Verpflegung auf der Langstrecke: Kuchen vs Obst, Gemüse und Wurst

Über Verpflegung bei Ausdauersport gibt es ganze Bücher und die Meinungen gehen da sehr weit auseinander. Die einen Schwören auf Vegane und gesunde Ernährung, die anderen gehen Kaffee trinken und Essen Kuchen oder Torte andere wiederum ernähren sich von Riegeln und Gels. Ich habe alles schon probiert und möchte mich nicht festlegen.

Wie Du wahrscheinlich auch, lese ich mich durch Blogs, Instagram, Facebook und höre viele Podcasts über das Fahren von Langstrecken, gerne möchte ich an dieser Stelle auch noch mal auf meinen Podcast hinweisen. Die Links dazu findest Du in der rechten Seitenleiste meiner Seite.

Ich habe bereits vor einiger Zeit einen Artikel über die Verpflegung auf Rennen und Rad-Marathons verfasst, während bei Rennen allerdings auf Effektivität ankommt ist man auf langen Touren, Bikepacking Events und Radreisen eher praktisch unterwegs. Der Grund: Man muss sich nicht nur für eine limitierte Zeit ideal versorgen, sondern über Tage oder Wochen. Nachkaufen ist also angesagt und der beste Freund des Bikepackers sind Tankstellen ⛽️

Typische Pause an einer Tankstelle
Typische Pause an einer Tankstelle

Es müssen laufend, viele Kalorien her

Es geht also nicht primär um gesund und Ideal, sondern um viele Kalorien und dass Regelmäßig. Die Spanne an Lebensmitteln ist da etwas eingeschränkt. Selten macht man eine lange Pause um Essen zu gehen und sich etwas von einer großen Karte auszusuchen. Eher hält man an Läden an denen man sowieso vorbeikommt.

  • Tankstelle
  • Supermarkt
  • Bäcker
  • Tanke-Emma Laden in einem Dorf

Auch die laufende Verpflegung auf einer Reise ist ein Teil des Abenteuers und gehört genauso mit dazu wie Streckenplanung und Rennrad fahren selbst.

Erfahrungen von anderen Langstrecken-Fahrern

Wie schon gesagt versuche ich so viel wie möglich von anderen zu lernen. Nicht weil glaube dass es da jemanden gibt der alles weiß und alles richtig macht, sondern um meine Verpflegung zu variieren und auch mal neues ausprobieren kann. Absolut durchgesetzt haben sich bei vielen Langstreckenfahrern folgende Dinge.

  • Weingummi
  • Gesalzene Erdnüsse
  • Kuchen und Torte
  • Cola
  • Rigel und Gels

Geschmierte Brote und Bananen sind hingegen irgendwie aus der Mode gekommen.

Meine Erfahrungen und Empfehlungen

Nun möchte ich Euch gerne meine Erfahrungen und Empfehlungen schildern. Interessant ist dabei immer, dass weder Richtig noch Falsch gibt! Jeder Körper reagiert anders auf bestimmte Lebensmittel, was bei dem einen super funktioniert kann für den nächsten schon für Durchfall sorgen.

Die Basis

Ich habe eine Basis-Grundversorgung, die ich auf langen Touren und Reisen immer wieder versuche aufzufüllen. Eine Grundversorgung für die Not.

All diese Dinge nehmen wenig Platz ein und liefern schnell und viel Energie.

Während der Fahrt

Ich gebe zu, ich war erst skeptisch und meine Frau - Ernährungstherapeutin - schlägt die Hände über dem Kopf zusammen wenn ich ihr erzähle dass ich während der Fahrt esse und das auch noch ungesund, aber es macht wirklich Sinn auch während der Fahrt kleine Dinge zu essen. Mal ehrlich, auf einer Bikepacking Tour verbraucht man echt viele Kalorien. Eigentlich kann man gar nicht so viel essen, wie man verbraucht. Während der Fahrt habe ich also immer folgende Dinge parat, zumindest mal das eine oder das andere.

Die gesalzenen Erdnüsse geben zum einen Kalorien und Fett und zum anderen Salz. Da wir viel schwitzen ist das für uns wichtig. Weingummi ist eine schöne kontinuierliche Versorgung während der Fahrt. Leicht zu kauen und viel Energie.

Die Clif Energy Chews sind einfach der Hammer! Ich werde nicht von Clif gesponsert, aber die musst Du unbedingt mal probieren, besser als jedes Gel! Ein kleiner Würfel etwas über 100 kcal, der Geschmack ist super und ich habe nicht sofort das Bedürfnis etwas zu trinken wie man es oft bei Gels hat. Eine echte Empfehlung, leider habe ich die Energy Chews noch nie im Laden gesehen, ich habe mal auf einer Messe probiert und seit dem nur bestellt.

Wenn verfügbar, nehme ich nun auch immer ein paar Landjäger mit. Auf Dauer kann ich mich nicht nur von süßem ernähren. Landjäger sind lecker und halten sich auch ein paar Tage.

Essen während der Pause

Ich bin im letzten Jahr tatsächlich wieder zur Stulle übergegangen. Ich schmiere mir ein paar Brote und genieße diese während der ersten großen Pause auf einer langen Tour. Je nach Verfügbarkeit habe ich auch ein bis zwei Bananen dabei, die ich für mich wiederentdeckt habe. Äpfel gehen bei mir leider gar nicht, sie lösen bei mir Blähungen und zusätzlichen Hunger aus.

Mittagspause

In der Mittagspause geht bei mir alles. Bratkartoffeln, Pizza, Steak oder Würstchen. Alles super, nur Pommes vertrage ich nicht so gut. Mein Magen ist wie ein großer Sack und läßt sich durch fast nichts aus der Ruhe bringen. Während meiner Bikepacking Tour 2019 hate ich einmal Mettbrot mit Zwiebeln, da habe ich dann gemerkt dass ich Zwiebeln vor und während des Sports nicht wirklich ab kann.

Zwischendurch

Kuchen

Im letzten Jahr habe ich zum ersten mal in einer Pause Kuchen gegessen. Ja, Kuchen schmeckt. Ja, Kuchen liefert Energie. Aber erwarte nicht, dass Du auch nur ein Kilogramm verlierst 😂 Kuchen und Torte schlägt bei mir ein wie eine Bombe! Ich find's ab und zu sehr lecker, aber echtes Essen ist das natürlich nicht.

Cappuccino und Kuchen
Cappuccino und Kuchen

Cola

Viele andere Rennradfahrer schworen auf Cola. Zucker, Zucker, Zucker! Ich habe es ein paar mal probiert und ich habe festgestellt, dass ich mit Cola unter der Belastung Durchfall bekomme. Cola ist für mich also ein absolutes no-go!

Fazit

Selbstverständlich ist jeder Mensch und jeder Magen anders. Am Ende musst Du essen was Dir gut tut. Ich empfehle Dir reichlich zu experimentieren und die Dinge, die Dir gut tun, dann zu variieren. Bei mir ist Verpflegung auf dem Rennrad tatsächlich immer etwas anders, jede Saison habe ich ein neues Lieblingsessen.

Hauptsache Das Essen liefert Energie und ist für Dich gut verträglich.

Ein Kommentar

  1. Hallo Stefan, hier meine Antwort zum Thema Sicherung vor dem Supermarkt oder an der Tankstelle.
    Ich nehme auf meine Touren immer zwei Schlösser mit. Ein Kettenschloss von Trelock, dieses ist ca. 40 cm lang und reicht um das Vorderrad und den Rahmen an einen Bügel anzuschließen. Leider habe ich dieses Schloss nicht mehr im Netz gefunden, ich habe es schon länger. Dein Händler hat aber bestimmt eine Alternative. Die Qualität des Schlosses ist sehr gut und wiegt ca. 500g.
    Das Schloss transportiere ich immer in der Oberrohrtasche.
    Außerdem habe ich immer noch ein Kabelschloss dabei https://amzn.to/365P9wi
    Garantiert nicht das sicherste, aber es geht ja auch eher um Diebstahl Verzögerung.
    Bisher ging mit diesen Schlössern immer alles gut und das Kabelschschloss eignet sich auch um das Rad nachts am Zelt zu befestigen, so mach sich ein eventueller Diebstahl bemerkbar.
    Gruß, Ray.

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