Vätternrundan 2018

Wer die Traditionsveranstaltung in den letzten Jahren verpasst hat, sollte die Gelegenheit nutzen 2018 diesem grandiosen Event beizuwohnen. Ich habe 2017 an der Vätternrundan mit Start in Motala teilgenommen und kann sagen, dass es ein einmaliges Erlebnis ist die 300km um den Vättern See zu fahren. Genießt die grandiose Natur, das Mega Bike-Event auf sympathische schwedische Art und eine Extrem-Erfahrung auf den 300km von der Ihr lange zehren werden.
Damit auch die Vättern Neulinge sich schnell zurechtfinden, möchte ich Euch Hier ein wenig Hilfestellung geben und einige Fragen beantworten.

Wie bekomme ich einen Startplatz
Welche Möglichkeiten habe ich, wenn keinen Startplatz bekommen habe
Wie komme ich zu meiner StartID
Wo kann ich in Motala übernachten
Wie lange sollte ich meinen Aufenthalt planen
Wie bereite ich mich auf die Vätternrundan (300km) richtig vor
Ihr braucht eine Strategie
Was muss ich auf die Tour mitnehmen
Wie muss mein Rennrad ausgestattet sein um an der Tour an den Start gehen zu dürfen
FAZIT

Das sind eine Menge Fragen, die ich euch in nächster Zeit beantworten werde. Selbstverständlich könnt Ihr auch meinen Vätternrundan-Bericht von 2017 lesen, in den Ihr schon so einiges wichtiges über die Vätternrundan erfahren könnt. Alles die sich anmelden können gerne in die Kommentare posten und Ihre Erfahrungen Teilen. Gerne könnt Ihr auch einen Gastbeitrag über Eure Erlebnisse in der Vorbereitung oder der Vätternrundan 2018 selbst auf Rennrad-Hamburg.de hinterlassen, egal wo Ihr herkommt. Meldet Euch einfach bei mit, gerne per kommentar unter diesem Artikel.

Wie bekomme ich einen Startplatz für die Vätternrundan 2018

Die Vätternrundan findet immer am Wochenende vor der Sommersonnenwende, welche in Schweden groß gefeiert wird, statt. Das nächste mal also am 15. Bis 16. Juni 2018. Die Anmeldung startet allerdings immer schon im September des Vorjahres, ganz genau Mittwoch 6. September 15:00 Uhr unter vatternrundan.se/en/. Ihr solltet Euch allerdings vorher schon mal einen Account erstellt haben, damit Ihr auch noch einen Startplatz bekommt. Es werden ca. 20.000 Startplätze frei vergeben und um diese muss man sich bewerben, wobei Wiederholungstäter bevorzugt werden.

Das Ganze funktioniert so

Man muss sich zuerst einen Account auf der offiziellen Webseite erstellen, im Anschluss daran kann man sich ab 15:00 Uhr am 6. September 2017 für einen Startplatz bewerben. Um ganz sicher zu gehen, dass man auch einen Startplatz und somit die begehrte StartID bekommt, sollte man sich kurz vorher einloggen und schon mal ein paar Reloads (neu laden der Seite) machen. Letztes Jahr min ich extra mit dem Auto an den Straßenrand gefahren um mich anzumelden. Dann muss man – wenn ich mich recht entsinne – drei Wunsch-Startzeiten angeben. Im letzten Jahr hatte ich die Startzeit 1:54 Uhr dann auch wirklich bekommen. Es ist also nicht allzu schwer, man muss nur bereit sein mitten in der Nacht zu starten; was ich allerdings auch am besten finde.

Von nun an dauert es ein paar Wochen bis man Feedback vom Veranstalter bekommt, ob und wann es mit dem Startplatz geklappt hat oder nicht.

Welche Möglichkeiten habe ich, wenn keinen Startplatz bekommen habe

Natürlich kann es passieren, dass Du keinen Startplatz abbekommen hast. Das kann mehrere Ursachen haben. Z.B. dass Du einfach ein bisschen zu spät bei der Registrierung dran warst oder einfach die beliebtesten Startzeiten ausgewählt hast die von Fahrern gebucht wurden die schon mehrmals die Vätternrundan gefahren sind. Sowas ist natürlich sehr ärgerlich und ich kann Dir leider keine statistische Auswertung der beliebtesten Startzeiten bei der Vätternrundan zeigen.

Wenn Du nun aber wirklich Pech gehabt haben und keinen Startplatz und somit Dein Anspruch auf eine StartID verwirkt haben solltest, kannst Du immer noch versuchen Dich über einen Reiseveranstalter zu melden. Ja, das geht. Es gibt im Netz einige Reiseveranstalter die jedes Jahr ein Kontingent an Startplätzen bekommen und Pauschalreisen nach Motala zur Vätternrundan anbieten. Gleichzeitig hast Du dann alles auf einmal. Busfahrt, Fährüberfahrt, Übernachtung in Motala und einen Startplatz für die Vätternrundan. Kostet natürlich etwas, die Preise sind für die angebotenen Pakete aber recht fair. Ich reise lieber individuell mit dem Bully und plane meine Reise und Übernachtung selbst. Als Fallback ist ein Reiseveranstalter aber eine feine Sache.

Außerdem werden im Netz ständig Startplätze von Leuten angeboten. Einige bekommen doch noch mal Schiss vor der Strecke, andere bekommen schlicht und einfach keinen Urlaub vom Chef. Es gibt so einige die Ihre Tickets nicht einmal loswerden, also bitte nicht zu viel für einen Startplatz bezahlen. Ich habe noch nie gehört, dass jemand leer ausgegangen ist. Haltet einfach di Augen und Ohren offen, vor bei Facebook.

Wie komme ich zu meiner StartID

Die ominöse StartID ist nichts anderes als die eigentliche Startnummer und Transponder. Bei über 20.000 Fahrern muss natürlich ein flüssiger Ablauf gewährleistet werden. Obwohl die Abholung der Startunterlagen bereits mehrere Tage vor der eigentlichen Vättern beginnt, stand ich noch 9 Stunden vor dem eigentlichen Start in der Schlange. Aber der Prozess wird ganz auf schwedische Art gelöst. Ähnlich wie Ihr es von H&M oder vor allem von IKEA kennt, werdet Ihr durch einen Vordefinierten Akkreditierungs-Flow, mit abschließendem Aufenthalt in einem Sportkaufhaus geleitet. Kein Witz! Aus Schweden kommt auch das, seit wenigen Jahren auch in Deutschland vertretene, Sportkaufhaus STADIUM. Was Stadium im letzten Jahr da hingestellt hat, sucht schon seines gleichen. Ein wirklich GROßES Radsport-Kaufhaus-Zelt mit allem was das Rennradfahrer-Herz begehrt, allem was man vergessen hat (Lampen, Klingel, Reflektoren – aber dazu später) und natürlich allem was man nicht braucht. Kleiner Tipp am Rande: Falls Du Dir ein Vätternrundan Trikot kaufen möchtest, tue es jetzt! Die Trikots sind wahnsinnig schnell ausverkauft und Ihr bekommt sie im Anschluß auch Online nicht mehr. Ich spreche hier aus Erfahrung, ich habe beim letzten Mal leider keins bekommen. Wenn Ihr nun an den Kassen vorbei geht kommt Ihr wieder ins freie, allerdings an einem ganz anderen Ende der Radsport Expo in Motala. Jetzt solltet Ihr aber alles haben, was Ihr an Startunterlagen benötigt.

Wo kann ich in Motala übernachten

Auf jeden Fall eine sehr wichtige Frage die man im Vorweg geklärt haben sollte. Wobei in Schweden ja das Jedermanns-Recht gilt und man überall mit seinem Wohnmobil stehen bleiben darf wo man möchte. Ich ziehe es aber vor eine Toilette und eine Dusche in der Nähe zu haben. Ihr lest es wahrscheinlich schon zwischen den Zeilen, ich bin mit meinem Bus auf den Campingplatz gefahren. Da es ja sehr einfach ist ein Zimmer zu buchen und ich davon ausgehe, dass ich das nicht erklären muss, gehe ich mal auf andere Möglichkeiten ein.

Eines Vorweg: Motala ist wirklich klein. Man kann quasi von überall in Motala, wann auch immer, zum Start fahren und benötigt nicht noch einen Transfer oder sowas ähnliches.

Camping – Zelten

Zur Vätternrundan wird so ziemlich jede Wiese in Motala zum Campingplatz. Jeder Sportplatz ist voll mit Zelten. Dass hat den Vorteil, dass man am Sportplatz auch Duschen und WC nutzen kann. Bei schlechtem Wetter, welches zur Sommersonnenwende in Schweden leider häufiger vorkommt, wird das aber eine matschige Angelegenheit. Campingplätze bieten zumindest mal befestigte Wege um dem Matsch ein bisschen ausweichen zu können.

Wohnmobil, Bus und Wohnwagen

Mit einem bewohnbaren Gefährt hat man schon etwas mehr Auswahl. Zum einen die oben beschriebenen Wiesen und Fußballplätze in Motala, die Campinplätze und auf Grund des Jedermannsrecht auch jeden Parkplatz. In Motala sind natürlich vor allem die Parkplätze direkt am See sehr beliebt. Eine Wunderschöne Alternative, die ich bei meinem nächsten Besuch in Motala wahrnehmen werde. Irgendwie hatte ich dieses Jahr noch zu viel Respekt. Am Strand von Motala sind auch überall WC-Häuschen verteilt, so dass man problemlos klar kommt.

Ein Haus am See

Das ist mein absoluter Geheimtipp. In schwedischer Manier stehen am Strand von Motala kleine – wirklich kleine – Holzhäuschen. Ich habe keine Ahnung wie viele Menschen dort schlafen können, ich tippe mal auf vier Personen, oder was diese Häuschen kosten. Die Häuser waren aber so schön, dass ich beim nächsten Mal in so einem schlafen muss. Vor allem bei schlechtem Wetter bietet so ein Holzhaus natürlich etwas mehr Komfort als ein Bully oder ein Zelt. Zu meiner Überraschung, standen fast alle Häuschen am Wochenende der Vätternrundan leer.

Das nächste Mal also wild am Strand oder Holzhaus.

Wie lange sollte ich meinen Aufenthalt planen

Wie lange man sich in Motala aufhalten möchte oder aufhalten kann, hängt natürlich immer von der verfügbaren Zeit ab. Wer genügend Zeit zur Verfügung hat, sollte auf jeden Fall in Erwägung ziehen bereits eine Woche vor der Vätternrundan nach Motala zu reisen. Nur dann kommt man in den Genuss das Volle Rahmenprogramm auch nutzen zu können. In der Vorwoche werden noch einige andere Rad-Events in Motala geboten, da wäre zum Beispiel der Halvvaettern. Eine 150km Runde die prima zur Vorbereitung genutzt werden kann, oder die MTB Vättern für den der einmal nicht auf dem Rennrad sondern auf dem Mountainbike unterwegs sein möchte. Wer mit der ganzen Familie hinfährt, kann seinen Kindern auch noch eine Strecke extra auf die kleinen zugeschnitten bieten. Rundum, eben ein richtig schönes Fahrrad-Festival.

Nach hinten heraus benötigt Ihr mindestens einen Tag mehr. Denn (ACHTUNG): Ihr dürft 12 Stunden nach Beendigung der 300km der Vätternrundan nicht selber Autofahren!!! Und ganz ehrlich, ich wäre auch nicht in Versuchung gekommen. Wennich das nächste Mal zur Vätternrundan nach Motala fahre hänge ich aber in jedem Fall mindestens fünf Tage hinten dran. Der Vätternsee ist so schön mit seinen Ständen und den kleinen Ortschaften rund um den See verteilt, dass ich mir das gerne noch einmal in Ruhe ansehen würde. Vor allem wenn sich der Vätternrundan-Zirkus wieder etwas verzogen hat.

Wie bereite ich mich auf die Vätternrundan (300km) richtig vor

Die Vorbereitungen zur Vätternrundan starten eigentlich bei jedem Teilnehmer direkt nach der Anmeldung, zumindest war es bei mir so und so hatte ich es auch von den anderen Teilnehmern gehört. Mein Winterprogramm beinhaltete vor allem Muskelaufbau. In den vergangenen Jahren hatte ich stets meine Schwächen am Berg bemängelt. Als ich dann die ersten Runden auf dem Rennrad in der neuen Saison gefahren bin, merkte ich allerdings dass Muskeln nur die halbe Miete sind. Ich baute also an den schlechten Tagen Spinning mit in mein Fitnessprogramm fest ein. Damit rechtzeitig für die Väternrundan fit genug bin, hatte ich mich schon recht früh für das erste Rennen Gemeldet. Bereits im April 2017 nahm ich der Tour d’Energie in Göttingen teil. Ein Rennen dass über 100km länge und geht und etwas mehr als 1000hm beinhaltet, für mich als Hamburger ist das schon einiges. Vor allem weil es bei dieser Veranstaltung zwei Berge mit starker Steigung zu bezwingen gilt. Ich merkte, dass ich im April noch nicht in Topform war. Wie auch, zu diesem Zeitpunkt hatte nicht einmal 300km in den Beinen. Aber es waren ja noch zwei Monate bis zur Reise nach Motala und so arbeitete ich weiter an meiner Form. Ich nutzte meine Trainings für lange Ausfahrten zwischen 60km und 120km länge, wobei ich das Tempo stetig anzog. Als sehr gut für das Training erwiesen sich vor allem RTFs, bei denen man immer ein paar verrückte traf mit denen man 160km mit einem 35km/h Schnitt abreißen konnte. Ich habe viele nette und verrückte Leute kennengelernt und es tat meinem Training verdammt gut! Der Mix macht es also und am Ende zählen eben die Kilometer in den Beinen. Mit dieser Art der Vorbereitung schaffte ich immerhin die 300km in einer Brutto-Zeit von 10:40 und einer Netto-Zeit von 9:30. Ich bin mit diesem Ergebnis sehr zufrieden.

Mein Trainingstipp: Überfordert Euch nicht, versucht aber immer wieder mit kleinen Stichen Reize zu setzen. Legt Euch eine Strategie für die 300km zurecht was Pausen und Verpflegung angeht und probiert diese häufiger aus. Am wichtigsten ist es, dass Ihr Euch und Euren Körper genau kennt und wisst wann er was und wie viel braucht.

Ihr braucht eine Strategie

Während Eurer Vorbereitung müsst Ihr beginnen Euch eine Strategie zurecht zu legen. Diese beginnt bei dem Tempo, wie sehr will ich mich verausgaben – vor allem an Steigungen – und wann plane ich Pausen zu machen. Für mich war klar, dass ich erst nach den ersten 133km die erste Pause einlegen wollte. Auch weil bei meiner Startzeit (1:54 Uhr) dann wieder etwas heller wurde. Das war eine gute Entscheidung. Ich legte ein nettes Brötchen mit Gewürzgurken-Frühstück ein und stieg wohl gekräftigt wieder auf mein Rennrad.

Tipp: Nach den Pausen erst einmal wieder einfahren und langsam in den runden Tritt kommen. Der Körper muss auch nach einer Pause erst einmal wieder ruhig anlaufen.

Was muss ich auf die Tour mitnehmen

Verpflegung

Jeder Rennradfahrer hat seine eigenen Vorlieben was die Verpflegung auf langen Touren angeht, dennoch solltet Ihr Euch bewusst sein dass Ihr an diesem Tag eine lange Zeit auf dem Rennrad verbringt. Allein die Unterbringung der Verpflegung kann eine Herausforderung darstellen. Ich habe immer einen kleinen Rennrad-Rucksack dabei (deuter Road ONE), dieser bietet mir ausreichend Platz für Verpflegung, Taschentücher, etwas Geld und was ich eben sonst noch benötige. Außerdem habe ich immer eine kleine Dreieck-Tasche zwischen Sattelroh und Oberrohr befestigt wo auch noch ein paar Riegel und Gels reinpassen.

Ich teile meine Verpflegung immer wie folgt auf: Alles was ich während der Fahrt esse und essen kann habe ich am Rad und im Rucksack. Wobei ich in den Depots immer die Trikottaschen nachfülle um schnell an das Essen zu kommen. Zur not komme ich auch noch schnell an die Rahmentasche. In den Depots esse ich dann immer was angeboten wird. Im letzten Jahr Brötchen und Gewürzgurke, weil ich nichts süßes mehr sehen konnte. Ganz wichtige Regel: Du darfst niemals Hunger bekommen! Ich habe meist alle 45 Minuten etwas gegessen – ein Riegel oder ein Gel – wenn ich das Gefühl hatte ich brauche es, auch mal zwei.

Getränke

Ich hatte zwei 0,75L Trinkflaschen am Rennrad. Damit kam ich die ersten 133km bis zu meinem ersten Stopp gut aus und habe diese immer in den Depots immer wieder aufgefüllt aufgefüllt. Zum Beginn hatte ich mir in jede Flasche eine halbe Brausetablette gemacht, danach im Depot eine Flasche mit Geschmack und eine mit Wasser gefüllt.

Wie muss mein Rennrad ausgestattet sein um an der Tour an den Start gehen zu dürfen

Jetzt wird es etwas komplizierter! Diese Frage beschäftigt ganze Internet Foren, obwohl es eigentlich ganz einfach ist. Was man wirklich am Rad haben muss:
Licht (vorn und hinten) weil man ja im dunkeln startet
Reflektoren vorn und hinten
Seiten-Reflektoren
Die Seiten-Reflektoren hatte ich in Form von reflektierendem Klebeband an Vorder- und Hintergabel angebracht. Und jetzt ACHTUNG: Du benötigst eine Klingel, kein Witz. Zum Glück gibt es alles in dem provisorischen Stadium-Kaufhaus zu kaufen, plötzlich ergibt alles einen Sinn. Zusätzlich solltest Du eine Luftpumpe, zwei Schläuche und einen Reifen mit dabei haben. Versteht sich aber wohl von selbst.

Fazit

Vätternrundan ist geil und beeinflusst dich und deine Saison maßgeblich. Die Vorbereitungen, die Planung und die Vorfreude darauf haben mich beim letzten mal ehrlich beflügelt. Die Vätternrundan in Motala selbst krönen den Saisonhöhepunkt dann noch einmal fürstlich und am Ende bleibt der Stolz. Habt keine Angst vor der Distanz, die Strecke ist absolut machbar. Mit der richtigen Strategie!

Ein Kommentar zu “Vätternrundan 2018

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