300km klassiker im Vergleich

MSR300 und die Unterschiede zur Vätternrundan

Ich weiß, Vergleiche sind immer etwas undankbar, aber eigentlich ist dass ja genau der Knackpunkt wenn man vor Entscheidung steht Vätternrundan oder Mecklenburger Seen Runde (MSR 300). Da ich die Vättern im letzten Jahr schon einmal gefahren bin, wollte ich dieses Jahr in Neubrandenburg starten.

MSR300 Ziel


Es heißt also:

Motala vs. Neubrandenburg

Hier heißt es natürlich nicht nur Neubrandenburg vs. Motala, sondern auch Deutschland vs. Schweden. Wir haben hier also zwei vollkommen unterschiedliche Kulturen. Neubrandenburg erschien mir jetzt erst einmal etwas größer als Motala und auch die Gebäude waren älter. Während die Teilnehmer in Motala sehr nah am Startort Campen können, weil überall provisorische Campingplätze eingerichtet wurden, war das in Neubrandenburg schon deutlich schwerer. Der einzige offizielle Campingplatz der in akzeptabler Nähe des Starts zur MSR 300 ist, war bereits vier Wochen vor dem Start restlos ausgebucht. Zum Glück war auf der Seite des Veranstalters noch eine Buchungsmöglichkeit für einen Campingplatz. Dieser war zwar auch eher provisorisch, allerdings war er schön ruhig und nur 5km vom Kulturpark Neubrandenburg entfernt. Die Unterbringung war also gesichert!

Vätternrundan 2017 Start am frühen Morgen
foto: sportfotograf

Da der Camping Standard in Schweden nicht besonders hoch ist, geht der Punkt Camping auf jeden Fall an Neubrandenburg. Auf Grund der Interessanten schwedischen Kultur, der freundlichen Schweden und der Campingmöglichkeiten nah am Start tendiere ich zu einem Unentschieden! Natürlich muss das jeder für sich selbst entscheiden. Da ich nur einen VW Multivan habe und kein vollausgestattetes Wohnmobil, ist die Ausstattung und Qualität eines Campimgplatzen für mich sehr relevant. Wenn Du ein Wohnmobil besitzt ist auf Grund des in Schweden gültigen Jedermannsrecht Motala für Dich viel interessanter. Wie ich schon oben schrieb, man kann sich mit dem Wohnmobil fast direkt an den Strand des Vätternsees stellen. Wirklich ein Genuss!

Strecke und Landschaft

MSR300 Ray

In Sachen Landschaft und Natur muss sich die Mecklenburgische-Seen-Platte keineswegs hinter dem Vätternsee verstecken. Wenn man die Streckenprofile vergleicht ähneln sie sich auch sehr. 300km länge die MSR 300 hat ca. 2000 Höhenmeter und die Vätternrundan ca. 1500hm, wirklich sehr ähnlich und vergleichbar.

Die beiden Veranstaltungen nehmen sich in dieser Hinsicht also nicht wirklich viel. Weshalb die Vätternrundan trotzdem einen Punkt von mir bekommt ist der Fakt, dass die Straßen bei der Vätternrundan einfach viel besser sind. Währen man in Schweden das Gefühl hat immer über frische Straßen und Radwege zu fahren, muss man in Mecklenburg schon mal dem einen oder anderen Schlagloch ausweichen - was in der Gruppe schon zu Problemen führen kann. Tatsächlich fand ich das letzte Drittel extrem anstrengend, auf Grund der ganzen Straßenschäden. Das liegt aber natürlich eher am Land und nicht am Veranstalter, der kann natürlich nichts für die Straßen.

Menschen

MSR300 Gruppe

Das Thema Menschen und Mitfahrer ist natürlich eher ein weiches Thema und da man ja nur einen Bruchteil der Teilnehmer kennt - auf Grund der Startzeiten - auch absolut subjektiv. Bei der Vätternrundan ist es natürlich ein Teilnehmer-Wahnsinn. 20.000 Menschen die um den See fahren, da hat man - egal wann man startet - immer ganz viele Menschen um sich herum und ist quasi niemals allein auf der Strecke. Mir persönlich erschienen die Mitfahrer aber teilweise eher unfreundlich. Gruppen wollten geschlossen bleiben, da war kein Jedermann-Spirit zu spüren. Ganz im Gegensatz dazu die Menschen bei der MSR 300. Ich habe nur nette Leute getroffen und hatte nach ca. 100km die beste Gruppe ever gefunden. Kann natürlich Zufall sein, ich fand aber im allgemeinen war einfach eine super Stimmung bei der Mecklenburger-Seen-Runde.

Fazit

Ob Vätternrundan oder Mecklenburger-Seen-Runde, ein objektives besser oder schlechter gibt es nicht! Ich persönlich tendiere zur Zeit eher zur MSR 300, werde jedoch die Vätternrundan definitiv auch noch einmal fahren. Die Reisekosten für die MSR fallen natürlich deutlich geringer aus, weshalb das gesamt Paket deshalb für mich mehr Sinn macht. Plant man jedoch an einen Marathon auch noch eine Woche Urlaub ran zu hängen, bietet sich die Vätternrundan in Schweden natürlich an. Da hat man auch gleich noch einen kleinen Kulturwechsel inklusive. Doch aufgepasst, zur Sommersonnenwende ist in Schweden leider das Wetter eher instabil.

Was sind Eure Erfahrungen?

Wo tendiert Ihr hin?