens noch unter einem Balken durch tauchen, damit auch keiner dem Hirnfrost entgehen kann. Das Eisbecken war unangenehm, aber es war leider nichts gegen die Stromschläge am Ende der Strecke. Meine Erwartung an die Stromschläge war eigentlich nicht so schlimm. Ich danke da gibt es einen kleinen Stromschlag und das war’s. Pustekuchen! Als letztes Hindernis warteten die Stromschläge, ca. 10m vor der Ziellinie auf uns Läufer. Ich dachte, je schneller desto besser. Ich lief also durch den Teppich aus dünnen Kabeln und bekam einen Stromschlag mit dem ich nie im Leben gerechnet hatte. Mein linkes Bein wurde durch den Stromschlag kurz lahmgelegt und blieb stehen, der Rest meines Körpers bewegte sich aber weiter vorwärts und klatsche in den Schlamm. Ich war echt geschockt! Während einige Leute da scheinbar unbehelligt durch laufen konnten, hatte es mich voll erwischt. Ich stand auf und lief weiter, leider bekam ich noch so einen Schlag. Dieses Mal blieb ich aber auf den Beinen und schleppte mich bis ans Ende. Der Schock saß aber immer noch tief.
Nachdem wir wieder etwas sauberer und umgezogen waren, holten wir uns noch etwas zu essen und sahen anderen Läufern dabei zu wie sie durch den Strom-Teppich mussten. Es scheinbar wirklich so – objektiv betrachtet – dass einige nicht abbekamen und andere einen echt starken Schlag.

Fazit

Tough Mudder 2018 bin ich gerne wieder dabei. Es hat einfach riesig Spaß gemacht als Team den Hindernislauf zu meistern. Durch das Eisbecken quäle ich mich auch wieder durch, die Stromschläge lasse ich aber gerne links liegen. Nie wieder!

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