Schwarzwald Gravel – Drei Tage Bikepacking

Der Schwarzwald hat sehr viel zu bieten: Alpines Flair, urige Dörfer und vor allem viel Gravel. Als Kind war ich mit meiner Familie mal im Schwarzwald und meine Mutter hat uns durch die Berge gescheucht, weil SIE gerne eine Wandernadel wollte 😂 Deshalb wusste ich, dass es viele schöne Wanderwege im Schwarzwald gibt. Genau diese wollte ich im Spätsommer / Herbst unter die Räder nehmen.

Gravel Bikepacking im Schwarzwald
Gravel Bikepacking im Schwarzwald

Die Collection zu meiner kurzen Reise findet Ihr hier bei Komoot: Drei Tage Schwarzwald

Etappe 1 - Gravel Start in Freiburg

Schon nachdem ich im August von meiner langen Tour in den Alpen und Dolomiten zurück kam, wusste ich dass ich noch einmal los muss in diesem Jahr. Dies hatte folgende Gründe:

  • Ich wollte noch einmal alleine los
  • Ich hatte noch ein Gravel Defizit
  • Ich hatte mich in den Schwarzwald verliebt

Die Vorbereitungen

Während meiner Alpen Tour merkte ich bereits, dass die Schwalbe G One nicht meine Lieblingsreifen werden. Für die Stadt natürlich ok, aber für ambitionierte Graveler weder Fisch noch Fleisch. Im Gelände bieten die Reifen nicht den nötigen Halt und auf Asphalt sind sie sehr schnell glatt gefahren. Deshalb habe ich Roger, dem Fahrradhändler meines Vertrauens, davon erzählt und er sagte ich soll einmal die Teravail Cannonball testen (meinen Testbericht findest Du hier).

Teravail Cannonball

Kurz gesagt, der Teravail Cannonball ist deutlich mehr MTB Reifen und er bietet nur eine schmale glatte Lauffläche in der Mitte.

Teravail Cannonbal
Teravail Cannonbal

Nach außen wird das Profil deutlich kräftiger.

Außerdem habe ich mir noch eine etwas entspanntere Kassette drauf machen lassen 😉

Anreise

Ich muss es hier einmal erwähnen. Eigentlich wollte ich ganz früh am Morgen des 26. September mit der Bahn nach Freiburg fahren, leider habe ich verschlafen und bin erst am Mittag losgekommen. Ich kam also erst am Abend in Freiburg an habe dort direkt übernachtet.

Abends in Freiburg
Abends in Freiburg

Selber schuld, würde ich mal sagen. Es ist witzig, weil ich eigentlich Frühaufsteher bin und NIE verschlafe. Ausgerechnet jetzt passiert mir das. Ich hatte das ICE Ticket eine Woche vorher gekauft und unter 40 EUR bezahlt, ein Ticket am Abreisetag wird dann leider etwas teurer 😳 Es muss halt ein wenig weh tun.

Abfahrt in Freiburg

Es ist Ende September, ich wache auf und die Sonne scheint. Ist das zu glauben? Wahnsinn! Ich bin nach dem Frühstück kurz-kurz losgefahren und freute mich schon auf den schönen Tag. Es ging erst einmal aus Freiburg raus und ein Stück auf der Straße Richtung Norden, bis es nach 15 km endlich in den Wald ging. Ich fuhr über ein paar vorgelagerte Wiesen und an Weinbergen vorbei, bis mich eine Traktorspur für den Anstieg erwartete.

Gravel vom feinsten

Ich wollte möglichst viel Gravel und habe deshalb fast alles im MTB Modus auf Komoot geplant. Es ging auf einer aufgeweichten Traktorspur den ersten Anstieg hinauf. Ca. 200 hm machte ich hier in kürzester Zeit, um erst einmal auf den Bergkamm zu kommen. Als ich oben war, durfte ich dafür direkt den Blick auf die schöne Kastelburg genießen, welche oberhalb von Waldkirch liegt.

Komoot führte mich hier noch auf recht anspruchsvollen Singletrails (Ich hatte es ja so gewollt) am Hang entlang. Im Anschluss ging es runter nach Waldkirch, wo ich eine Kaffeepause einlegte.

Fast wie in den Alpen

Nach meiner Kaffeepause ging es erst einmal ca. 10 km weiter auf dem Radweg, bis es wieder in das Gravel-Paradies-Schwarzwald ging. Die letzten 30 km ging es, mit wenigen Straßenüberquerungen, fast ausschließlich auf Waldautobahnen, Trails und Schotterwegen weiter. Wahnsinn!

An diesem ersten Tag bin ich 75 km bis nach Walkenstein gefahren. Für so viel Gravel, Trails und Matsch bin ich echt weit gekommen und es hat super viel Spaß gemacht.

Etappe 2 - Ein Highlight nach dem nächsten

Nach einem ganz tollen Frühstück, bin ich in Morgens wieder in Walkenstein gestartet. Es ging erst einmal auf glatten Wegen das Tal hinauf. Mehrmals an diesem Tag sollte ich die 1000m Höhe kratzen. Ich hatte mir in meine Komoot Route immer wieder Highlights eingebaut und so sollte mich die Heutige Route ziemlich viel über Berge und durch Wälder führen. Ich packte ordentlich Essen und Trinken ein, denn durch all zu viele Orte sollte ich nicht durch kommen.

Die Komoot Highlights eignen sich sehr gut um eine schöne Tour zu planen

TIPP

Nach 25 km sollte ich das erste Highlight des Tages erreichen. Vorher bin ich noch auf einer Straße mit mehreren Spitzkehren den Berg hoch, fast wie in den Alpen 😍. Das erste Highlight war der Ellbachseeblick! Eine schön angelegte Plattform, die einen Blick auf das Tal ermöglicht. Nur über Waldwege zu erreichen!

Weiter durch den Wald

Nach dem Ellbachtalseeblick ging es für gerade mal 4 km auf die Straße, bevor es auf den nächsten Berg ging, es war einfach ein Traum. Es ging wieder und weiter bergauf, auf bis zu fast 1200 m. Hier war nun wirklich schon Alpines Flair. Wege direkt am Hang und ein Ausblick der jede Mühe wert war.

Endspurt nach Forbach

Die letzten ca. 25 km ging es fast nur noch bergab, bis ich mein Hotel in Forbach erreichte.

Das waren Heute 84 km mit immerhin 1350 hm auf viel Gravel. Heute habe ich die Vielseitigkeit des Schwarzwald kennengelernt.

Etappe 3 - Forbach nach Heidelberg

Heute sollte ein verrückter Tag werden, aber dass wusste ich bei der Abfahrt natürlich noch nicht 😂. Bevor es die letzten 60 km flach werden sollte, wurde ich noch mal richtig gefordert. es sollte hoch gehen zum Bernstein. Die anspruchsvollste Strecke in meiner jungen Gravel Laufbahn.

Die Ruhe vor dem Sturm

Es ging erst einmal auf befestigten Wegen richtig schön durch die Täler des Schwarzwalds. Nur wenige Waldwege, schöne kleine Orte und wieder ein paar Spitzkehren auf den Berg. Am Himmel sah man schon ein paar Wolken, aber es war noch sehr angenehm warm.

Es ging nun wieder für mich in den Wald und mein Highlight des Tages, oder der Tour, war jetzt der Bernstein auf ca. 700 Metern Höhe. Nach ein paar Waldwegen wurde es aber ziemlich steinig. Der Weg war eher ein trockener Bach, mit großen und kleinen Steinen, so dass ich teilweise schieben musste. Keine Ahnung, ob man hier mit dem MTB hoch kommt, aber mit dem Gravel auf keinen Fall.

Bernstein

Oben auf dem Gipfel empfing mich einer der schönsten Orte, die ich je gesehen habe. Ich bin eigentlich nicht so der spirituelle Typ, aber wenn es für einen spirituellen Ort gibt, dann hier: Am Bernstein! Ich kann wirklich jedem und jeder empfehlen hier mal hoch zu gehen oder zu fahren, ich fand es einfach wundervoll 😍

Die Abfahrt vom Bernstein war wieder sehr Anspruchsvoll und an einigen Stellen musste ich - um zu vermeiden, dass mein Rad Schaden nimmt, schieben. Komoot hat mich wirklich über sehr extreme Trails geführt. Immer kreuz und quer von Waldweg zu Waldweg und teilweise ging es sehr steil runter, aber es war eine geile Abfahrt.

Bald wurde es flach und es kam der Regen

Als ich dann unten im Tal angekommen war, ging es für mich flach aus den Berger heraus. Einerseits konnte ich jetzt etwas Fahrt aufnehmen, andererseits musste ich meine geliebten Berge verlassen. In Busenbach 😂 begann es dann etwas zu regnen und ich zog meine Regenjacke über. Als ich in Karlsruhe angekommen war, schüttete es wie aus Kübeln und ich musste mich einen Moment unterstellen.

Als der Regen etwas weniger wurde, setzte ich mich wieder in Bewegung. Es war kalt und ich hatte noch über 60 km bis nach Heidelberg.

Heidelberg, ich komme

Wirklich super war, dass die 60 km von Karlsruhe bis nach Heidelberg auf einer sehr schönen Strecke abgerollt werden konnten. Es ging ohne relevante Höhenmeter immer durch den Wald. Ab und zu mal eine Straße überqueren, dass war es auch schon.

Als ich in Heidelberg einrollte, war es bereits dunkel und ich freute mich auf mein Hotel.

Wenn man die Fotos aus Heidelberg jetzt sieht, bin ich froh im dunkeln angekommen zu sein 👍🏻 Ich bin dann noch in die Stadt und habe etwas gegessen und mir während dessen die Stadt ein wenig angeguckt, hier werde ich mal wieder her.

Heute waren es 111 km und ca. 1000 hm.

Fazit

Der Schwarzwald war so schön, dass ich am liebsten gleich wieder hin möchte. Tolle Natur und ich hatte Mega Glück mit dem Wetter, für Ende September. Meine Routenplanung mit der Kombination MTB und Radwege war so gut, dass ich am Ende ca. 80% Gravel gefahren bin und dass genau das war, was ich brauchte. Natürlich schafft man auf Gravel nicht so viele Kilometer am Tag wie auf der Straße, aber dass wusste ich vorher. Krass fand ich, wie anstrengend richtiges Gelände ist. Ich will auf jeden Fall mehr davon und 2022 werde ich definitiv noch einmal nach Heidelberg und von dort aus durch den Spessart Richtung Norden, natürlich im MTB Modus.

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